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Karl Formes

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Karl Formes

Karl Johann Franz Formes, zumeist nur Karl Formes, auch Carl Johann Formes, (* 7. August 1815[1] in Mülheim am Rhein; † 15. Dezember 1889 in San Francisco, Kalifornien) war ein deutsch-englischer Opernsänger (Bass).

Formes war ein Sohn eines katholischen Küsters und Kantors. Er war zuerst Küfer und übernahm von seinem Vater die Stelle als Küster an der katholischen Kirche in Mülheim. Als er im Herbst 1841 bei einem Dombaukonzert in Köln auftrat, erregte er mit seinem Gesang großes Aufsehen. Er war zu dieser Zeit bereits verheiratet und Vater zweier Kinder, als man ihm im Anschluss empfahl, mit seinem Talent zur Bühne zu gehen. Er nahm diesen Ratschlag an und begann die für das Theater erforderliche Gesangsausbildung bei dem späteren Liederkomponisten Ferdinand Gumbert, der als Baritonist am Kölner Stadttheater wirkte. Er debütierte bereits am 6. Januar 1842 in Köln als Sarastro in der Zauberflöte. Dabei war er so erfolgreich, dass er für drei Jahre mit steigender Gage am Stadttheater engagiert wurde. Zwei Jahre danach wurde er in Mannheim angestellt und 1845 an das Hofoperntheater in Wien berufen. Hier erwies er sich als ebenso genialer Sänger wie Darsteller und wurde als einer der besten Bassisten seiner Zeit gefeiert. Aufgrund seiner politischen Rolle, die er 1848 während der Märzrevolution spielte, musste Formes flüchten. Ab 1848 trat er an den Opernhäuser in London (in der Italienischen Oper), St. Petersburg, Madrid, New York oder 1852 in Berlin auf. Seit 1857 lebte er entweder in England oder in Amerika und kam nur noch zu vereinzelten Gastspielen nach Deutschland. 1857 begab er sich mit seinen Brüdern Theodor und William auf eine Reise durch Nordamerika. 1864 trat er in Havanna auf, wo erins Gefängnis gesteckt wurde. Durch sein bereits erworbenes englisches Bürgerrecht wurde er nach 14 Tagen freigelassen. 1874 gelang es ihm noch einmal in Berlin durch seine unverwüstliche Stimme Bewunderung zu erregen. Doch er hatte den Höhepunkt seiner Karriere bereits überschritten. Seit 1875 lebte er als Gesangslehrer in San Francisco, trat aber 1888 noch einmal in London auf.

Mit seinen reichen Einkünften war er nie sparsam umgegangen, so dass er sich weiterhin seinen Lebensunterhalt verdienen musste. Sein Versuch als Schauspieler an seine Erfolge anzuknüpfen scheiterte. Auch der Versuch seine Gesangskarriere noch einmal in Amerika fortzusetzen, blieb erfolglos, es wurden ihm keine Bühnenengagement mehr angeboten. Er arbeitete fortan als Sänger in Cafes oder Bars.[2]

Nach der damals weltweit bekannten Sängerfamilie Formes ist heute eine Straße in Köln-Mülheim benannt, die sogenannte Formesstrasse.

Rollen (Auswahl)

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Von seinen Glanzpartien sind einige eigens für ihn geschrieben:

Formes war mehrmals verheiratet:

  • Name nicht bekannt
    • Name nicht bekannt
    • Ernst Formes (1841–1898), war vermutlich sein Sohn aus erster Ehe und wurde Schauspieler.
      • Margarethe Formes (13. September 1869 – 1940)
  • Name nicht bekannt
  • am 16. Oktober 1882 mit seiner Schülerin Pauline, die nach seinem Tod die Memoiren herausgab.

Formes hatte insgesamt sieben Geschwister, sechs Brüder und eine Schwester. Zu seinen jüngeren Brüdern gehörten Theodor Formes (24. Juni 1826 – 15. Oktober 1874), der als Heldentenor in Berlin wirkte, Wilhelm Formes (31. Januar 1831 – 12. März 1884), der als Baritonist lange Zeit am Hamburger Stadttheater arbeitete und einen Bruder Hubert, der ebenfalls Sänger wurde und unter anderem in der italienischen Oper in London in Berlin und Italien aktiv war.

Einzelnachweise

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  1. Karl Formes: My memoirs : autobiography of Karl Formes. J. H. Barry, San Francisco 1891 (englisch, Textarchiv – Internet Archive): “I, Karl Formes, or, as I was called in baptism, Karl Johann Franz Formes, was born at Mühlheim, on the Rhine, opposite Cologne, on the 7th of August, 1815.”
  2. Formes, Karl. In: Musikalisches Conversations-Lexikon : eine Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaft für Gebildete aller Stände … Begründet von Hermann Mendel, vollendet von August Reissmann. 2. Auflage. Band 3. Robert Openheim, Berlin 1880, S. 595 (Textarchiv – Internet Archive).