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Julius Asal

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Julius Friedrich Asal (* 12. Februar 1997 in Bad Homburg vor der Höhe) ist ein deutscher Pianist. 2023 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon und wurde für die Spielzeiten 2024 bis 2026 als BBC New Generation Artist ausgewählt.

Herkunft und Ausbildung

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Der Sohn einer Pianistin und eines Klarinettisten wuchs in Oberursel (Taunus) auf und begann im Alter von drei Jahren mit dem Klavierspiel, indem er Gehörtes autodidaktisch am Instrument nachspielte.[1] Den ersten Unterricht erhielt er mit acht Jahren von Sibylle Cada in Frankfurt am Main. Im Jahre 2006 gewann Asal den 1. Preis und Sonderpreis beim Mendelssohn-Wettbewerb für junge Pianisten und Streicher.[2]

Von 2007 bis 2013 wurde er von Wolfgang Hess an Dr. Hoch’s Konservatorium unterrichtet. In den Jahren 2008 und 2010 gewann er den Dr. Annemarie Schlüter-Wettbewerb, 2009 erhielt er den 1. Preis beim Klavierwettbewerb Goldene Taste. Asal wurde 2013 Jungstudent von Oliver Kern an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und gewann den Lions Musikpreis. Er wurde 2015 mit dem Steinway Preis ausgezeichnet[3] und als Vertreter seiner Hochschule für den Deutschen Hochschulwettbewerb nominiert, aus dem er als Finalist hervorging. Im selben Jahr absolvierte er sein Abitur mit den Schwerpunkten Deutsch und Französisch.

Ab 2017 setzte Asal seine pianistische Ausbildung bei Eldar Nebolsin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin fort. Er war 2017 Finalist des Internationalen Klavierwettbewerbs Ferruccio Busoni in Bozen und gewann eine Woche darauf den 1. Preis der European Auditions der Young Concert Artists. 2019 erhielt er beim Wettbewerb Ton und Erklärung im SWR-Studio Kaiserslautern einen Sonderpreis und erspielte sich im August des Jahres die Silbermedaille beim Internationalen Klavierwettbewerb Palma d'Oro in Italien.[4]

Künstlerisches Wirken

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Julius Asal trat als Solist mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem BBC Concert Orchestra, dem Hallé-Orchester, den Münchner Symphonikern und der Academy of St Martin in the Fields auf.[5] In früheren Jahren war er Solist unter anderem der Deutschen Radio Philharmonie, des Brandenburgischen Staatsorchesters, des St. Andrew Symphony Orchestra und des Kammerorchesters Frankfurter Solisten.[6] Er arbeitete mit Dirigenten wie Duncan Ward, Andrey Boreyko, Fabio Luisi, Elena Schwarz, Michael Seal, Edwin Outwater und Dmitri Jurowski zusammen. In Bologna sprang er am Teatro Manzoni für Evgeny Kissin ein und spielte mit dem Orchester des Teatro Comunale di Bologna unter Andrey Boreyko; zudem konzertierte er mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica.

Asals Weg führte ihn zu internationalen Musikfestspielen wie dem Klavier-Festival Ruhr, dem Rheingau Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Oxford Piano Festival, den Sommets Musicaux de Gstaad, den Weilburger Schlosskonzerten und dem Aldeburgh Festival. Er trat in Konzerthäusern wie der Wigmore Hall London, dem Wiener Musikverein, der Suntory Hall Tokio, der Elbphilharmonie Hamburg, der Laeiszhalle Hamburg, der Alten Oper Frankfurt, der Bridgewater Hall Manchester, dem Seoul Arts Center, der Merkin Concert Hall New York, dem Auditorio Manuel de Falla Granada, dem Sendesaal des Hessischen Rundfunks und dem Beethovenhaus Bonn auf.[7][5] Im November 2019 spielte er vor dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Berlin.

Neben seiner Konzerttätigkeit fokussiert sich der Pianist auf Gesprächskonzerte und Lesungen. Er gestaltete Programme wie „Robert Schumann – Über Innigkeit und Ambivalenz“[8] und „Büchner trifft Ravel – Lenz und der Gaspard de la nuit“.[9] Im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums hielt er einen Vortrag mit dem Thema „Bildungszugang durch Improvisation – Musikalische Neuorientierung als Lebensphilosophie“.[10]

Künstlerisch bereichert wurde Asal durch Begegnungen mit Musikern wie Gidon Kremer, Christoph Eschenbach, Richard Goode, Menahem Pressler, Tabea Zimmermann, Marios Papadopoulos und Boris Berezovsky.[11] Von 2021 bis 2024 studierte Asal im Performance Programme von Sir András Schiff an der Kronberg Academy; erste Begegnungen mit Schiff hatte es 2018 im Rahmen von Kammermusik-Coachings gegeben.[5]

Julius Asal gründete 2012 das Arcon Trio, mit dem er 2015 den Förderpreis der Polytechnischen Gesellschaft erhielt.[12] 2018 errang das Ensemble den 2. Preis beim Internationalen Johannes Brahms-Wettbewerb und bekam darüber hinaus zwei Sonderpreise verliehen, die Debütkonzerte im Wiener Musikverein und in Polen ermöglichten. Die Zusammenarbeit mit diversen zeitgenössischen Komponisten führte u. a. 2019 zur Uraufführung der „Toccata“ von Holmer Becker, sowie 2022 zur Uraufführung von Jiří Bezděks Drittem Klaviertrio im Rahmen des Bodenseefestivals.

Am 8. April 2022 erschien beim spanischen Label IBS Classical Asals Debüt-CD[13] mit Werken von Sergei Prokofjew, für das der Pianist selbst sechs eigene Klaviertranskriptionen aus dem Ballett Romeo und Julia schrieb.[14] Von rbbKultur und Klassik Heute wurde die CD zum Album der Woche, vom Magazin Stereoplay zum Album des Monats ernannt.[15] Das spanische Melómano Magazin würdigte die Einspielung mit seiner höchsten Auszeichnung „Melómano de Oro“.[16] Am 6. Juli 2022 wurde das Album für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.[17]

2023 unterzeichnete Julius Asal einen Exklusivvertrag beim Traditionslabel Deutsche Grammophon.[18] Sein Debütalbum für die Deutsche Grammophon, Scriabin · Scarlatti, erschien 2024.[19]

Für die Spielzeiten 2024 bis 2026 wurde Asal als BBC New Generation Artist ausgewählt.[20] Im März 2025 wurde er erster Träger des Titels ASMF BBC New Generation Associate der Academy of St Martin in the Fields.[21] Am 3. März 2025 erhielt er, anlässlich des 25-jährigen Bestehens des BBC-Radio-3-New-Generation-Artists-Programms, den Terence Judd-Hallé Award. Dieser ist mit 7000 Pfund dotiert und umfasst einen Solo-Auftritt mit dem Hallé-Orchester in der Bridgewater Hall in der Spielzeit 2025/26, ein Kammerkonzert mit Musikern des Hallé sowie ein Solorezital in der Manchester Mid-Day Concert Series.[22]

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete ihn als „Klaviergenie“, das aussehe „wie ein Popstar“, und hob hervor, dass er die alten Werke behandle „wie Pop oder Jazz: als etwas, das lebt, das man weitererzählen darf“.[23] Das Album Scriabin · Scarlatti, das Skrjabin und Scarlatti durch eigene improvisatorische Übergänge verbindet, beurteilte der Kritiker Bryce Morrison in der Zeitschrift International Piano, die Kombination zweier um Jahrhunderte getrennter Komponisten sei „mehr als bloße Neuheit“.[24] Die britische Tageszeitung The Telegraph führte Asal unter den „zehn aufregendsten jungen Musikern der Welt“.[25]

2026 steuerte er die Fingersätze zur ersten Urtext-Ausgabe von Prokofjews Zehn Stücke aus Romeo und Julia op. 75 für Klavier bei, die im Henle Verlag erschien und von Fabian Czolbe herausgegeben wurde.[26]

Asal lebt in Berlin und hat einen jüngeren Bruder, der Schlagzeuger ist. Er ist Enkel der deutsch-britischen Schlagersängerin Cindy Ellis.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. Oberurseler Pianist eröffnet Konzerte der Chopin-Gesellschaft. Abgerufen am 4. April 2024.
  2. JE-Details |. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2020; abgerufen am 20. Februar 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. HfMDK Frankfurt: Julius Asal erhält Steinway Förderpreis. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Februar 2020 (deutsch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  4. VP BANK Classic Festival :: Julius Asal, Klavier. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  5. 1 2 3 Julius Asal. Kronberg Academy, abgerufen am 28. Mai 2026.
  6. Julius Asal. Abgerufen am 26. Mai 2022 (deutsch).
  7. Julius Asal. Abgerufen am 26. Mai 2022 (deutsch).
  8. Julius Asal und das Singen auf den Tasten. 7. Februar 2015, abgerufen am 20. Februar 2020.
  9. Pianist Julius Asal besticht durch Klangsinn und Präzision. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  10. Fachtagung Musikalische Begabung. (PDF) Abgerufen am 20. Februar 2020.
  11. JULIUS ASAL | PIANIST. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  12. Holzhausenkonzerte – klavierplusKonzert mit dem Arcon Trio | Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlößchen. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Februar 2020; abgerufen am 20. Februar 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Klassik Heute: Prokofiev. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. Mai 2022. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  14. RONDO / Künstler. Abgerufen am 26. Mai 2022.
  15. Julius Asal: "Sergej Prokofiew: Romeo und Julia". Abgerufen am 26. Mai 2022.
  16. Melómano de Oro archivos • Melómano Digital - La revista online de música clásica. In: Melómano Digital - La revista online de música clásica. Abgerufen am 22. Juli 2022 (spanisch).
  17. Longlist 3/2022. Abgerufen am 22. Juli 2022.
  18. Der Pianist Julius Asal unterzeichnet einen Exklusivvertrag bei Deutsche Grammophon. Deutsche Grammophon, abgerufen am 21. November 2023.
  19. Oliver Cech: Musik zwischen Wachen und Träumen. Der Pianist Julius Asal über die Stille hinter dem Klang. In: Deutschlandfunk. 4. Juni 2024, abgerufen am 5. Juni 2024.
  20. 1 2 Emma Bloxham: BBC Announces New Generation Artists for 2024–26. The Violin Channel, abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).
  21. 1 2 ASMF & Julius Asal. Academy of St Martin in the Fields, abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).
  22. 1 2 3 Julius Asal wins The Terence Judd-Hallé Award. Gramophone, 3. März 2025, abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).
  23. Thomas Lindemann: Sieht aus wie ein Popstar, spielt genial Klavier. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. Dezember 2025, abgerufen am 28. Mai 2026.
  24. Bryce Morrison: Review – Scriabin & Scarlatti (Julius Asal). In: International Piano. 2024, abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).
  25. Ivan Hewett: The 10 most exciting young musicians in the world – playing near you. In: The Telegraph. 10. Mai 2026, abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).
  26. Fabian Czolbe (Hrsg.): Romeo und Julia. Zehn Stücke für Klavier op. 75. Henle, München 2026 (Fingersatz von Julius Asal, HN 1621).
  27. Klassik Heute: Prokofiev. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. Mai 2022. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  28. 1 2 3 Julius Asal – Diskografie. Deutsche Grammophon, abgerufen am 29. Mai 2026.
  29. Ingobert Waltenberger: CD/Vinyl: SIENA TAPES – JULIUS ASAL mit Musik von Ravel, Badzura und Asal. In: Online Merker. 21. September 2025, abgerufen am 28. Mai 2026.