Kirchroth
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 57′ N, 12° 33′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Straubing-Bogen | |
| Höhe: | 325 m ü. NHN | |
| Fläche: | 42,82 km² | |
| Einwohner: | 3964 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 93 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94356 | |
| Vorwahl: | 09428 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SR, BOG, MAL | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 78 141 | |
| LOCODE: | DE KHZ | |
| Gemeindegliederung: | 25 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Regensburger Str. 22 94356 Kirchroth | |
| Website: | www.kirchroth.de | |
| Erster Bürgermeister: | Matthias Fischer[2] (FW) | |
| Lage der Gemeinde Kirchroth im Landkreis Straubing-Bogen | ||




Kirchroth (bairisch: Kiachroud)[3] ist eine Gemeinde und eine Gemarkung im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Donau-Wald zwischen Regensburg und Deggendorf am südwestlichen Rand des Naturparks Bayerischer Wald. Ausläufer des Bayerischen Waldes befinden sich im Gemeindegebiet. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist der Eichelberg mit 435 m ü. NHN.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe auch: Systematische Gliederung der Gemeindeteile von Kirchroth
Es gibt 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5][6]
- Aufroth (Dorf)
- Bachhof (Weiler)
- Breimbachmühle (Einöde)
- Eichlberg (Dorf) seit 1947 verbunden mit Pillnach
- Kiefelmauth (Ödung)
- Kirchroth (Pfarrdorf)
- Kößnach (Kirchdorf)
- Krumbach (Dorf)
- Leiten (Weiler)
- Neudau (Dorf)
- Neumühl (Einöde)
- Neuroth (Dorf)
- Niederachdorf (Kirchdorf)
- Obermiethnach (Dorf)
- Oberzeitldorn (Dorf)
- Pichsee (Einöde)
- Pillnach (Dorf)
- Pittrich (Dorf)
- Pondorf (Pfarrdorf)
- Roith (Dorf)
- Stadldorf (Dorf)
- Thalstetten (Dorf)
- Untermiethnach (Dorf)
- Wasenhof (Einöde)
- Weiher (Dorf)
Der Gemeindeteil Hundsschweif wurde am 8. September 1986 aufgehoben.[7]
Gemarkungen sind Kirchroth, Kößnach, Niederachdorf, Obermiethnach, Oberzeitldorn, Pillnach, Pittrich, Pondorf und Stadldorf.[8]
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stadt Wörth a.d.Donau, Wiesenfelden, Steinach, Parkstetten, Stadt Straubing, Aholfing
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis zur Gemeindegründung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits im 11. Jahrhundert werden die Herren von Kirchroth als Ministerialen der Grafen von Bogen genannt. Kirchroth war lange Bestandteil der zum Hochstift Regensburg zählenden Reichsherrschaft Wörth.[9] Die Hofmark Kirchroth befand sich dabei von 1530 bis 1810 im Besitz des Regensburger Domkapitels und hatte damit eine Sonderstellung innerhalb der Reichsherrschaft Wörth. 1803 fiel Kirchroth mit dem Hochstift als Fürstentum Regensburg an den Reichserzkanzler von Dalberg und kam 1810 zu Bayern.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde mit den Teilorten Hundsschweif und Thalstetten.
Sie gehörte ab 1862 dem Bezirksamt bzw. Landkreis Regensburg an und wurde 1946 in den Landkreis Straubing eingegliedert.
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rahmen der Gemeindegebietsreform entstand am 1. Mai 1978 die Einheitsgemeinde Kirchroth aus Gemeinden[10]
- Kirchroth (825 Einwohner)
- Kößnach (550 Einwohner)
- Oberzeitldorn (537 Einwohner)
- Obermiethnach (96 Einwohner)
- Pillnach (328 Einwohner)
- Pondorf (150 Einwohner)
- Niederachdorf (1547 Einwohner, einschl. des 1830 eingemeindeten Stadldorf)
sowie aus den Gemeindeteilen
- Aufroth,
- Neumühl und
- Neuroth (zusammen 242 Einwohner),
die aus der Gemeinde Saulburg umgegliedert und der Gemarkung Kirchroth zugeschlagen wurden.
Anmerkung: (Einwohnerstand: 31. Dezember 2016)[11]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3172 auf 3762 um 590 Einwohner bzw. um 18,6 %.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1961 | 2420 |
| 1970 | 2608 |
| 1987 | 3104[12] |
| 1991 | 3338 |
| 1995 | 3479 |
| 2000 | 3582 |
| 2005 | 3690 |
| 2010 | 3726 |
| 2015 | 3660 |
| 2016 | 3691 |
| 2017 | 3733 |
| 2024 | 3958 |
Gemeindeteile
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frühere Verwaltungszugehörigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während Kirchroth Bestandteil der zum Hochstift Regensburg zählenden Reichsherrschaft Wörth war, gehörten die heutigen Gemeindeteile Kößnach, Pittrich, Bachhof, Neudau, Pichsee, Thalstetten, Aufroth, Neuroth und Neumühl alle zum kurbayerischen Landgericht Mitterfels.
Kößnach
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnete die amerikanische Militärregierung am 1. August 1945 die Eingliederung der Gemeinde Kirchroth in die Gemeinde Kößnach an, verbunden mit der Umgliederung der Gemeinde vom Regierungsbezirk Oberpfalz nach Niederbayern. Am 1. Januar 1946 wurde die Gemeinde Kirchroth wieder selbständig, verblieb aber im Regierungsbezirk Niederbayern. Die Ortschaft Thalstetten, vorher Gemeinde Kößnach, verblieb bei der Gemeinde Kirchroth, wofür sich auch deren Bewohner in einer Abstimmung ausgesprochen hatten.[13][14]
Ehemaliges Gut Kiefelmauth
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gut Kiefelmauth gehörte einst zum Mittergebiet Wörth an der Donau und lag etwa eineinhalb Kilometer flussaufwärts der Donau bei Niederachdorf. Seine Entstehung geht auf einen Streit zwischen den Bischöfen Konrad von Regensburg und Wolfker von Passau zurück. Etwa um 1200 legte Bischof Konrad eine Salzzollstelle an, um alle donauaufwärts fahrenden Schiffe und vor allem die seines Mitbruders mit Zoll zu belegen. Nachdem der Passauer Bischof alle Häute, die donauabwärts transportiert wurden ebenfalls mit Zoll belegte, einigte man sich am 29. Mai 1201 und beendete diesen Streit. Die Fahrfreiheit war wieder gegeben. Die Regensburger legten etwas später allerdings an wahrscheinlich gleicher Stelle wieder eine Zollstelle an. Kiefelmauth gehörte seit 1818 zur Gemeinde Niederachdorf.
Das landwirtschaftliche Gut wurde im Zuge des Donauausbaus 1982 an den Flurbereinigungsverband verkauft und 1985 bis auf die ehemalige Hofkapelle und das Fährhäuschen abgebrochen. Sie sind Zeitzeugen einer über 800-jährigen Geschichte.[15][16]
Ehemalige Donaufähren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Flussabwärts, linksseits der Donau zwischen Wörth und Straubing, gab es früher drei Fähren auf dem heutigen Gemeindegebiet.[17]
- Donaufähre zwischen Pittrich und Niedermotzing (Die Fähre bestand bis 1924; erste schriftliche Nachweise finden sich aus dem Jahr 1382.)
- Fähre zwischen Niederachdorf und Aholfing (etwa um das Jahr 1860 errichtet, 1979 eingestellt)
- Donaufähre zwischen dem Gut Kiefelmauth und Irling – Gmünd (älteste ehemalige Fährstelle „Küfelmauth“. Entstanden aus einer Salzzollstelle um 1200, durch einen Streit zwischen den Bischöfen Konrad von Regensburg (1186–1204) und Wolfker von Passau. Die Fähre ist bereits 1399 als Urfahr mit einem Farm bezeugt. Das Fährrecht lag auf dem Gut, 1966 wurde sie stillgelegt; das Fährhäuschen besteht heute noch.)
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat besteht aus 16 Gemeinderatsmitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Auf die CSU fallen seit der Kommunalwahl 2020 6 Sitze, die Freien Wähler Kirchroth 6 Sitze, die Obermiethnacher List'n 2 Sitze, die Freien Wähler Aufroth 1 Sitz und die Offene Liste Pillnach 1 Sitz.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1. Mai 2020 ist Matthias Fischer (FW) erster Bürgermeister,[2] zweiter Bürgermeister ist Alfons Eiglsperger (FW), dritter Bürgermeister ist Ludwig Bast (CSU).
Liste der Ersten Bürgermeister:
- 1978–2008: Karl Wanninger (CSU)
- 2008–2020: Josef Wallner (CSU)
- 2020–dato: Matthias Fischer (FW)
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte silberne Spitze, darin ein rotes Tatzenkreuz, gespalten von Blau und Rot, vorne ein linker silberner Schrägwellenbalken, hinten ein silberner Schrägbalken.“[18] | |
| Wappenbegründung: Die Hauptfigur des Wappens, das rote Tatzenkreuz soll ein redendes Symbol für den Ortsnamen Kirchroth (Kreuz für Kirch-, rot für -roth) sein und verweist zugleich auf die bekannten Wallfahrten im Gemeindegebiet, St. Gangolf in Kößnach und zum Heiligblut in Niederachdorf (ehemaliges Maristenkloster). Der silberne Schrägwellenbalken symbolisiert die Donau und die von ihr gestalteten Landschaftsformen, die Donauauen und den Pittricher Donaubogen; Silber und Blau sind zudem die Farben Bayerns, der Wittelsbacher, die diese von den Grafen von Bogen übernommen haben. Ein Teil des Gemeindegebiets, Kößnach, Neudau, Pichsee, Thalstetten, Aufroth und Neuroth, gehörte zum kurbayerischen Pfleggericht Mitterfels. Mit Blick auf die nahegelegene Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg – einer der ältesten Marienwallfahrtsorte Bayerns – kann man die Farben Weiß und Blau, die für die Hl. Maria stehen, auch als Symbol der Schutzpatronin des Bayernlandes auffassen. Der silberne Schrägbalken in Rot repräsentiert das Hochstift und das Domkapitel Regensburg, die für die Geschichte Kirchroths herrschaftsgeschichtlich besonders wichtig waren. Die Hofmark Kirchroth befand sich von 1530 bis 1810 im Besitz des Regensburger Domkapitels und hatte damit eine Sonderstellung in der bischöflichen Reichsherrschaft Wörth.
Dieses Wappen wird seit 1981 geführt.[18] |

