Jokerit (dt. Die Joker, vollständiger Vereinsname Helsingin Jokerit ry) ist ein finnischerEishockeyverein aus Helsinki. Jokerit spielt seit 2023/24 in der zweiten finnischen Eishockeyliga Mestis.
Der Verein ging 1967 aus der Eishockeyabteilung des in Konkurs geratenen Sportvereins Töölön Vesa hervor. Jokerit spielte von 1969 bis 2014, unterbrochen durch ein Jahr der Zweitklassigkeit 1988/89 in der höchsten finnischen Spielklasse, der heutigen Liiga, und errang in dieser Zeit sechs finnische Meisterschaften. Die Spiele des traditionell finnischsprachigen Jokerit gegen den schwedischsprachigen Stadtrivalen Helsingfors IFK waren das wichtigste Derby im finnischen Eishockey.[2] Von 2014 bis 2022 spielte Jokerit als einziger finnischer Eishockeyklub in der Kontinentalen Hockey-Liga, zog sich aber im Februar 2022 aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine aus dem Spielbetrieb der KHL zurück.
Ihre Heimspiele absolvierte die Mannschaft in der 1.500 Zuschauer fassenden Keravan Jäähalli.[3] Seit 2025 tritt die Mannschaft zu ihren Spielen wieder in der Veikkaus Arena an.
Die Eishockeyabteilung des Amateur-Sportvereins Töölön Vesa war hoch verschuldet und wurde 1967 aufgelöst. Aimo Mäkinen nutzte die Gelegenheit und gründete auf Basis der vorhandenen Strukturen einen semi-professionellen Sportverein, einschließlich der Juniorenmannschaften und dem Startrecht in der zweithöchsten finnischen Liga, der Suomi-sarja.
Aus der ersten Mannschaft von Töölön Vesa wurden nur wenige Spieler in den neuen Verein übernommen. Unter diesen waren Timo Turunen, der heute noch bester Punktesammler der Vereinsgeschichte ist. Hinzu kamen Pentti Hiiros und Timo Kyntölä, mit denen er bis 1975 die sogenannte nallipyssyketju-Reihe bildete – dieser Name rührt von der eher geringen Körpergröße der Spieler (Hiiros war mit 172 cm der größte der drei Spieler) her.
Am 28. Juni 2013 wurde offiziell bekannt gegeben, dass sowohl die Halle (Hartwall Areena) als auch der Klub an russische Oligarchen, nämlich Gennadi Nikolajewitsch Timtschenko und die Rotenberg-Familie (Arkadi Rotenberg und Boris Rotenberg), verkauft wurde.[4] Einhergehend damit erfolgt ab der Saison 2014/15 der Wechsel in die Kontinentale Hockey-Liga. Mit dem Wechsel verdreifachte sich das Budget Jokerits, der Steigerung standen aber kaum höhere Einnahmen entgegen: in den ersten drei Jahren in der KHL machte Jokerit einen Verlust von jeweils 13 bis 15 Mio. Euro.[2]
Anfang 2023 beantragte Jokerit die Aufnahme in die zweite finnische Eishockeyliga Mestis und spielen dort seit der Saison 2023/24.[3] 2024/25 wurden sie als Vorrundenbester auch Meister.[1]
Die folgenden NHL-Spieler begannen ihre Karriere bei Jokerit oder spielten im Laufe ihrer Karriere für den Verein. Die Jahreszahlen in Klammern geben die Zeit bei Jokerit an.
12Jyri Backman, Bo Carlsson:Jokerit’s move to KHL: an odd momentum in the commercialization of Nordic elite ice hockey. In: Sport in Society. Band23, Nr.3, 3.März 2020, ISSN1743-0437, S.505–522, doi:10.1080/17430437.2020.1696537.
↑Sebastian Balzter: Früher machten die Finnen glänzende Geschäfte mit ihren russischen Nachbarn. Seit Putins Krieg müssen sie sich neu orientieren. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19. Februar 2023, S. 7.