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Kommando 52

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Film
Titel Kommando 52
Produktionsland DDR
Erscheinungsjahr 1965
Länge 34 Minuten
Produktions­unternehmen DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme
Stab
Regie Walter Heynowski
Drehbuch Walter Heynowski
Musik Peter Nölle (Musikbearbeitung)
Kamera Peter Hellmich (Dokumente); Horst Donth (Spezialaufnahmen); Mitglieder des Kommanda 52 (Kleinbildaufnahmen)
Schnitt Traute Wischnewski
Besetzung

Kommando 52 ist ein Dokumentarfilm von Walter Heynowski von 1965 über die berüchtigte westdeutsche Söldnertruppe im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo.

Inhalt

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Der Film zeigt Filmausschnitte, Tonbandaufnahmen, Fotos, Briefe und weitere Zeugnisse über die Tätigkeiten der westdeutschen Söldnereinheit Kommando 52 im Kongo. Darin sind Ermordungen und weitere Gräuel an der einheimischen Bevölkerung mit emotionsloser Nüchternheit dokumentiert, wie auch das völlig selbstverständliche Posieren und Brüsten mit den Taten.

Gezeigt wird auch der umstrittene Besuch des kongolesischen Ministerpräsidenten Tschombé in der Bundesrepublik, der vom Bundespräsidenten und weiteren gesellschaftlichen Vertretern, auch der Kirchen empfangen wurde.[1]

Hintergründe

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Im August 1964 wurde im blutigen Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo zwischen der an die Macht geputschten Regierung, die von Südafrika, den USA, und Belgien unterstützt wurden, und linksgerichteten Anhängern des ermordeten Ministerpräsidenten Patrice Lumumba ein Kommando 52 mit westdeutschen Söldnern unter der Leitung des zum Major beförderten Siegfried Müller gebildet. Im September 1964 gelang es den westdeutschen Reportern Gerd Heidemann und Ernst Petry dorthin zu kommen, Gespräche mit diesen zu führen und Fotos zu machen. Ihre Reportage in der Illustrierten Stern im November 1965 erregte ein breites öffentliches Interesse in der Bundesrepublik und wurde später mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet.

Der propagandistischen DDR-Dokumentarfilmer Walter Heynowski kaufte Kopien der Tonbandaufnahmen und Fotos und gestaltete daraus den Film Kommando 52. Diese verwendete teilweise manipulativ, um seine ideologischen Vorstellungen, auch gegen die westdeutsche Regierung zu illustrieren. Er erweckte dazu den falschen Eindruck, die Tonbandgespräche seien von ihm geführt worden, da er nie deren tatsächliche Herkunft erklärte.[2] Er zeigte auch Aufnahmen des kongolesischen Ministerpräsidenten Moise Tschombé (der für den Mord an Lumumba verantwortlich war) bei seinem Besuch in der Bundesrepublik im Dezember 1964, um die Nähe zwischen beiden Regierungen zu suggerieren.[3]

Der Film wurde erstmals am 15. November 1965 beim Dokumentarfilmfestival in Leipzig gezeigt und erhielt eine Goldene Taube. Am 10. Dezember 1965 kam er als Vorprogramm in die DDR-Kinos. Bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen wurde er dagegen nicht angenommen, und auch danach in der Bundesrepublik durch die Zensurbehörde verboten, weil er durch die Bilder des Besuches des kongolesischen Ministerpräsidenten in der Bundesrepublik den falschen Anschein erwecke, dass diese dessen Mordtaten billige oder sogar unterstütze.[4]

Walter Heynowski gelang es am 10. November 1965, als angeblicher westdeutscher Reporter mit dem ehemaligen Kommandeur Siegfried Müller in München ein langes Filminterview zu führen, woraus er den Propaganda-Dokumentarfilm Der lachende Mann (1966) machte. Außerdem ließ er einen weiteren Film Wink vom Nachbarn (1966) drehen, der die Westdeutschen Kurzfilmtage in Oberhausen diffarmieren sollte, als Reaktion auf die Absage des vorherigen Films dort.

Der Film Kommando 52 wurde 1996 bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen gezeigt, 2023 im Berliner Zeughauskino[5] und 2025 wieder in Oberhausen.

Auszeichnungen

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Literatur

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  • Christian Bunnenberg: "Die Roten haben mich als Zielscheibe ausgewählt." Der (west)deutsche Söldner "Kongo-Müller" im DDR-Dokumentarfilm. In: Michael Held et al. (Hrsg.): DEFA International. Springer VS, Wiesbaden 2013. S. 165–182
  • Peter Hellmich: Die Filme Heynowski & Scheumann 1965–1978. Studio H&S, Berlin [DDR] 1978, S. 9ff. (Selbstdarstellung)
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Einzelnachweise

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  1. Kommando 52 DEFA-Stiftung, mit detaillierter Inhaltsangabe
  2. Sean Allen, Sebastian (Hrsg.), Documenting socialism. East German documentary cinem, 2024, p. 249, mit einigen weiteren Informationen über diesen Film
  3. Andreas Kötzing, Film- und Kulturpolitik im Kalten Krieg, Wallstein, Göttingen 2013, 217 S. 216f., mit einigen Informationen über diesen Film und Der lachende Mann
  4. Kommando 65 Filmzensur Ost-West; auch Andreas Kötzing, Kultur- und Filmpolitik im Kalten Krieg, 2013, S. 217
  5. Zensur und Rechtsstaat Zeughauskino, zusammen mit Der lachende Mann