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Kaliumborhydrid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Kalium-Kation Borhydrid-Anion
Allgemeines
Name Kaliumborhydrid
Andere Namen
  • Kaliumboranat
  • Kaliumtetrahydroborat
  • Kaliumtetrahydridoborat
Summenformel KBH4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13762-51-1
EG-Nummer 237-360-5
ECHA-InfoCard 100.033.949
PubChem 4192641
Wikidata Q15628404
Eigenschaften
Molare Masse 53,94 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,18 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt
Löslichkeit

löslich in Wasser (190 g/l)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 260301314360FD
P: 231+232260280303+361+353304+340+310305+351+338[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Kaliumborhydrid ist eine anorganische chemische Verbindung des Borhydride.

Gewinnung und Darstellung

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Kaliumborhydrid kann durch Reaktion von Natriumborhydrid in Methanol/Wasser mit wässriger Kalilauge gewonnen werden.[4]

Es kann auch durch Reaktion von Diboran mit Kaliumtetramethoxyborhydrid dargestellt werden.[5]

Kaliumborhydrid ist ein farbloser, ätzender und brennbarer Feststoff, der löslich in Wasser ist. Es besteht Entzündungsgefahr durch Entstehung entzündlicher Gase bei Kontakt mit Wasser, Alkalien und Säuren.[1] Er kristallisiert im Natriumchlorid-Gittertyp mit der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225. Bei höheren Temperaturen findet eine Umwandlung in eine verwandte tetragonale Struktur statt. Auch bei hohen Drücken findet eine Umwandlung zu einer tetragonalen (4 GPa) mit der Raumgruppe P421c (Raumgruppen-Nr. 114)Vorlage:Raumgruppe/114 bzw. orthorhombischen Form (7 GPa) mit der Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62)Vorlage:Raumgruppe/62 statt.[4][6] Auch bei tiefen Temperaten findet eine Änderung der Kristallstruktur statt. So ändert sich die Kristallstruktur bei 65–70 K in eine tetragonale mit der Raumgruppe P42/nmc (Raumgruppen-Nr. 137)Vorlage:Raumgruppe/137.[7]

Kaliumborhydrid wird als spezifisches Reduktionsmittel[1] für Carbonylgruppen von Aldehyden, Ketonen, Säurechloriden und als Schaummittel für Kunststoffe eingesetzt. Es kann auch als Ausgangsstoff zur Herstellung von Chloramphenicol, Vitamin A, Thiamphenicol, Atropin und Scopolamin verwendet werden.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Datenblatt Kaliumborhydrid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 28. September 2025 (PDF).
  2. Egon Wiberg, Nils Wiberg: Inorganic Chemistry. Academic Press, 2001, ISBN 978-0-12-352651-9, S. 951 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. 1 2 Datenblatt Kaliumborhydrid bei Merck, abgerufen am 2. September 2017.
  4. 1 2 Michael Hirscher: Handbook of Hydrogen Storage New Materials for Future Energy Storage. John Wiley & Sons, 2010, ISBN 3-527-62981-5, S. 122 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. William A. Hart, O. F. Beumel, Thomas P. Whaley: The Chemistry of Lithium, Sodium, Potassium, Rubidium, Cesium and Francium Pergamon Texts in Inorganic Chemistry. Elsevier, 2013, ISBN 978-1-4831-8757-0, S. 399 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Ravhi S. Kumar, Eunja Kim, Andrew L. Cornelius: Structural Phase Transitions in the Potential Hydrogen Storage Compound KBH4 under Compression. In: The Journal of Physical Chemistry C. 112, 2008, S. 8452, doi:10.1021/jp0765042.
  7. Yaroslav Filinchuk, Dmitry Chernyshov, Vladimir Dmitriev: Crystal chemistry of light metal borohydrides. In: Materials Science. 2010, arxiv:1003.5378.