Konstantin Kisin

Konstantin Vadimovich Kisin (russisch Константин Вадимович Кисин; * 25. Dezember 1982) ist ein britisch-russischer Satiriker, Autor, Übersetzer, Meinungsmacher und Co-Moderator (mit Francis Foster) des Triggernometry-Podcasts. Kisin hat für mehrere Zeitschriften geschrieben, darunter Quillette, The Spectator, The Daily Telegraph und Standpoint; er saß auch auf dem Podium der BBC-Politsendung Question Time und wurde von Fernsehsendern wie BBC, Sky News und GB News interviewt. Er spricht und schreibt über Themen im Zusammenhang mit technischer Zensur, Comedy und der Woke Bewegung.
Kindheit und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kisin wurde im Moskau der Sowjetunion als Sohn der damals 18- und 20-jährigen Marina und Wadim geboren und wuchs zunächst in der UdSSR auf. Seine Erfahrungen in diesem Land prägen seine heutige politische Weltanschauung.[1] Er ist russischer, griechischer und jüdischer Abstammung.[2][3] Kisins Eltern waren halb-orthodoxe Christen, sein Großvater väterlicherseits war ein säkularer Jude. Kisin hat sich früher als Jude bezeichnet.[4] Im Alter von 11 Jahren zog er in das Vereinigte Königreich. Er besuchte das Internat Clifton College und anschließend die Universität Edinburgh, die er jedoch vor Abschluss seines Studiums verließ.[5]
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Übersetzer und Dolmetscher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kisin hat als Übersetzer für Russisch-Englisch in den Bereichen Recht, Finanzen und Videospiele sowie als Dolmetscher gearbeitet und hält regelmäßig Vorträge über die geschäftliche Seite des Übersetzens.[6]
Podcasting
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit April 2018 ist Kisin Co-Moderator (mit Francis Foster) von Triggernometry, einem YouTube-Kanal und Podcast.[7] Das Hauptformat des Kanals ist das aufgezeichnete Interview; der Kanal bezeichnet sich selbst als „ehrliche Gespräche mit faszinierenden Menschen“,[8] und wurde von The Times als „anti-woke“ und von openDemocracy als „hard-right“ bezeichnet.[9][10]
Der Podcast wurde vom Daily Telegraph als einer der „20 besten Eskapismus-Podcasts“ im Jahr 2020 bezeichnet.[11]
Komiker
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2019 nahm Kisin mit seiner Show Orwell That Ends Well am Edinburgh Festival Fringe teil und erhielt gemischte Kritiken. Der Daily Telegraph nahm die Show in seine Liste der besten Comedy-Shows des Edinburgh Festivals auf.[12] The Student beschrieb es als „urkomisch und erfrischend“,[13] und das Fest Magazine nannte es „unüberlegten, reaktionären Unsinn“.[14] The Jewish Chronicle bezeichnete Kisin als „Antagonisten“ und bewertete die Sendung mit 2 von 5 Punkten.[15][16][17]
Politischer Kommentator
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Im März 2022 trat Kisin in der ersten Ausgabe der BBC-Fragestunde nach der russischen Invasion in der Ukraine als Diskussionsteilnehmer auf. Er beschrieb, dass er sich für sein Geburtsland Russland schämt, und sprach über die Bombardierungen, denen seine Familie in der Ukraine ausgesetzt war.[18]
Kisins 2023 gehaltene Rede bei der Oxford Union Student Debating Society, in der er den Antrag „Woke Culture HAS Gone Too Far“ befürwortete, ging viral.[19][20] Ein Artikel von Will Lloyd im New Statesman lobte Kisins Rede als „nicht banal, nicht von vorhersehbaren Kulturkampf-Parolen belastet“, kam aber zu dem Schluss, dass „Kisins Beobachtungen zu Politik und Geschichte relativ banal sind“.[5]
Autor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kisin ist der Autor des Buches An Immigrant's Love Letter to the West, das in der ersten Woche seines Erscheinens ein Bestseller der Sunday Times wurde.[21] In einer Rezension im Daily Telegraph vom Juli 2022 schreibt Douglas Murray: „Kisin fragt, warum die Menschen im Westen so oft auf ihr Glück spucken.“[22]
Bücher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- An Immigrant's Love Letter to the West (2022)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Konstantin Kisin in The Telegraph
- Konstantin Kisin in The Spectator
- Konstantin Kisin auf Twitter
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Alex Manzoor: Comedy and Controversy: Interview with Konstantin Kisin. In: The Cambridge Student. 2. Februar 2020, abgerufen am 31. Oktober 2022 (britisches Englisch).
- ↑ Konstantin Kisin: Kisin Tweet (2021). In: Twitter. (englisch).
- ↑ Konstantin Kisin: Konstantin Kisin Tweet (2022). In: Twitter. (englisch).
- ↑ Why Don't They Believe Us? In: Tablet Magazine, 11. August 2011 (englisch).
- ↑ a b Will Lloyd: Konstantin Kisin: "Being anti-woke isn't making you happy" The podcaster is the viral man of the moment. But does he really have anything to say? In: New Statesman. 27. Januar 2023, abgerufen am 18. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ Living in the Present, Preparing for the Future – a translator's guide to Productivity and Wellbeing. In: Chartered Institute of Linguists. Abgerufen am 31. Oktober 2022 (britisches Englisch).
- ↑ Matthis Kattnig: Konstantin Kisin: „Redefreiheit und das Streben nach Wohlstand gehören zu den westlichen Werten“. In: Die Welt. Abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ TRIGGERnometry. In: AudioBoom. (englisch).
- ↑ Seth Thévoz: Assault rifles, wind farms, immigration and hormones: Inside NatCon. In: openDemocracy. 16. Mai 2023 (englisch): „Someone who worked for the hard-right YouTube channel Triggernometry complained ... .“
- ↑ James Marriott: Revisionist History podcast review — Malcolm Gladwell takes the scenic route to common sense ( des vom 12. Januar 2023 im Internet Archive) In: The Times, 5. August 2022 (englisch).
- ↑ Boudicca Fox-Leonard: The 20 best escapist podcasts to get us through the next few months In: The Telegraph, 23. November 2020 (englisch).
- ↑ Mark Monahan, Tristram Fane Saunders, Dominic Cavendish: Best comedy shows at the Edinburgh Fringe 2019: reviews of 40 of this year's must see-comedians, including Jordan Brookes, Catherine Cohen and Laura Lexx In: The Telegraph, 30. August 2019. Abgerufen am 31. Oktober 2022 (britisches Englisch).
- ↑ Konstantin Kisin: Orwell That Ends Well – The Student. In: studentnewspaper.org. Abgerufen am 31. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ Review: Konstantin Kisin: Orwell That Ends Well. In: Fest Magazine. 3. August 2019, abgerufen am 31. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ Snowflakes, lizards and baseball caps: Edinburgh Fringe round-up. In: thejc.com. Abgerufen am 31. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ The Wee Review : Konstantin Kisin. In: theweereview.com. 27. August 2019, abgerufen am 31. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ Comedy Review: Konstantin Kisin: Orwell That Ends Well, Gilded Balloon Teviot (Venue 14), Edinburgh. In: The Scotsman. 10. August 2019, abgerufen am 31. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ Russian-British Comic Says He Feels 'Nothing But Shame For My Country'. In: HuffPost UK. 4. März 2022, abgerufen am 31. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ Konstantin Kisin: debates for the Motion: Woke Culture HAS Gone Too Far. In: Oxford Union. 12. Januar 2023, abgerufen am 16. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ BBC Question Time - 26 Jan 2023. In: BBC. Abgerufen am 16. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ Matthew Hamilton: 'An Immigrant's Love Letter To Love West' by Konstantin Kisin goes into the Sunday Times bestseller list at No 5 | The Hamilton Agency. Abgerufen am 3. November 2022 (britisches Englisch).
- ↑ Douglas Murray: Take it from a Russian – the alternative to Western democracy is far, far worse In: The Telegraph, 3. Juli 2022. Abgerufen am 14. Oktober 2024 (britisches Englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kisin, Konstantin |
| ALTERNATIVNAMEN | Kisin, Konstantin Vadimovich (vollständiger Name); Кисин, Константин Вадимович (russisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | britisch-russischer Satiriker |
| GEBURTSDATUM | 25. Dezember 1982 |