Kleinbrach
Kleinbrach Große Kreisstadt Bad Kissingen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 14′ N, 10° 4′ O |
| Höhe: | 208 m ü. NHN |
| Fläche: | 2,42 km²[1] |
| Einwohner: | 352 (30. Juni 2025)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 145 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 97688 |
| Vorwahl: | 0971 |
| Name | Amtszeit |
|---|---|
| Jörg Metz | erste bekannte Erwähnung: 1705 |
| Johann Valtin Meder | erste bekannte Erwähnung: 1756 |
| Michel Schlereth | erste bekannte Erwähnung: 1797 |
| Georg Weidmann | erste bekannte Erwähnung: 1821 |
| Valtin Hahn | erste bekannte Erwähnung: 1828 |
| Johann Mahlmeister | erste bekannte Erwähnung: 1841 |
| Johann Morper [Vorname unsicher] | 1858–1863 |
| Cyriak Brust | 1863–1869 |
| Hofmann [Vorname unbekannt] | 1870–1876 |
| Reuß [Vorname unbekannt] | 1876–1888 |
| Johann Morper | 1888–1894 |
| Anton Büttner | 1900–1905 |
| Karl Hahn | 1906–1924 |
| Stefan Stürzenberger | 1925–1933 |
| Richard Schlereth | 1933–1944 |
| Walter Dürrstein | 1944–1945 |
| Richard Hahn | 1945–1964 |
| Emil Hammerle | 1964–1972 |
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georg Hirschbrich (* 16. September 1939 in Guhrau, Niederschlesien; † 23. Januar 2012 in Würzburg), von 1974 bis 2009 Pfarrer von Hausen und Kleinbrach
Ehrenbürger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stefan Stürzenberger; Bürgermeister von 1925 bis 1933. Ernennung: 1970
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]St.-Dionysos-Klösterchen
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Am Standort der Kirchenwüstung St. Dionysius in einer Schleife der Fränkischen Saale bei Kleinbrach befand sich möglicherweise das Kloster Brachau und die für das 14. Jahrhundert belegte und Anfang des 16. Jahrhunderts zerfallene Klosterzelle St. Dionysius.[7.1] Die letzte datierte Nachricht über die Existenz der Kirche stammt aus dem Jahre 1503. Anno 1556 berichtet man von einem „Instrumentum über den Ablass St. Dionysii – Bruder zu St. Dionysien“. Für das Jahr 1845 ist an dieser Stelle eine Ruine mit Spuren einer Kapelle bezeugt.[17]
Im November 1936 fanden zwei Kleinbracher Bürger bei privaten Ausgrabungen ein Skelett und nahmen den Schädel mit.[13.4] Auf Empfehlung von Max H. von Freeden, dem zuständigen Sachbearbeiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, erfolgte im Januar 1937 auf dem Bad Kissinger Kapellenfriedhof die Bestattung des Schädels.[13.4]
Bei archäologischen Ausgrabungen durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege von 1989 bis 1991 konnten die Existenz eines größeren Friedhofes nachgewiesen und die Pfostenstellungen iner einfachen hölzernen Saalkirche freigelegt werden.[7.1] Der rekonstruierte Grundriss ist für die Öffentlichkeit zugänglich.[7.1]
Wehranlage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine erste Wehranlage von Kleinbrach entstand im Jahr 1764 unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim zur Versorgung des Hausener Schönbornsprudels mit Wasser.[6.3] Die heutige Wehranlage stammt von 1908 und befindet sich an der Stelle des alten Wehrs aus dem 18. Jahrhundert. Von der ursprünglichen Anlage sind das um 1770 entstandene Wehrhaus und das Nebenhaus erhalten geblieben.
Echo
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kleinbracher Echo entstand, als im Jahr 1846 der von der Kleinbracher Wehranlage zum Hausener Schönbornsprudel führende Kanal durch einen Tunneldurchstich um 1,5 Kilometer verkürzt werden sollte. Das Projekt scheiterte jedoch, vermutlich aus finanziellen Gründen.[6.2][10] Der begonnene Tunneldurchstich ist erhalten geblieben und bekam wegen seiner Schallwirkung den Namen Echo.[6.4]
Kirche St. Joachim und Anna
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach Abriss der früheren Kleinbracher Kirche entstand von 1882 bis 1883 die heutige St. Joachim und Anna-Kirche nach Plänen des Kreisbaumeisters von Morandell mit einem von Valentin Weidner gestalteten Altar und Malereien von Jakob Bissinger.[12][13.5][7.2][14] Die Eingemeindung nach Bad Kissingen im Jahr 1972 ermöglichte von 1981 bis 1984 eine umfassende Renovierung der Kirche.[16.3] Im Jahre 2021 wurde durch eine Spendenaktion eine neue Sakralorgel[18] mit externer Abstrahlungsanlage erworben. Hierbei handelt es sich um eine Gloria Optimus 2.31 aus dem Hause Kisselbach.
Luitpoldsprudel neu
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weil der im Nachbarort Großenbrach (Gemeindeteil von Bad Bocklet) gelegene Luitpoldsprudel von Überschwemmung bedroht war, fand Mitte der 1980er Jahre auf der Gemarkung von Kleinbrach eine Neubohrung statt.[6.3] Der in Kleinbrach gebohrte Brunnen bekam den Namen Luitpoldsprudel neu,[6.5] während der Gro ßenbracher Sprudel nun Luitpoldsprudel alt[6.6] genannt wurde. Trotz der geographischen Nähe fördern beide Sprudel unterschiedliches Wasser.[6.7]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Eberth: Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach, Band 1. Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2009.
- Werner Eberth: Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach, Band 2. Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2010 [Geschichte der Salinen und Quellen in Hausen].
- Werner Eberth: Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach, Band 3. Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2011.
- Thomas Ahnert und Peter Weidisch (Hrsg.): 25 Jahre große Kreisstadt Bad Kissingen – Ein Stadtmagazin, Bad Kissingen, Verlag Stadt Bad Kissingen, 1997. ISBN 3-00-001787-9.
- Kleinbrach, In: Denis A. Chevalley, Stefan Gerlach: Denkmäler in Bayern – Stadt Bad Kissingen, 1998. ISBN 3-87490-577-2.
- Archäologische Denkmäler – Bad Kissingen-Kleinbrach, In: Denis A. Chevalley, Stefan Gerlach: Denkmäler in Bayern – Stadt Bad Kissingen, 1998. ISBN 3-87490-577-2.
- Michael Mott: Das frühmittelalterliche „fuldische“ Klösterchen Brachau / 823 als Monasterium Brachau an das Kloster Fulda geschenkt, in: „Buchenblätter“ Fuldaer Zeitung, 87. Jahrg., Nr. 13, 2. Juli 2014, S. 49f; Nr. 14, 15. Juli 2014, S. 54f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kleinbrach. In. BadKissingen.de
- Kleinbrach in der Ortsdatenbank von bavarikon.
- Kleinbrach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 14. Februar 2026.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Gemarkung Kleinbrach (090228). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 14. Februar 2026.
- ↑ Wohnbevölkerung der Großen Kreisstadt Bad Kissingen. In: badkissingen.de. 30. Juni 2025, abgerufen am 14. Februar 2026.
- ↑ Große Kreisstadt Bad Kissingen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 31. Dezember 2024.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Februar 2026.
- ↑ Dobenecker, Reg. Thur. I 386.
- Werner Eberth: Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach, Band 2, 2010
- Denis A. Chevalley, Stefan Gerlach: "Denkmäler in Bayern - Stadt Bad Kissingen, 1998
- ↑ Dronke E. F. J., Codex Diplom. Fuldensis 410
- ↑ Herbert Schultheis: Bad Bocklet – Geschichte der Ortsteile Aschach und Großenbrach (= Bad Neustädter Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde Frankens, Band 6). Bad Neustadt a. d. Saale 1996, S. 134
- 1 2 Erläuterung am Echo korrigiert: Nicht Technik, sondern Geld war das Problem – Main-Post-Artikel vom 14. März 2011
- Werner Eberth: Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach, Band 1, 2009"
- 1 2 Werner Eberth: Valentin Weidner. In: Kissinger Hefte, Band 1, Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 1992, S. 40–41
- Werner Eberth: Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach, Band 3, 2011"
- 1 2 Werner Eberth: 100 Jahre Kirche St. Joachim und Anna in Kleinbrach. Quellen-Blätter Nr. 125 und 126
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 426.
- Thomas Ahnert und Peter Weidisch (Hrsg.): 25 Jahre große Kreisstadt Bad Kissingen – Ein Stadtmagazin, Bad Kissingen, Verlag Stadt Bad Kissingen, 1997
- ↑ Johannes Wilhelm Rost: Die alte Ruine zwischen Groß- und Kleinbrach. In: Arch. des Histor. Vereins (AFUA), Band 9, 1846, Würzburg, S. 146ff.
- ↑ Kirchenorgel Kirche Kleinbrach, auf heimat-foerdern.viele-schaffen-mehr.de
