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Plicht

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(Weitergeleitet von Kokpit)
Plicht mit zwei Steuerständen auf einer großen Segelyacht
Plicht eines alten Segelbootes

Die Plicht oder das Cockpit (früher Kokpit) ist bei Segel- und Motorbooten der offene Teil an Deck eines Bootes, von dem aus das Boot gesteuert und betrieben wird. Mannschaft und Fahrgäste halten sich in der Regel hier während der Fahrt auf.[1][2] Liegt der Boden oberhalb der Schwimmwasserlinie, wird in der Regel die Plicht wasserdicht und selbstlenzend hergestellt. In diesen Fällen werden Boden und Seitenwände der Plicht wasserdicht gefugt und zur Entfernung des von oben in die Plicht gelangenden Wassers werden beiderseits nach außenbords führende Lenzrohre oder Selbstlenzer angebracht. Die Plicht liegt niedriger als das Deck, um Schutz vor Wind und Wasser sowie vor dem Überbordgehen zu bieten. Sie befindet sich entweder achterlich (meistens) oder mittschiffs. Sie ist in der Regel offen, kann aber mittels einer Kuchenbude auch geschlossen werden. Auf Segelyachten sind hier, sofern vorhanden, auch die Winschen für die Segel montiert. Auf größeren Booten sind hier Sitzgelegenheiten und Backskisten rund um den Steuerstand so angeordnet, dass man sowohl stehend als auch sitzend steuern kann.

Im Cockpit befindet sich das Steuerrad oder die Pinne (Schiffbau), zudem die weiteren Instrumente und Hilfsmittel, um das Boot zu führen. So sind, je nach Größe und Ausstattung des Boots, Kompass, Echolot, Logge, Funkgerät und weitere nautische Instrumente hier in Bedienweite des Steuermanns angebracht.

Bei Segelbooten enden hier auch die Schoten und Fallen, die benötigt werden, um das Boot und seine Segel während der Fahrt zu bedienen.

Das Setzbord ist die senkrecht stehende Abschlussplanke der Plicht - gerade auf moderneren sportlichen Booten ist dies aber gar nicht mehr vorhanden.[3]

Auf manchen Yachten existieren zwei Steuerstände, eine Plicht gibt es jedoch immer nur einmal.

Zum Lenzen der Plicht, d. h. dem Ablaufen lassen hineinfließenden Wassers, dienen Lenzrohre oder auch Lenzklappen und Selbstlenzer. Als Rutschschutz sind die Böden auf traditionelleren Booten oft mit Bretterleisten ausgestattet, die mit eingelassenem Quarzsand oder einem Gummibesatz in Streifenform versehen sind. Alternativ kann der Boden mit einem Teakholz-Belag oder mit einem Gitterrost aus Holz (Gräting) versehen werden. Bei sportlichen Yachten oder Jollen wird auf das Holz in der Regel zu Gunsten von rutschfesten Kunststoffböden im Cockpit verzichtet.

Auf Regattabooten sind am Boden des Cockpits je nach Bootsklasse auch Ausreitgurte für die Füße montiert.

  • Adolf Brix, Praktischer Schiffsbau - Bootsbau, Reihe: Historische Schiffahrt - Band 155, CT Salzwasser-Verlag, Bremen, 2010, ISBN 978-3-86195-322-7, Seite: 213
  • Günther Werckmeister, Bora: Fahrten und Erfahrungen eines Kreuzerseglers (1928), Europäischer Hochschulverlag, 1. Auflage, 14. November 2011, ISBN 978-3-8457-1007-5
  • Richard Lohmann, Bootskonstruktion, Bootsbau, Bootstypen (1922), CT Salzwasser-Verlag, Bremen, 5. Januar 2014, ISBN 978-3-86741-724-2, Seite: 110 ff.
Commons: Sailboat cockpits – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Plicht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Cockpit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Freundeskreis Klassische Yachten: Die Segeljolle. Berliner Kleinseglerverband, 1922, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  2. Nautisches Lexikon - Segellexikon. Abgerufen am 22. Oktober 2017.
  3. Jack London: Fischpiraten Erzählungen. 1. Auflage. Deutscher Taschenbuchverlag GmbH - DTV, München 1976, ISBN 3-423-01176-9, S. 103.