John Edwin Whitaker, MBE (* 5. August1955 in Huddersfield) ist ein britischerSpringreiter. Aufgrund der Vielzahl seiner Erfolge über Jahrzehnte hinweg wird er teilweise als lebende Legende bezeichnet.
Beim Internationalen Pfingstturnier Wiesbaden 2014Beim Internationalen Pfingstturnier Wiesbaden 2014
Die Karriere von John Whitaker begann 1976 mit dem Gewinn der britischen Meisterschaft auf Ryan’s Son. Im Jahr 1979 wurde er mit Ryan’s Son Fünfter im ersten Weltcupfinale. Ebenso mit Ryan’s Son errang er die Einzel-Silbermedaille beim Internationaal Springruiterfestival 1980, dem Olympia-Ersatzwettbewerbe der boykottierenden Staaten.
Seine erfolgreichste Zeit hatte er Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre mit dem SchimmelMilton, mit dem er 1990 und 1991 den Weltcup gewann und 1987 Europameister wurde. 1988 galten Whitaker und Milton als Favoriten bei den Olympischen Spielen in Seoul, Miltons Besitzer allerdings erlaubten den Start nicht, da sie um die Gesundheit des Pferdes fürchteten.
Gemeinsam mit seinem Bruder Michael Whitaker (* 17. März 1960), Timothy Grubb und Steven Smith gewann er 1984 Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen in Los Angeles.
Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney ritt er mit Calvaro Z ein Pferd seines Bruders Michael. Kurz darauf erlitt er bei einem Reitturnier in Schweden einen Hirnschlag, nach seiner Genesung stieg er allerdings gleich wieder in den Sattel.[1][2] 2006 stürzte er beim Springderby in Hamburg schwer.[3]
Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking musste er auf einen Start verzichten, da sich sein Pferd Peppermill im Vorfeld verletzt hatte.
Whitaker ist bekannt für seine Fähigkeit, sich auf neue Pferde einzustellen und diese nach nur wenigen Tagen in den schwierigsten Parcours vorne zu platzieren. Zudem reitet er seine Pferde so ökonomisch, dass sie noch im hohen Alter topfit im Spitzensport unterwegs sind.
Er gilt als bescheiden und aufgeschlossen und wird aufgrund der Tatsache, dass er bei Interviews sehr knappe und präzise Antworten gibt, oftmals fälschlicherweise als wortkarg bezeichnet.
Er ist mit Clare Barr verheiratet, deren Vater das Pferd Ryan’s Son gehörte. Das Paar hat drei Kinder: Robert, Louise und Joanne. Sein Sohn Robert, sein Neffe William und seine Nichte Ellen sind ebenfalls international im Springsport erfolgreich.
Z7 Regal Don (* 2013), British Sport Horse Dunkelfuchs Hengst, Vater: Don van het Parelshof Z, Muttervater: Sebastian
Cornets Olona (* 2017), brauner British Sport Horse Hengst, Vater: Cornet Obolensky, Muttervater: Indorado
Sharid (* 2009), brauner Selle Français-Wallach, Vater: Toulon, Muttervater: Vacouleurs
Equine America Unick du Francport (* 2008), brauner Selle Français-Wallach, Vater: Zandor Z, Muttervater: Helios de la Cour II
Milton (* 1977; † 1999), Holländisches Warmblut, Schimmel-Wallach, Vater: Marius, Muttervater: Any Question, seit 1985, 1994 bei der Olympia London International Horse Show aus dem Sport verabschiedet
Ryan’s Son (* 1968; † 1987), Brauner, irischer Halbblüter, Whitaker war 18 Jahre alt, als er ihn unter den Sattel bekam.[4]
Peppermill (* 1997), brauner KWPN-Hengst, Vater: Burggraaf, Muttervater: Voltaire; Züchter: W. Verstappen[6], zuletzt im November 2011 im internationalen Sport eingesetzt
Utah van Erpekom (* 1997), belgischer Scheckhengst, Vater: Landetto, Muttervater: Calimero[7], die meisten Nachkommen aus dem Jahr 2007
Argento (* 2002), dunkelbraunes Anglo Europäisches Sportpferd Hengst, Vater: Arko III, Muttervater: Gasper, seit Januar 2020 in Frankreich in der Zucht