Erstmals entdeckt wurde Karpathit bei Olenjowo (auch Olenevo) in der ukrainischenOblast Transkarpatien. Die Erstbeschreibung erfolgte 1955 durch G. L. Piotrowski (russischГ. Л. Пиотровский), der das Mineral nach dessen Typlokalität in den Karpaten (früher: Karpathen) benannte.
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist bisher nicht bekannt.[7][8]
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Karpathit zur Mineralklasse der „Organischen Verbindungen“ und dort zur Abteilung der „Kohlenwasserstoffe“, wo er zusammen mit Branchit (ehemals Hartit), Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Kratochvílit, Simonellit und dem inzwischen als fraglich geltenden Phylloretin sowie im Anhang mit Idrialin, Kladnoit, Refikit und den ebenfalls als fraglich geltenden Graebeit, Scharizerit und Ulmit die Gruppe der „Carbocyclischen Verbindungen“ mit der System-Nr. IX/B.02 bildete.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. IX/B.02-60. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Abteilung „Stickstoff-freie Kohlenwasserstoffe“, wo Karpathit zusammen mit Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Hoelit, Idrialin, Branchit, Kratochvílit, Phylloretin, Ravatit, Refikit, Simonellit und Wampenit eine Gruppe mit „Ringförmigen Strukturen“ bildet.[9]
Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Karpathit in die Abteilung der „Kohlenwasserstoffe“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt und das Mineral ist in der unbenannten Unterabteilung „10.BA“ zu finden, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 10.BA.30 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Karpathit ebenfalls in die Klasse und dort in die gleichnamige Abteilung der „Organischen Minerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 50.03.07 innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren (Kohlenwasserstoffe)“ zu finden.
Unter Bestrahlung mit langwelligem UV-Licht wird Karpathit zu einer kräftigen, strohgelben Fluoreszenz angeregt. Die Mohshärte beträgt wie die von Talk nur 1, was bedeutet, dass das Mineral bereits mit dem Fingernagel geritzt werden kann. Mit einer Dichte von 1,35 bis 1,4g/cm³ ist es nur wenig schwerer als Wasser (1 g/cm³).
Г. Л. Пиотровский:Карпатит – Новыи органический Минерал из Закарпатья. In: Минералогический Сборник Львовского Геологического Общества. Band9, 1955, S.120–127 (russisch, rruff.info[PDF; 1,4MB; abgerufen am 31.Oktober 2022] englische Übersetzung: G. L. Piotrovsky: Karpatite – a new organic mineral from Transcarpathia. In: Mineralogicheskii Sbornik).
Karpatite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 53kB; abgerufen am 31.Oktober 2022]).
Carpathite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 31.Oktober 2022(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.723 (englisch).
↑David Barthelmy:Karpatite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 31.Oktober 2022(englisch).
123Carpathite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 1.Februar 2023(englisch).
↑
Karpatite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 53kB; abgerufen am 1.Februar 2023]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.