Karl Maison
Karl Maison (* 18. September 1840 in Oberdorf am Ipf im Ostalbkreis; † 29. Oktober 1896 in München) war ein deutscher Kaufmann und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Karl Maison war ein Sohn des Oberdorfer Volksschullehrers Levi Maison[1] (1792–1856) und dessen Ehefrau Rebecca Levi (* 1805). Mit seinem Bruder Aaron Haberdasher (1835–1911) gründete er 1862 in München die Firma A. Maison, eine Großhandlung mit Bandwaren[2] sowie Passenteriewaren. Diese waren hochwertige textile Besatzartikel, die als Verzierung auf Kleidung, Möbeln, Vorhängen oder Kissen angebracht wurden[3].
Er war als Geschäftsmann so erfolgreich, dass er Vertreter seiner Branche in der Oberbayerischen Handels- und Gewerbekammer und 1887 in München zum Konsul von Schweden, Norwegen und Dänemark ernannt wurde[4][5]. Diese Ernennung, vom Prinzregenten Luitpold am 27. November 1887[6] bestätigt, erstreckte sich auf Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und Neuburg. Maison war auch als ehrenamtlicher Handelsrichter tätig.
Er betätigte sich in der Landespolitik und erhielt bei den Landtagswahlen 1887 als Mitglied der Deutschen Freisinnigen Partei ein Mandat für die Kammer der Abgeordneten, die neben der Kammer der Reichsräte der Krone Bayerns den bayerischen Landtag bildete. Er wurde gewählt im Wahlkreis München I.[7] Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne.
Er gehörte neben David Morgenstern, Fischel Arnheim und Simon Levi zu den bayerischen Parlamentariern jüdischen Glaubens.[8]
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Maison war verheiratet mit Elisabeth Nathan (1854–1942). Aus der Ehe ging der Sohn Helmuth (1872–1950, Architekt und Kaufmann) hervor,[9] der in das väterliche Unternehmen einstieg.
Seine Adoptivtochter Paula Gertrud Bouché geb. Born (1873–1944) wurde im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.
Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1888 Kommerzienrat
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Karl Maison in der Parlamentsdatenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Bavariathek.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ludwig Philippson: Allgemeine Zeitung des Judenthums, Band 60. 1896 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Das Handels-Register des Königreichs Bayern im Jahre 1871. 1871 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Jahresbericht der Handels- und Gewerbekammer Oberbayern 1893 Digitalisat
- ↑ Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern. 1896 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Export-Hand-Adressbuch von Deutschland nebst General-Zoll-Tarif aller Staaten und Kolonien, Band 5. 1894 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Schwaben und Neuburg. 1887 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Zeitschrift des Königlich-Bayerischen Statistischen Bureaus, Band 19. 1887 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Deutschsprachige jüdische Gemeinden, Zeitungen, Zeitschriften, Jahrbücher, Almanache und Kalender. Unveröffentlichte Memoiren und Erinnerungsschriften. 1970 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Münchener Handels- und Gerichtszeitung, Organ zur Wahrung der Interessen der Geschäftswelt. 1897 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Bericht über den Stand und das Wirken des unter dem Allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern stehenden Kunstvereines München. 1896 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Maison, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung |
| GEBURTSDATUM | 18. September 1840 |
| GEBURTSORT | Oberdorf am Ipf, Ostalbkreis |
| STERBEDATUM | 29. Oktober 1896 |
| STERBEORT | München |