Kastell Hunzel
| Kastell Hunzel | ||
|---|---|---|
| Limes | ORL 5 (RLK) | |
| Strecke (RLK) | Obergermanischer Limes, Strecke 2 (Lahn-Aar) | |
| Datierung (Belegung) | Mitte 2. Jh. (ersetzte Kastell Marienfels) bis Mitte 3. Jh. | |
| Typ | Numeruskastell | |
| Einheit | unbekannter Numerus | |
| Größe | 84 m × 89 m = 0,75 ha | |
| Bauweise | Stein | |
| Erhaltungszustand | nicht sichtbares Bodendenkmal | |
| Ort | Hunzel/Nastätten | |
| Geographische Lage | 50° 14′ 47,9″ N, 7° 49′ 40,3″ O | |
| Höhe | 270 m ü. NHN | |
| Vorhergehend | Kleinkastell Becheln (nordwestlich) | |
| Anschließend | Kleinkastell Pohl (östlich) | |
| Rückwärtig | ORL 5a: Kastell Marienfels (südlich; zeitlich vorausgehend) | |
| ORL[2] | Name/Ort | Beschreibung/Zustand |
| ORL 5[3] | Kastell Hunzel | siehe oben |
| Wp 2/19[4] | „Auf dem Hinterfeld“ | Die Turmstelle[5] konnte von Ernst Fabricius, der im Jahr 1900 hier als Streckenkommissar die Grabungen der Reichs-Limeskommission leitete, nur noch anhand einer hohen Fund- und Brandschuttkonzentration einigermaßen bestimmt werden. Da auch der Limesgraben in diesem Bereich nicht mehr sonderlich ausgeprägt erhalten ist (3,50 m Breite bei 1,05 m Tiefe), kann davon ausgegangen werden, dass der Turm durch intensive Beackerung oder Abschwemmung des Geländes im Laufe der Jahrhunderte abgetragen worden ist. |
| Wp 2/20 | „Auf dem Billscheskopf“ | Einen vermuteten Holzturm konnte man auch bei einer zweiten Grabung im Jahre 1900 nicht nachweisen. Heute ist in dem Gelände nichts mehr zu erkennen. |
| Wp 2/21 | „Am Landgraben“ | Der quadratische Steinturm[7] besaß eine Seitenlänge von rund 4,50 m und 80 cm mächtige Mauern. Er war von einem rechteckförmig verlaufenden Graben umgeben, dessen größte Breite mit 1,50 m und dessen maximale Tiefe mit 60 cm ermittelt wurden. An der dem Limesgraben zugewandten, nördlichen Seite war der Drainagegraben unterbrochen, an seiner südöstlichen Ecke begann ein Abflussgraben. Die beiden Holztürme[8] befanden sich auf ein und derselben, etwa 8,50 m durchmessenden Plattform, die von einem inneren und einem äußeren Ringgraben umgeben war. Der Durchmesser des inneren Grabens betrug etwa 12 Meter (bei einer Breite von 3,30 m), der des äußeren Grabens belief sich auf rund 19 Meter (bei einer Breite von 2,50 m). Nur der innere Ringgraben wies an seiner nördlichen Seite eine Unterbrechung auf. In die Plattform waren die Pfostensetzungen der beiden Holztürme eingetieft. Die Pfosten des inneren Turms waren 30 cm stark, ihr Abstand voneinander betrug 2,61 m.[9] Die Pfosten des äußeren Turms lagen bei einer Pfostenstärke von 33 cm mal 35 cm 4,92 m[9] voneinander entfernt. Die Befunde zeigten eindeutig, dass es sich bei dem inneren um den älteren der Türme handelte, der durch ein Feuer zerstört worden war. Wall und Graben des Limes verliefen unmittelbar nördlich der Turmstelle, wobei die Ringgräben der Holzturmstelle vom Wall überschnitten wurden. Sowohl der Wall als auch der große Graben, nicht jedoch der Palisadengraben, wiesen unmittelbar nordwestlich der Steinturmstelle eine schmale Unterbrechung auf. Die Turmstelle ist noch heute im Gelände ausfindig zu machen. |
| Wp 2/22 | Quadratischer Steinturm[10] mit einer Seitenlänge von 5,40 m und einer Mauerstärke von 85 cm. Der Turm befand sich 32 m von der Sohlenmitte des großen Grabens entfernt, der an dieser Stelle 5,80 m breit und 1,60 m tief war. Der Graben wies in diesem Bereich keine Unterbrechung auf. Ein älterer Holzturm konnte nicht festgestellt werden. Heute ist im Gelände nichts mehr zu erkennen. | |
| Wp 2/23 | Vermutete, aber nicht sicher nachgewiesene Turmstelle[11] in unmittelbarer Nähe des Kleinkastells Pohl. | |
| KK[12] | Kleinkastell Pohl | siehe Hauptartikel Kleinkastell Pohl |
Denkmalschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kastell Hunzel und die erwähnten Bodendenkmale sind als Abschnitt des Obergermanisch-Rätischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes. Außerdem sind die Anlagen Kulturdenkmale nach dem Denkmalschutz- und -pflegegesetz (DSchG)[13] des Landes Rheinland-Pfalz. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dietwulf Baatz: Der Römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. 4. Auflage. Gebr. Mann, Berlin 2000, ISBN 3-7861-2347-0, S. 109.
- Robert Bodewig in der Reihe Der obergermanisch-raetische Limes des Roemerreiches (Hrsg. Ernst Fabricius, Felix Hettner, Oscar von Sarwey): Abteilung B, Band 1, Kastell Nr. 5: Das Kastell Hunzel (1897).
- Ernst Fabricius, F. Hettner, O. von Sarwey (Hrsg.): Der obergermanisch-raetische Limes des Roemerreiches. Abteilung A, Band 1: Die Strecken 1 und 2 (1936).
- Cliff Alexander Jost: Der römische Limes in Rheinland-Pfalz. Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Koblenz 2003, ISBN 3-929645-07-6 (Archäologie an Mittelrhein und Mosel, Band 14), S. 150.
- Cliff Alexander Jost: Der obergermanisch-raetische Limes mit seinen Kastellen in Neuwied-Heddesdorf, Bad Ems, Marienfels und Hunzel. In: Hans G. Kuhn (Hrsg.): Professor Dr. Robert Bodewig. Bd. 2: Kleinere Schriften, Leben und Werk. Imprimatur, Koblenz 2005, ISBN 3-9807361-7-2, S. 310 ff.
- Margot Klee: Der Limes zwischen Rhein und Main. Theiss, Stuttgart 1989, ISBN 3-8062-0276-1.
- Margot Klee: Limes. Strecke 2, WP 2/1–2/34. In: Heinz Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Lizenzausgabe der Auflage von 1990, Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-60-0, S. 449.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kastell Hunzel auf der Webpräsenz des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz
- Kastell Hunzel auf der Webpräsenz der Deutschen Limeskommission
- Der bei Kastell Hunzel ( vom 15. Mai 2009 im Internet Archive) auf der alten Webseite der Touristinformation der Verbandsgemeinde Nastätten
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Das leicht abschüssige Gelände fällt von der Rückseite zur Prätorialfront um 5,50 m, von der rechten zur linken Kastellflanke um 6,10 m ab.
- ↑ ORL = Nummerierung der Limesbauwerke gemäß der Publikation der Reichs-Limeskommission zum Obergermanisch-Rätischen-Limes.
- ↑ ORL XY = fortlaufende Nummerierung der Kastelle des ORL.
- ↑ Wp = Wachposten, Wachturm. Die Ziffer vor dem Schrägstrich bezeichnet den Limesabschnitt, die Ziffer hinter dem Schrägstrich in fortlaufender Nummerierung den jeweiligen Wachturm.
- ↑ Wp 2/19 bei 50° 14′ 49,83″ N, 7° 49′ 54,09″ O.
- ↑ Wp 2/20 bei 50° 14′ 55,66″ N, 7° 50′ 30,74″ O.
- ↑ Wp 2/21 bei 50° 14′ 56,87″ N, 7° 51′ 7,66″ O.
- ↑ Wp 2/21 bei 50° 14′ 56,88″ N, 7° 51′ 8,47″ O.
- 1 2 Von Außenkante zu Außenkante gemessen.
- ↑ Wp 2/22 ungefähr bei 50° 15′ 3,32″ N, 7° 51′ 38,5″ O.
- ↑ Wp 2/23 ungefähr bei 50° 15′ 5,5″ N, 7° 52′ 4″ O.
- ↑ KK = nicht nummeriertes Klein-Kastell
- ↑ DschG bzw. DSchPflG RP ( des vom 14. Juli 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.







