Jules Roques

Hippolyte-Jules Roques (geboren am 24. Oktober 1850 in Paris; gestorben am 8. März 1909 ebenda) war ein französischer Verleger und Journalist.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jules Roques war der Sohn von Jean-Pierre Roques und Élise-Malvina Sorlin. Diese war Herausgeberin des Le Courrier français[A 1] und als Journalistin bei La Vie parisienne (Magazin) tätig.[1] Nach seinem Schulabschluss arbeitete er zunächst bei einer Bank. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870 diente er im 13. Bataillon. Danach war er in der Werbebranche tätig.[2]
1884 gründete er eine Zeitung als Werbeträger und gab ihr mit Le Courrier français den Namen der Zeitung, die seine Mutter einst geleitet hatte. Dieses Blatt war wegen seines provokanten Auftretens mit explizit erotischen und antisemitischen Darstellungen öfters Gegenstand von Gerichtsverfahren.[3] Ab 1888 arbeitete er auch als Generalsekretär bei Georges Clemenceaus La Justice.[4] Dazu kam noch La Ligue foraine, eine Zeitung, die die Interessen der Schausteller vertreten sollte, die aber das Jahr 1889 nicht überlebte.[5]

Nachdem er zunächst boulangistisch gesinnt war, übernahm er im Februar 1889 die Leitung der L’Égalité, einer sozialistischen Zeitung, die die gescheiterte Le Cri du peuple ersetzen sollte. Allerdings gestaltete Roques die Zeitung schnell nach seinen Vorstellungen und drängte die führenden Sozialisten dieser Zeit aus der Leitung.[A 2] Die Mitarbeiter des Blattes kamen nun weitgehend vom Courrier.[6] In einem Polizeibericht dieser Zeit wurde Roques als Agent der Boulangisten bezeichnet, der jederzeit bereit sei, die Sozialisten zu verraten.[7]
Roques trat bei den Parlamentswahlen von 1889 an, erreichte aber bloß 5,5 % der Stimmen. Bei der durch den Tod des siegreichen Kandidaten bedingten Nachwahl im folgenden Jahr konnte er sein Ergebnis nicht verbessern. 1893 wurde er wegen einer im Courrier erschienenen Karikatur zu einer Haftstrafe verurteilt. Er floh nach London und kehrte zurück, nachdem die Haft- in eine Geldstrafe umgewandelt wurde.[8] Er starb 1909 bei einer Operation.[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Les Hommes d'aujourd'hui Nr. 411, vermutlich November 1892 auf Gallica
- Angaben zu Jules Roques in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Es ist unklar, um welche der unter Suchergebnisse BnF genannten Zeitungen es sich handelte; vermutlich um die von 1857.
- ↑ Eine dominierende sozialistische Partei gab es in Frankreich erst ab 1905.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Le Courrier français vom 16. November 1884, S. 2 auf Gallica
- ↑ Le Courrier français vom 16. November 1884, S. 8 auf Gallica
- ↑ Alexandre Borrell, Jean Garrigues, Pierre Allorant: Deux siècles de caricatures politiques et parlementaires. Artois Presses Université, 2021, ISBN 978-2-84832-464-7, S. 79.
- ↑ Le Figaro vom 1. März 1888; Spalte 5 auf Gallica
- ↑ Angaben zu La Ligue foraine in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
- ↑ Le Courrier français vom 31. März 1889 auf Gallica
- ↑ Ségolène le Men: L’art de la caricature. Presses universitaires de Paris Nanterre, 2021, ISBN 978-2-8218-5087-3, S. 267.
- ↑ Le Radical vom 6. Oktober 1893 1888; Seite 2, Jugement bizarre auf Gallica
- ↑ La Presse vom 10. Oktober 1909 1888; Unf figure parisienne disparaît auf Gallica
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Roques, Jules |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Verleger und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 24. Oktober 1850 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 8. März 1909 |
| STERBEORT | Paris |