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John Gooders

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John Martin Gooders (* 10. Januar 1937 in London; † 18. Mai 2010 in Winchelsea) war ein britischer Vogelbeobachter und Autor von Vogelbestimmungsbüchern. Sein Werk Where to Watch Birds wurde ein großer Erfolg.

Gooders wurde im Süden Londons als einziger Sohn von Gelegenheits-Schneidern geboren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er zweimal evakuiert, zunächst nach Tilford in Surrey und anschließend nach East Anglia, wo er seine Faszination für Vogelbeobachtung entwickelte. Wie viele andere Schüler seiner Generation profitierte er vom Butler-Bildungsgesetz von 1944, erhielt einen Platz an der Wandsworth Grammar School im Südwesten Londons, bestand die Eleven-plus-Prüfung, studierte anschließend Politik und Philosophie an der University of Southampton und qualifizierte sich danach als Lehrer. Zwischen 1959 und 1966 unterrichtete Gooders an Londoner Schulen und arbeitete dann bis 1969 als Dozent am Lehrerbildungscollege Avery Hill.

Seine Karriere änderte sich, als er Bruce Coleman, einen Vogelbeobachter und Unternehmer, kennenlernte. Coleman war auf einer Geschäftsreise in die USA auf einen Führer zu Vogelbeobachtungsorten gestoßen und erkannte eine Marktlücke für ein ähnliches Buch zu Vogelbeobachtungsorten in Großbritannien. Hieraus entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen Gooders und Coleman, die 1967 in der ersten Ausgabe des Vogelführers Where to Watch Birds gipfelte.

Viele der darin beschriebenen Beobachtungsgebiete galten bis dahin als streng gehütete Geheimtipps eines kleinen Kreises elitärer Vogelbeobachter, von denen zahlreiche die Öffnung dieser Informationen für eine breitere Öffentlichkeit ablehnten. Auch aus Naturschutzkreisen wurden Bedenken geäußert, da befürchtet wurde, das Buch könne seltene Brutvogelarten verstärkter Störung durch Besucher aussetzen oder Eiersammler anlocken.

Unterstützung erhielt Gooders jedoch vom Direktor der Royal Society for the Protection of Birds, Peter Conder, der das Werk offiziell befürwortete. Auch innerhalb der Vogelbeobachterszene fand das Buch große Zustimmung und wurde nahezu 250.000 Mal verkauft. Es diente vielen Lesern zur Planung von Exkursionen und Urlaubsreisen.

Zu den frühen Befürwortern gehörte der Schauspieler und Naturschützer Bill Oddie, der später erklärte, das Buch habe Menschen dazu ermutigt, ihre Heimatregion zu verlassen und neue Gebiete zu erkunden, in der Erwartung, dort interessante Vogelarten beobachten zu können.

Der Erfolg von Where to Watch Birds ermöglichte es Gooders, den Lehrerberuf aufzugeben und sich ganz dem Schreiben sowie der Herausgebertätigkeit zu widmen. 1969 erhielt er ein Churchill Scholarship,[1] um den Vogelzug durch die Sahara zu erforschen. Während seiner zehnwöchigen Studie in Marokko wurde er vom Vogelbeobachter Ron Johns begleitet. Die Expedition brachte nur wenige neue geografische Erkenntnisse. Dennoch hatte sie eine spürbare Wirkung: Sie weckte das Interesse vieler junger Vogelbeobachter. In der Folge reisten zahlreiche Naturfreunde zur Insel Mogador, nach Ouarzazate sowie auf die Strecke nach Boumalne Dadès. Dieses Gebiet gilt als bedeutender Fundort für mehrere der begehrtesten Wüstenvogelarten Marokkos. Von 1969 bis 1971 redigierte Gooders die wöchentlich erscheinende Sammelreihe Birds of the World, die von IPC Magazines veröffentlicht wurde. Die für ihre Zeit außergewöhnliche Reihe enthielt zahlreiche Farbfotografien sowie fachkundige, zugleich allgemein verständliche Beiträge verschiedener Autoren. Durch die Beschäftigung mit Vogelarten aus aller Welt trug sie dazu bei, die bis dahin stark auf Großbritannien ausgerichtete Vogelbeobachtung im Vereinigten Königreich zu internationalisieren.

In den folgenden Jahren unternahm Gooders Reisen durch Europa und weitere Regionen, darunter in die Camargue, wo er Rosaflamingos, Stelzenläufer, Bienenfresser, Flughühner und Brachschwalben beobachten konnte. Diese und andere Vögel lieferten die Anregung für sein zweites Buch Where to Watch Birds in Europe, das 1970 erschien. Er baute eine umfangreich Vogelbeobachtungsindustrie auf. Gemeinsam mit seiner ersten Frau Su gründete er die Naturfotoagentur Ardea, die heute von seiner Tochter geführt wird und hunderttausende digitaler Bilder und Dias, Werke führender Fotografen aus aller Welt besitzt. Nach Erscheinen der letzten Ausgabe von Birds of the World gründete Gooders sein eigenes Monatsmagazin, World of Birds, was sich jedoch aufgrund des Fehlens eines Geldgebers als Fehlschlag erwies.

Für ein Jahr schrieb er Drehbücher für die Reihe Survival bei Anglia Television, entschied jedoch, dass das Arbeitsumfeld eines Unternehmens nichts für ihn war. Er kehrte zur freiberuflichen Tätigkeit zurück, schrieb für die BBC-Reihe World About Us, für Time-Lifes Wild, Wild World und präsentierte eine Reihe von Filmen für den Fernsehsender Television South.

Anfang der 1980er Jahre zog Gooders mit seiner zweiten Ehefrau Robbie nach East Sussex. Dort gründete er das Ökotourismusunternehmen Birding Tours. Innerhalb weniger Jahre hatten sie ein weltweites Angebot an Reisen aufgebaut, von denen viele Ziele anboten, die von anderen in der Branche ignoriert wurden. In den folgenden 23 Jahren operierte Birding Tours auf jedem Kontinent mit Ausnahme der Antarktis. Gooders engagierte sich auch als Naturschützer. Er sammelte Gelder für Türme, die eigens dafür entworfen wurden, dem zunehmend seltenen Rötelfalken (Falco naumanni) Nistplätze zu bieten – in Portugal und in der Camargue in Südfrankreich.

1998 wurde Gooders Vorsitzenden der Friends of Rye Harbour Nature Reserve gewählt, ein Amt, das er zehn Jahre lang innehatte. Zudem engagierte er sich darüber hinaus kommunalpolitisch. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er die Einwohnervereinigung von Winchelsea. Beide setzten sich erfolgreich gegen den Bau eines Straßentunnels unter der mittelalterlichen Stadt ein und prägten dabei den Slogan „Numby“ („Not Under My Back Yard“). Später wurde Gooders Ehrenbürger von Winchelsea, von 2006 bis 2007 zum Bürgermeister der Stadt gewählt und war zeitweise Sprecher der Cinque Ports Federation.

Gooders war Vorsitzender der British Association of Picture Libraries and Agencies. Er veröffentlichte mehr als 40 Vogelbücher, darunter Finding Birds Around the World (mit Peter Alden), Birds that Came Back, The Larousse Field Guide to the Birds of Britain and Europe sowie Collins’ British Birds and Wildlife Photography (mit dem 1991 verstorbenen Naturfotografen Eric Hosking).

Er war zudem beratender Herausgeber der Reihe The Orbis Encyclopaedia of Birds beim Verlag Orbis Publishing.

Gooders starb am 18. Mai 2010 nach langer Krankheit im Alter von 73 Jahren.

  • Stephen Moss: John Gooders obituary. In: The Guardian. 30. Juni 2010, ISSN 0261-3077 (theguardian.com).
  • Barry Yates: Obituary John Gooders (1937–2010). In: British Birds. Band 103, Nr. 9, September 2010, S. 548.
  • Anonym: John Gooders (Obituary) In: The Daily Telegraph, 19. Juli 2010, S. 25

Einzelnachweise

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  1. John Gooders - The Churchill Fellowship. 2025, abgerufen am 23. April 2026 (englisch).