Jordan Trust


Die Jordan Trust, in der Literatur auch häufig Jordan Fault genannt, ist eine in etwa 40 km lange geologische Verwerfung in der Region Canterbury auf der Südinsel von Neuseeland. Die Verwerfung war mit an dem Kaikōura-Erdbeben der Stärke 7,8 MW vom 14. November 2016 zu einem maßgeblichen Teil beteiligt.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Jordan Trust verläuft entlang der Südostflanke der Seaward Kaikōura Range und hat ihren Ursprung rund 8 km nördlich des Ortes Kaikōura und rund 4 km südwestlich des Hāpuku River. Von dort aus erstreckt sich die Verwerfung auf der ersten Hälfte ihrer Strecke in einigen Zickzack-Lininen in Richtung Nordnordosten. Die zweite Hälfte verläuft in gleicher Richtung, aber gradliniger. Rund 1,4 km nordöstlich der Mündung des Waiau Toa / Clarence River in den Pazifischen Ozean trifft die Jordan Trust auf die Kekerengu Fault und endet hier.[1][2]
Geologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Jordan Trust ist eine dextrale Verwerfung.[1] Von der Hope Fault ausgehend, übernimmt die Verwerfung der Jordan Trust weitere mögliche Verschiebungen in Südsüdwest-Richtung und erstreckt sich dabei bis zur Kekerengu Fault im Nordnordosten, in der sich die Verschiebungen fortsetzen.[3]
Kaikōura-Erdbeben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei dem Kaikōura-Erdbeben, das fast zwei Minuten andauerte und sein Epizentrum nahe der kleinen Stadt Waiau im Norden der Region Canterbury hatte, zog sich das Beben in der Folge über eine Länge von rund 180 km entlang der Küste nach Nordosten hin und verursachte den größten in Neuseeland seit 1947 registrierten Tsunami, zahlreiche Erdrutsche und unzählige Schäden an Gebäuden, Landschaft und Infrastruktur. An dem Beben waren mehr als 20 Verwerfungen in der Region beteiligt[4], unter ihnen die Jordan Trust. Zusammen mit der Kekerengu Fault nahm man für die Jordan Trust in Tiefen zwischen 10 km und 25 km eine seitliche Verschiebung von bis zu 25 m an, die sich bis zur Oberfläche auf um die 10 m reduzierte.[5]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- I. J. Hamling, S. Hreinsdóttir, K. Clark plus 25 weitere Autoren: Complex multi-fault rupture during the 2016 Mw 7.8 Kaikōura earthquake, New Zealand. In: American Association for the Advancement of Science (Hrsg.): Science. Volume 356, Issue 6334, 14. April 2017, doi:10.1126/science.aam7194 (englisch, Online [PDF; 3,3 MB; abgerufen am 17. Juli 2026]).
- Robert Zinke, James Hollingsworth, James F. Dolan, Russ Van Dissen: Three‐Dimensional Surface Deformation in the 2016 MW 7.8 Kaikōura, New Zealand, Earthquake From Optical Image Correlation: Implications for Strain Localization and Long‐Term Evolution of the Pacific‐Australian Plate Boundary. In: American Geophysical Union (Hrsg.): Geochemistry, Geophysics, Geosystems. Volume 20, 28. März 2019, S. 1609–1628}, doi:10.1029/2018GC007951 (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 New Zealand active fault dataset. GNS Science, abgerufen am 17. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Koordinaten und Längenbestimmungen wurden mittels Google Earth Pro Version 7.3.6.10201 am 17. Juli 2026 vorgenommen
- ↑ Hamling, Hreinsdóttir, Clark plus 25 weitere Autoren: Complex multi-fault rupture during the 2016 Mw 7.8 Kaikōura earthquake, New Zealand. 14. April 2017, S. 2 (englisch).
- ↑ M 7.8 Kaikoura Mon, Nov 14 2016. GeoNet, abgerufen am 17. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Hamling, Hreinsdóttir, Clark plus 25 weitere Autoren: Complex multi-fault rupture during the 2016 Mw 7.8 Kaikōura earthquake, New Zealand. 14. April 2017, S. 10 (englisch).