Das Karlstal, früher Karlsthal, ist der etwa 4km lange Mittelabschnitt eines Kerbtals bei Trippstadt (Rheinland-Pfalz), das durch die Moosalbe ins Mittelgebirge des Pfälzerwalds eingeschnitten wurde. Der zentrale Teil, eine recht enge Felsenschlucht, misst gut 1km und ist unter der Nummer 335055 als NaturschutzgebietKarlstalschlucht registriert.
„Eines der schönsten Thäler, die ich in dieser Art gesehen … habe …, liegt in der Herrschaft Trippstadt …, damals das Karlstal genannt.“
– Friedrich Ludwig von Sckell
Auf Wunsch des Freiherrn nahm Sckell im gut 1km langen Zentrum der Schlucht Veränderungen vor und passte einen Wanderweg mit kleinen Holzbrücken und einem hölzernen Pavillon (mittlerweile erneuert) so in das Tal ein, dass der naturnahe Gesamteindruck eher noch verstärkt wurde. Das südwestlich unterhalb des Schlossparks liegende Karlstal sollte quasi dessen verlängerte natürliche Fortsetzung sein. Ursprünglich hieß es Wüstetal, dann erhielt es nach Freiherr Karl Theodor von Hacke den Namen Karlstal.[3]
Das gesamte Dominalgut Trippstadt, mit Schloss und Karlstal, wurde 1833 von ReichsratLudwig von Gienanth erworben.
Eine Eisentafel am Taleingang weist auf fürstlichen Besuch hin: Exkönig LudwigI. von Bayern, Großherzog LudwigIII. von Hessen-Darmstadt sowie Erzherzogin Hildegard von Österreich samt Gefolge besichtigten das Tal am 9.August 1862. Der König war 1858 schon einmal hier gewesen.[4]
Der von der Moosalbe durchflossene Zentralbereich der Schlucht auf gut 300m Höhe[1] ist weitgehend naturbelassen. Er wirkt urwaldartig und gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestands zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden. Behördlicherseits ist der Bereich als Naturschutzgebiet Nr.335055 eingestuft.
Am linksseitigen Hang des Karlstals, nur auf einem kaum befestigten Pfad zu erreichen, liegt eine ehemals bewohnte Felsenhöhle, weiter oben auf ebenem Gelände die Amseldell, eine früher parkartig gestaltete, heute verfallene Anlage aus dem 19.Jahrhundert, die ursprünglich mit einem Irrgarten, einem Schießstand und einer Hütte ausgestattet war.[5][6]
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung sind im Artikel Moosalbe behandelt.
An der Mündung des Aschbachs in die Moosalbe zweigt von der Bundesstraße 270 (Kaiserslautern–Pirmasens) die Landesstraße500 nach Osten ab. Sie führt über dem rechten Ufer der Moosalbe und oberhalb der geschützten Schlucht bachaufwärts bis nach Johanniskreuz. Dort mündet sie in die Landesstraße499, die ihrerseits 200m weiter an der Bundesstraße 48 endet.
Am westlichen Ausgang des Moosalbtals befand sich einst an der Biebermühlbahn der Haltepunkt Karlsthal, der mangels Rentabilität in den 1980er Jahren aufgelassen wurde. Nächster Bahnhof ist seither Schopp etwa 1,5km südwestlich von dort.
Wolfgang Dammbrück:Die letzte Bewohnerin der Felsenhöhle am Aufgang zur „Amseldell“, das „Felsenweib“ vom Trippstadter Karlstal. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt. Nr. 6, 1996, S.40–42.