Jürgen Poth

Jürgen Alexander Poth (* 5. Mai 1958 in Zeilhard) ist ein deutscher Liedermacher und Mundartsänger. Er tritt als Solokünstler unter dem Namen De Guggugg und mit seiner Band Ceol na gCuach auf.[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jürgen Poth kam in Zeilhard als eine der letzten Hausgeburten zur Welt. Im Jahre 1962 zog er gemeinsam mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester nach Spachbrücken. Nach der Förderstufe an der Reinheimer Kurt-Schumacher-Schule wechselte er an die Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau, wo er 1977 sein Abitur ablegte. Während seines anschließenden Wehrdienstes ließ er sich zum Sanitäter ausbilden und war in der Folgezeit in der Altenpflege tätig. Nach seinem Studium an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt war er zunächst als Sozialarbeiter bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse tätig, bevor er 1995 zur Südhessischen Gas- und Wasser-AG wechselte. Seit dem Jahre 2002 arbeitete er bis zur Verrentung bei dem Versorgungsunternehmen Hessenwasser. Während des Studiums lernte er seine Frau Angelika kennen, mit der er seit 1984 verheiratet ist und drei, mittlerweile erwachsene, Kinder hat.[2]
Bei einem Urlaub in Irland entdeckte er seine tiefe Leidenschaft für die „grüne Insel“ und den Charme der keltischen Musik. Aus seinem Interesse am Odenwälder Dialekt, dem Spaß an Folkmusik und den vielseitigen Aktivitäten in sozialen und ehrenamtlichen Bereichen rund um seinen Heimatort entstand die Bühnenfigur De Guggugg.[2] Der Spitznamen „Kuckuck“ für die Einwohner von Spachbrücken entstand aus einer Mischung von Geringschätzung und lokalen Geschichten, die in der Gegend im Umlauf waren. Er ist nicht auf eine einzige historische Quelle zurückzuführen und wird heutzutage nicht mehr als Beleidigung verstanden. Der Uznamen gilt vielmehr als Zeichen für den starken Zusammenhalt, die Individualität des Reinheimer Stadtteils und wird mit einem gewissen Stolz geführt.[3][4][5]
Künstlerische Laufbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jürgen Poth singt bei bis zu dreißig Auftritten pro Jahr seine Lieder „uff Houchdeitsch“ und in Mundart zur Gitarre in verschiedenen Mundart-Programmen, wie „Ääbschde Leit“, „Äbbelweu mit Mussigg“, „Die buck‘lisch Vewandtschaft“, „Die Sens is stump‘!“, „Ferz mit Kricke!“, „Frivoles aus’m Ourewoald“, „Ourewäller Leit“, „Roahinggel sin koa Engel“, „Schun wirrer Weuhnoachde!?!“, „Unner uns!“ oder „Wie’s Maul gewachse is“. Er verbindet den südhessischen Dialekt mit Folklore aus Deutschland, Irland und Schottland und „verzäihlt“ Kurioses aus der Geschichte und dem Alltag der Odenwälder.[6] Viermal im Jahr lädt der Hobby-Volksliedforscher Jürgen Poth zum geselligen „Kumm-Oowend“ in den historischen Saal im Reinheimer „Kühlen Grund“ ein, bei dem jeder Gast mit Gesang, Gedichten oder Anekdoten zum Mitwirkenden werden kann.[7][8]
Seit 2011 widmet sich der Künstler der Vertonung historischer Themen. Sein Fokus liegt dabei auf der Verknüpfung deutscher Geschichte mit lokalen Erzählungen, die er durch intensive Recherchen an Originalschauplätzen zum Leben erweckt.[9] Aus dieser Arbeit sind authentische und emotionale Konzertabende wie „Leb wohl mein Land“, „Wenn das der Luther wüsst'!“ oder „vierzehn-achtzehn“ hervorgegangen. In seinem Programm „Jüdische Nachbarn – Rede‘ mer mal Tacheles!“ bündelt und vertieft er jüdische Themen, die bereits zuvor Teil seines Repertoires waren.[10] Sein Ziel ist es, jüdisches Leben in Deutschland jenseits der NS-Verbrechen darzustellen und dem Publikum durch die Verbindung von Erzählung und Gesang einen emotionalen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen.[11]
Ceol na gCuach
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Folkgruppe Ceol na gCuach (auch dem Gälischen, ausgesprochen: Kioll na Kchukk) bedeutet übersetzt „Musik von den Kuckucks“. Die Band ist eng mit dem 1999 ins Leben gerufenen Verein Kuckuckshütte Spachbrücken verbunden, dessen Ziel die Förderung des dörflichen Miteinanders und der Erhalt von Brauchtum ist. Die Formation entstand im Jahre 2003 aus der Leidenschaft für das gemeinsame Singen alter und neuer Lieder, bereits 2004 erfolgten die ersten öffentlichen Auftritte. Die Gruppe besteht neben Jürgen Poth (Gesang, Gitarre, Laute) aus den Musikern Renate Filip (Akkordeon, Gesang), Ulrich Keil (,Akkordeon, Bodhran, Gesang, Harps, Tin whistle), Christian Köppen (Geige, Gesang), Claus Murmann (Bass, Banjo, irische Bouzouki und Gitarre, Bodhran, Gesang) und Jörn Nitschke (Bass, Gesang, Gitarre, Percussion, Technik).[12]
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2008: Balladen, Bänkellieder & Gebabbel aus Südhessen (Sammlung verschiedener Künstler)
- 2009: Ourewäller Leit'
- 2011: Horsch emol, wie schäi... Balladen, Bänkellieder & Gebabbel aus Südhessen Nr. 2 (Sammlung verschiedener Künstler)
- 2015: De Raubacher Jockel
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ „De Guggugg!“ Uff Hochdeitsch und in Mundart. In: Evangelisch-Lutheranische Kirchengemeinde Spachbrücken (Hrsg.): Kirche am Ort. 1. Oktober 2020.
- 1 2 Menschen, so lebendig. Jürgen Poth – Spachbrücken. In: medien GmbH (Hrsg.): Kurier: Die Wochenzeitung. Kurier-Verlag, Ober-Ramstadt 4. Juni 2010.
- ↑ Jürgen Piwowar: Unsere Mundarten Heft 22. Veröffentlichungen zu einzelnen Orts- und Regionalsprachen. Hrsg.: Goethe-Universität. Frankfurt am Main 3. November 2013, S. 321, 505.
- ↑ Jürgen Piwowar: Unsere Mundarten Heft 34. Uznamen für die Bewohner der Nachbarorte in Hessen. Hrsg.: Goethe-Universität. Frankfurt am Main 6. November 2013, S. 191.
- ↑ Georg Dascher: Geschichte und Geschichten aus dem Mümling- und Gersprenztal. In: Blumenschein, Dascher, Steinmetz (Hrsg.): Odenwälder Quartalblätter. Reichelsheim 1. Januar 1992.
- ↑ Gisela Grünwald: Mundart-Kabarett mit Guggugg: Jürgen Poth begeistert Fürth-Ellenbach. In: Weinheimer Nachrichten. 31. Dezember 2025.
- ↑ Sie kreischt, de Boam is sou schepp. In: Offenbach Post. 27. Dezember 2014.
- ↑ Jürgen Poth: Ourewäller Kumm-Oowend. Themen aller Kumm-Oowende. Abgerufen am 1. Januar 2021.
- ↑ Rede’ mer mal Tacheles! In: Darmstädter Echo. 15. Januar 2026.
- ↑ Rede mer mal Tacheles“: Jürgen Poth kommt an die „Hein’s Mühle. In: Krupp Verlag (Hrsg.): Blick aktuell. 19. Juli 2023.
- ↑ Museum Reinheim (Hrsg.): Orte jüdischen Lebens in Reinheim und den Ortsteilen. 2021, ISBN 978-3-9822372-6-8.
- ↑ Ulrich Keil: Ceol na gCuach – Über uns. Ceol na gCuach, 1. April 2026, abgerufen am 30. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Poth, Jürgen |
| ALTERNATIVNAMEN | Poth, Jürgen Anton (vollständiger Name); De Guggugg (Künstlername) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Liedermacher und Sänger |
| GEBURTSDATUM | 5. Mai 1958 |
| GEBURTSORT | Zeilhard |