Das MineralKinoshitalith ist ein selten vorkommendes Schichtsilikat aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Ba,K)(Mg,Mn,Al)3[(OH,F,O)2|Al2Si2O10][3]. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Barium und Kalium sowie Magnesium, Mangan und Aluminium im Kationenbereich können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals. Das Gleiche gilt für das Hydroxidion, Fluor und Sauerstoff als zusätzliche Anionen.
Kinoshitalith ist durchscheinend und entwickelt nur kleine, schuppenförmige Kristalle bis etwa einen Millimeter Größe mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Er zeigt überwiegend eine gelblichbraune Farbe, in dünnen Schichten ist er allerdings hellgelb bis farblos.
Erstmals entdeckt wurde Kinoshitalith in der „Noda-Tamagawa-Mine“ (野田玉川鉱山, Noda-Tamagawa kōzan; 40°4′58″N, 141°49′3″O40.082777777778141.8175), genauer im dortigen „Misago“-Erzkörper, und beschrieben 1973 durch M. Yoshii, K. Maeda, T. Kato, T. Watanabe, S. Yui, A. Kato und K. Nagashima, die das Mineral nach Kameki Kinoshita (1896–1974) benannten, um dessen Forschungsarbeiten bezüglich der japanischen Erzlagerstätten zu ehren.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Kinoshitalith in die Abteilung der „Schichtsilikatminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Anandit, Bityit, Clintonit, Ferrokinoshitalith, Ganterit, Margarit und Oxykinoshitalith in der „Glimmergruppe (Margarit-Untergruppe)“ mit der System-Nr. 71.02.02c innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Schichten von sechsgliedrigen Ringen mit 2:1-Lagen“ zu finden.
Der bisher einzige bekannte Fundort in Deutschland ist der Steinbruch „Caspar“ am Ettringer Bellerberg bei Ettringen in der Eifel (Rheinland-Pfalz).
Weitere bisher (Stand: 2013) bekannte Fundorte sind die „Brunswick No.12 Mine“ im Gloucester County (New Brunswick) in Kanada, die hydrothermale Uranlagerstätte Rožná in der tschechischen Region Kraj Vysočina, die Rhodonit-Fundstätte im Muzeinyi-Tal in Kirgisistan, Otjosondu in der Region Otjozondjupa in Namibia, die Gruben „Jakobsberg“ und „Kittel“ und bei Långban in Schweden sowie die „Incline Sanbornite“-Lagerstätte bei Trumbull Peak im Mariposa County (Kalifornien) und die „Hutter Mine“ im Pittsylvania County (Virginia) in den USA.[9]
M. Yoshii, K. Maeda, T. Kato, T. Watanabe, S. Yui, A. Kato, K. Nagashima:Kinoshitalite, a new mineral from the Noda-Tamagawa mine, Iwate Prefecture. In: Chigaku Kenkyu. Band24, 1973, S.181–190 (japanisch, rruff.info[PDF; 1,3MB; abgerufen am 9.März 2022]).
Michael Fleischer, G. Y. Chao, A. Kato:New mineral names. In: American Mineralogist. Band60, 1975, S.485–489 (englisch, rruff.info[PDF; 623kB; abgerufen am 9.März 2022]).
Kinoshitalite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 9.März 2022(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.670 (englisch).
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Kinoshitalite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 76kB; abgerufen am 9.März 2022]).
123Kinoshitalite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 9.März 2022(englisch).