Kleinlerch
| Kleinlerch (Weiler) | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Lienz (LZ), Tirol | |
| Pol. Gemeinde | Hopfgarten in Defereggen (KG Hopfgarten in Defereggen) | |
| Ortschaft | Lerch | |
| Koordinaten | 46° 55′ 34″ N, 12° 29′ 16″ O | |
| Einwohner der stat. Einh. | 59 (1991) | |
| Postleitzahl | 9962 | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Zählsprengel/ -bezirk | Hopfgarten in Defereggen (70709 000) | |
Kapelle in Kleinlerch mit Bauernhof Rainer | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS | ||
Kleinlerch ist ein Weiler der Ortschaft Lerch in der Gemeinde Hopfgarten in Defereggen im Defereggental (Osttirol).
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kleinlerch liegt in 1.501 Metern Höhe am Südwestabhang des Verbindungsgrates zwischen dem Kreuzberg und dem Stanzling. Die Siedlung wird im Westen durch den Großlercherbach vom Weiler Großlerch und im Osten von Hof durch das Brechlochtal getrennt. Kleinlerch ist über die Verlängerung der Rajachstraße (L 74) erreichbar. Die Rajachstraße zweigt vom Dorfzentrum von Hopfgarten zunächst nach Norden ab und führt danach nach Westen entlang der Sonnseite des Defereggentals nach Rajach. Über die Verlängerung dieser Straße gelangt man über die Ortschaften Hof nach Kleinlerch und in der Folge nach Großlerch.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Besiedelung von Kleinlerch geht auf die Schwaige (Urhof) „am Kleinlerch“ zurück. Der Hof unterstand der Grundherrschaft des Amtes Windisch-Matrei. Von Kleinlerch aus wurde die Raute (Neurodung) „Postot“ erschlossen, die dem Kellenamt Stuhlfelden unterstand.[1] Der Name des Weilers leitet sich von dem Flurnamen „Lerch“ ab, der einen Abhang zwischen dem Kreuzberg und dem Stanzling bezeichnet. Die sich südlich anschließende „Großlercher Lietn“ bezieht sich in der Folge auf das Gebiet südlich des Lerch zwischen dem Birkenbach und dem Großlercherbach, während „Kleinlercher Lietn“ das Gebiet zwischen Großlercherbach und den Zathammerbach beschreibt.[2] Von der Ortschaft Kleinlerch leitet sich in der Folge der Familienname Kleinlercher ab.[1]
Laut dem Franziszeischen Kataster bestand Kleinlerch Mitte des 19. Jahrhunderts aus einem kleinen Weiler um die Kapelle Maria zum guten Rat sowie weiteren Bauernhöfen zwischen Zathammerbach und Brechlochtal. Um die Kapelle befanden sich zu jener Zeit die Hofstellen Rainer (heute Lerch 4), Kristler (Lerch 7) und Holzer (Innerholzer und Außerholzer, Lerch 6a bzw. 6b). Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich auch der Bauernhof Elsen nahe der Kapelle. Der Paarhof (heute Lerch 5) wurde jedoch später etwas östlich der übrigen Höfe neu errichtet. Zur Zeit des Franziszeischen Kataster befanden sich drei weitere Bauernhöfe zwischen Zathammerbach und Brechlochtal, die von Norden nach Süden angeordnet waren. Es handelte sich dabei um die Hofstellen Oberhauser, Maschler (Lerch 8) und Lukaser (Lerch 9). Auf der Hofstelle Oberhauser, die heute nicht mehr existiert wurden nach 1991 Neubauten errichtet.[3]
Bauwerke und sakrale Kunst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bedeutendstes Bauwerk in Kleinlerch ist die denkmalgeschützte Kapelle Maria zum guten Rat, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Vor ihr befindet sich ein Wegkreuz aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Weitere Wegkreuze befinden sich auf den Hofstellen Kristler (2. Hälfte 19. Jahrhundert) und Maschler (Mitte 18. Jahrhundert). Neben den sakralen Kunst- und Bauwerken listet das Tiroler Kunstkataster auch mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude.
Das Wohngebäude des Paarhofes Holzer stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert und wurde hangseitig vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts erweitert sowie 1960 im Dachbereich ausgebaut. Der zweigeschoßige Kantblockbau wurde über einem aus Bruchsteinmauerwerk ausgeführten Kellerfundament errichtet und durch ein Blockpfettendach geschützt. An der Giebelfassade befinden sich ebenerdig, im Obergeschoß sowie im Giebel jeweils ein Söller.[4] Das zugehörige Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde nach 2015 abgetragen und durch einen Neubau ersetzt.[5]
Das Wohngebäude des Paarhofes Elsen wurde Ende des 19. Jahrhunderts als dreigeschoßiger Wohnbau errichtet. Es verfügt über ein gemauertes Kellerfundament sowie ein gemauertes Erdgeschoß, über dem zwei GEschoße in Kantblockbauweise gezimmert wurden. Giebelseitig und traufseitig finden sich Söller vorgelagert.[6] Das zugehörige Wirtschaftsgebäude stammt aus derselben Bauzeit wie das Wohngebäude. Es wurde ebenfalls dreigeschoßig ausgeführt und über gemauertem Fundament in Kantblocjbauweise errichtet. Über dem ebenerdigen Stall befindet sich die Tenne und im Dachraum eine Heulege.[7]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Hans Ladstätter: Die Namen der Schwaigen und Familien in Defereggen. In: Osttiroler Heimatblätter. Heimatkundliche Beilage des "Osttiroler Bote". Nr. 7, 27. Juli 1967
- ↑ Tiroler Rauminformationssystem
- ↑ vgl. Franzi bzw. Tiroler Rauminformationssystem
- ↑ Wohngebäude eines Paarhofes, Mittelflurgrundriss, Holzer. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 26. Oktober 2026.
- ↑ Wirtschaftsgebäude eines Paarhofes, Holzer. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 26. Oktober 2026.
- ↑ Wohngebäude eines Paarhofes, Mittelflurgrundriss, Elsen. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 26. Oktober 2026.
- ↑ Wirtschaftsgebäude eines Paarhofes, Elsen. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 26. Oktober 2026.
