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Großlerch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Großlerch (Weiler)
Großlerch (Österreich)
Großlerch (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Lienz (LZ), Tirol
Pol. Gemeinde Hopfgarten in Defereggen  (KG Hopfgarten in Defereggen)
Ortschaft Lerch
Koordinaten 46° 55′ 37″ N, 12° 29′ 5″ OKoordinaten: 46° 55′ 37″ N, 12° 29′ 5″ Of1
f3f0
Einwohner der stat. Einh. 22 (1981)
Postleitzahl 9962f1
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Hopfgarten in Defereggen (70709 000)
Bild
Bauernhof Draußern
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

Großlerch ist ein Weiler der Ortschaft Lerch in der Gemeinde Hopfgarten in Defereggen im Defereggental (Osttirol).

Großlerch liegt in rund 1.500 Metern Höhe am Südwestabhang des Verbindungsgrates zwischen dem Kreuzberg und dem Stanzling. Die Siedlung wird im Westen durch den Birkenbach von den Einzelsiedlungen Birk und Köfele (Gemeinde St. Veit in Defereggen) und im Osten von Kleinlerch durch den Großlercherbach getrennt. Großlerch ist über die Verlängerung der Rajachstraße (L 74) erreichbar. Die Rajachstraße zweigt vom Dorfzentrum von Hopfgarten zunächst nach Norden ab und führt danach nach Westen entlang der Sonnseite des Defereggentals nach Rajach. Über die Verlängerung dieser Straße gelangt man über die Ortschaften Hof und Kleinlerch nach Großlerch. Nach Köfele führt lediglich ein Fußweg.

Großlerch besteht aus den Hofstellen Drindan (Lerch 1), Damittern (Lerch 2) und Draußern (Lerch 3), die mit ihren jeweiligen Wirtschaftsgebäuden eng zusammenstehen. Alle drei Hofstellen werden noch landwirtschaftlich bewirtschaftet.[1]

Die Besiedelung von Großlerch geht auf die Schwaige (Urhof) „am Großlerch“ zurück. Der Hof unterstand der Grundherrschaft der Grafen von Welsperg. Von Großlerch aus wurden die Rauten (Neurodungen) „am Potlaß“, „am Plasischg“ sowie die Schneiderraut erschlossen.[2] Der Name des Weilers leitet sich von dem Flurnamen „Lerch“ ab, der einen Abhang zwischen dem Kreuzberg und dem Stanzling bezeichnet. Die sich südlich anschließende „Großlercher Lietn“ bezieht sich in der Folge auf das Gebiet südlich des Lerch zwischen dem Birkenbach und dem Großlercherbach, während „Kleinlercher Lietn“ das Gebiet zwischen Großlercherbach und den Zathammerbach beschreibt.[3] Von der Ortschaft Großlerch leitet sich in der Folge der Familienname Großlercher ab.[2]

Laut dem Franziszeischen Kataster bestand Großlerch Mitte des 19. Jahrhunderts aus zwei bzw. drei Wohngebäuden, die sich nebeneinander befanden. Der westliche Hof gehörte dem Bauern Rupert Plassnigg (Innergrosslercher), die beiden östlichen Wohngebäude waren aneinander gebaut oder geteilt und standen im Besitz von Josefa Schmiedsrautter bzw. Johann Ploner (Aussergrosslercher). Während sich die heutigen Höfe „Drindan“ (ehemals Innergrosslercher, Lerch 1) und Draußern (ehemals Außergrosslercher, Lerch 3) immer noch am selben Bauplatz befinden, wurde das mittlere Wohngebäude entfernt und nördlich anschließend an die anderen Höfe neu als Bauernhof „Damittern“ (Lerch 2) errichtet.[4]

Großlerch wurde von der Statistik Austria lange Zeit nicht extra ausgewiesen, sondern bei der Ortschaft Lerch mitgezählt. Zwischen 1951 und 1981 wies Großlerch jeweils drei Wohngebäude auf, in denen zwischen 22 und 29 Menschen lebten.[5]

Bauwerke und sakrale Kunst

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Während im Franziszeischen Kataster noch zwei Wegkreuze eingezeichnet waren, befindet sich heute kein Wegkreuz mehr in Großlerch. Das Tiroler Kunstkataster weist für Großlerch fünf Objekte auf. Das Wohngebäude Drindan (Lerch 1) stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, wobei das viergeschoßige Wohngebäude eines Paarhofes in Hanglage aus einem gemauerten Kellerfundament und einem Baukörper in Kantblockweise besteht.

Das Wohngebäude Damittern (Lerch 2) wurde Ende des 19. Jahrhunderts in ähnlicher Bauweise errichtet und besitzt einen nach drei Seiten umlaufenden Söller. Das zu Damittern gehörende Wirtschaftsgebäude besitzt ein Fundament aus Bruchsteinmauerwerk und einen als Kantblockbau gezimmerten Baukörper mit Stall, Tenne und Heulege.

Für die Hofstelle Draußern (Lerch 3) weist das Tiroler Kunstkataster zwei Wirtschaftsgebäude, wobei das große, dreigeschoßige Wirtschaftsgebäude des Paarhofes in steiler Hanglage mit Satteldach errichtet wurde. Ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert stammend wurde das Wirtschaftsgebäude Mitte des 20. Jahrhunderts mit gemauertem und verputzten Stallgeschoß neu aufgebaut und der darüberliegende Baukörper als Ständerbau ausgeführt. Über dem Stall befinden sich die Tenne und eine Heulege, an der südlichen Giebelfassade ein Söller. Des Weiteren listet das Tiroler Kunstkataster ein kleines, eingeschoßiges Nebengebäude mit Satteldach und Kantblockbau auf Bruchsteinfundament für die Hofstelle Draußern.

Commons: Großlerch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Tiroler Rauminformationssystem, Stand Oktober 2026
  2. 1 2 Hans Ladstätter: Die Namen der Schwaigen und Familien in Defereggen. In: Osttiroler Heimatblätter. Heimatkundliche Beilage des "Osttiroler Bote". Nr. 7, 27. Juli 1967
  3. ↑ Tiroler Rauminformationssystem
  4. ↑ vgl. Franzi bzw. Tiroler Rauminformationssystem
  5. ↑ Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1981. Tirol. Wien 1984, S. 110