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Entega

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Entega AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 21. August 2015
Sitz Darmstadt, Deutschland
Leitung Thomas Schmidt (Vorstandsvorsitzender)[1], Albrecht Förster, Andreas Niedermaier
Mitarbeiterzahl 2.370
Umsatz 3,104 Mrd. Euro
Branche Energieversorger
Website www.entega.ag
Stand: 2024
Altes Logo der HSE AG

Die Entega AG (ehemals HEAG Südhessische Energie AG, Akronym: HSE) ist ein kommunales Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Darmstadt und zu über 93 Prozent Eigentum der HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt.[2]

Im Juni 2012 kaufte Darmstadt über die HEAG Holding AG 40 Prozent der Aktien von E.ON zurück und hält seither 93,13 Prozent an der Entega AG. Weitere 5,12 Prozent werden von Landkreisen, Städten und Gemeinden in Südhessen gehalten.

Mit ihren mehr als 30 Tochtergesellschaften ist die Entega AG in den Geschäftsfeldern Energieerzeugung, Energiehandel, Energievertrieb, Energie- und Telekommunikationsnetze sowie Trinkwasserversorgung aktiv. Zudem betreibt das Unternehmen Anlagen zur Abwasserreinigung und Müllverbrennung und bietet Mess-, Abrechnungs- und IT-Dienstleistungen für die Energiewirtschaft an. Für ihre nachhaltige Unternehmensstrategie wurde die HSE 2013 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Die Wurzeln der Entega AG reichen bis ins Jahr 1853 zurück, als die Darmstädter Aktiengesellschaft für Gasbeleuchtung gegründet wurde. Dieses Unternehmen ging 1878 in das Eigentum der Stadt Darmstadt über. 1880 entstand das Wasserwerk, und 1914 wurden die Gaswerke gemeinsam mit der Wasserver- und Abwasserentsorgung zur Direktion der städtischen Gas- und Wasserwerke zusammengeschlossen.

Im April 1912 erfolgte die Gründung der Hessischen Eisenbahn AG (HEAG) durch die Stadt Darmstadt und die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft. Die HEAG übernahm von der Stadt die Straßenbahnen und die 1888 in Betrieb gegangene Centralstation (das erste Elektrizitätswerk im Großherzogtum Hessen). Später erfolgte die Umbenennung in HEAG Versorgungs AG. 1939 wurde diese Direktion als Stadtwerke der Landeshauptstadt Darmstadt ausgegliedert und 1950 in Südhessische Gas und Wasser AG umfirmiert.

1971 wurde eine Fusion der HEAG Versorgungs AG und der Südhessischen Gas und Wasser AG diskutiert, aber nicht umgesetzt. Erst 2003 schlossen sich beide Unternehmen zur HEAG Südhessische Energie AG (HSE) zusammen.[3]

Im Jahr 1999 gründete die HEAG Versorgungs AG die Entega Plus GmbH als Vertriebstochter. Im Jahr 2000 schlossen die HEAG Versorgungs AG und die Stadtwerke Mainz ein Vertriebsbündnis, wodurch Entega Plus zur gemeinsamen Tochtergesellschaft mit Sitz in Darmstadt wurde. 2010 verkauften die Stadtwerke Mainz ihre Anteile an die HSE.[4]

Im Juni 2012 kaufte Darmstadt über die HEAG Holding AG 40 Prozent der Aktien von E.ON zurück und hält seither 93,13 Prozent an der Entega AG. Weitere 5,12 Prozent werden von Landkreisen, Städten und Gemeinden in Südhessen gehalten.

Im Jahr 2013 wurde das Gasturbinenkraftwerk Darmstadt in Betrieb genommen.[5]

Ehemaliges Logo der Entega Plus

Innerhalb des Konzerns wird der Energiehandel durch die Tochterfirma Citiworks, die 2010 eine Tochter der HSE wurde[6] und der Energievertrieb durch die Tochter Entega Plus übernommen.

Entega Plus entstand im Jahr 2013 aus der Zusammenführung der drei Vertriebsgesellschaften Entega Privatkunden, Entega Geschäftskunden und e-ben.[7] Im Januar 2001 bot Entega Plus erstmals ein Stromprodukt mit Anteilen aus erneuerbaren Energien an. 2007 brachte das Unternehmen sein erstes 100-prozentiges Ökostrom-Produkt mit dem ok-power-Label auf den Markt. Seit 2008 enthält der Energiemix keinen Atomstrom mehr. Im November 2009 führte der Konzern einen klimaneutralen Erdgastarif ein. Im Jahr 2013 war sie mit einem Absatz von 2,27 Mrd. kWh Strom und 2,85 Mrd. kWh Erdgas einer der größten Anbieter von klimaneutralen Energien in Deutschland.[8] Heute versorgt das Unternehmen unter anderem 376.000 Kunden mit Strom und ist zusätzlich ein Telekommunikationsanbieter.[9]

Die Netztochter, die für den Betrieb des Elektrizitäts- und Gasnetzes im Raum Südhessen verantwortlich ist, ist die E-Netz Südhessen, die zum 1. Juli 2014 durch den Zusammenschluss der ehemaligen Töchter HSE Technik und Verteilnetzbetreiber Rhein-Main-Neckar (VNB) entstanden ist.[10] Weiterhin gehören der Telekommunikationsanbieter Entega Medianet (früher HSE Medianet) und der IT-Dienstleister Count+Care zum Konzern.

Die Darmstadt Dukes in Trikotswerbung der Entega im Jahr 2022

Die Entega AG und ihre Vorgänger waren von Juli 2009 bis Juni 2015 Hauptsponsor des Fußballclubs 1. FSV Mainz 05. Gemeinsam mit dem Verein wurden Maßnahmen zur Reduzierung und Kompensation von CO₂-Emissionen umgesetzt, wodurch der 1. FSV Mainz 05 2010 zum ersten klimaneutralen Verein der 1. Fußball-Bundesliga wurde.[11]

Darüber hinaus ist die Entega seit ihrer Gründung Sponsorpartner des SV Darmstadt 98 und unterstützt die Darmstadt Dukes im Eishockey.

Die Entega Plus stand in der Kritik, als sie ihren Ökostrom-Tarif zunächst nur neuen Kunden anbot, während Bestandskunden nicht automatisch umgestellt wurden. Zudem ist das Unternehmen kein reiner Ökostrom-Anbieter: Der Gesamtstrommix bestand 2025 zu 26,6 % aus fossilen Energieträgern (2022: 33,1 %, 2016: 12,2 %).[12][13]

Im November 2016 rief Entega einen Wettbewerb zur Förderung regionaler Vereine ins Leben. Der muslimische Umweltschutzverein NourEnergy e.V. gewann den Preis, doch dieser wurde ihm aufgrund von Vorwürfen aus islamkritischen Netzwerken, der Verein habe Kontakte zu extremistischen Organisationen, wieder aberkannt. NourEnergy sprach von einer Verleumdungskampagne und kündigte juristische Schritte an. Entega bestätigte die Aberkennung, betonte jedoch, man wolle nur mit den Verantwortlichen von NourEnergy kommunizieren.[14][15]

Commons: Entega – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Thomas Schmidt wird neuer ENTEGA-Vorstandsvorsitzender
  2. ↑ heag-beteiligungsbericht.de. Abgerufen am 26. September 2025.
  3. ↑ Geschäftsbericht 2011, Seite 16–20 (Memento vom 13. November 2013 im Internet Archive) (PDF; 5,6 MB)
  4. ↑ Allgemeine Zeitung, Mainzer Stadtwerke verkaufen Anteile an ENTEGA, 9. Juli 2010 (Memento vom 12. Juli 2010 im Internet Archive)
  5. ↑ Darmstädter Gasturbinenkraftwerk als Kaltreserve statt Staudinger? In: Echo Online. 24. August 2013, archiviert vom Original; abgerufen am 17. Dezember 2014.
  6. ↑ verivox.de, Energieversorger citiworks wird 100-prozentige Tochter der HSE, 29. Juli 2010
  7. ↑ HSE bündelt Vertrieb. In: Echo Online. 18. April 2013, abgerufen am 23. Juli 2014.
  8. ↑ Energie & Management, 15. Juli 2014
  9. ↑ heag-beteiligungsbericht.de. Abgerufen am 26. September 2025.
  10. ↑ Darmstädter Versorger HSE ordnet Netzbereich neu. In: Echo Online. 1. Juli 2014, archiviert vom Original am 7. Juli 2014; abgerufen am 2. Juli 2014.
  11. ↑ F.A.Z., Klimaneutraler Club - Mainz 05 sieht sich auch als Öko-Spitzenreiter, 14. Oktober 2010
  12. ↑ Felix Werdermann: Entega: Öko-Konzern mit Schönheitsfehler. In: klimaretter.info. 22. Mai 2010, archiviert vom Original; abgerufen am 6. Juli 2023.
  13. ↑ Entega Stromkennzeichnung 2025. Abgerufen am 24. September 2025.
  14. ↑ nour-energy.com. Abgerufen am 25. Februar 2017.
  15. ↑ NourEnergy wird Wettbewerbspreis aberkannt - IslamiQ. In: IslamiQ - Nachrichten- und Debattenmagazin zu Islam und Muslimen. 24. Januar 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Februar 2017.

Koordinaten: 49° 53′ 12,6″ N, 8° 39′ 4,5″ O