Jean Monet



Jean Armand Claude Monet[1] (geboren am 8. August 1867 in Paris; gestorben am 10. Februar 1914 in Giverny) war der älteste Sohn des Malers Claude Monet. In seiner Jugend stand er wiederholt für Gemälde seines Vaters Modell. Später heiratete er die Malerin Blanche Hoschedé.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jean Monet kam 1867 als Sohn von Claude Monet und Camille Doncieux in Paris zur Welt. Die Eltern waren nicht verheiratet, Claude Monet erkannte jedoch die Vaterschaft an. Pate des Kindes war Monets Freund, der Maler Frédéric Bazille.[2] Claude Monets Eltern lehnten seine Beziehung zu Camille Doncieux ab und stellten ihre finanzielle Unterstützung ein, als er nach der Geburt des Kindes weiterhin zu seiner Freundin stand. Claude Monet und Camille Doncieux heirateten schließlich 1870. Im selben Jahr begann der Deutsch-Französische Krieg. Claude Monet ging im Herbst 1870 mit seiner Frau und dem Sohn Jean ins Exil nach London, um dem Militärdienst zu entgehen. Einige Monate nach Kriegsende reiste die Familie in die Niederlande und kehrte anschließend zurück nach Paris. Ab 1872 lebte die Familie Monet im Pariser Vorort Argenteuil, 1878 kehrten sie für einige Monate nach Paris zurück, wo Jeans Bruder Michel Monet zur Welt kam. Im September 1878 zog die Familie nach Vétheuil, 60 Kilometer nordwestlich von Paris. Hier wohnten die in schwierigen finanziellen Verhältnissen lebenden Monets mit der befreundeten Familie Hoschedé zusammen, die ebenfalls akute Geldprobleme hatte. Ernest Hoschedé war zuvor ein Sammler der Werke von Monet. Er hielt sich seit dieser Zeit überwiegend in Paris auf und versuchte dort Geld zu verdienen. Seine Frau Alice Hoschedé, die sechs eigene Kinder zu versorgen hatte, kümmerte sich auch um die Kinder Jean und Michel Monet sowie um die schwer erkrankte Camille Monet, die schließlich 1879 im Alter von 32 Jahren starb. 1881 folgte der Umzug der beiden Familien nach Poissy, 1883 ließen sich die Monets und Hoschedés in Giverny nieder, jedoch ohne Ernest Hoschedé, der inzwischen von der Familie dauerhaft getrennt lebte. Alice Hoschedé und Claude Monet lebten fortan in eheähnlicher Gemeinschaft, 1892 heirate das Paar.
Jean Monet wurde von seinem Vater wiederholt gemalt. 1867 zeigte er den Neugeborenen in Jean Monet in seiner Wiege, es folgte eine Reihe von Bildern, in denen Jean als Kleinkind zu sehen ist, wie in Das Kind mit der Tasse von 1868. Teilweise ist er an der Seite der Mutter zu sehen, wie in Camille und Jean Monet im Garten von Argenteuil von 1873, in anderen Bildern erscheint er als Teil einer Gruppenkonstellation, wie in Das Frühstück von 1869 oder ist Staffagefigur in einem Landschaftsbild, wie in Mohnblumen (Argenteuil) von 1875. Zu den wenigen Porträtbildnissen gehört das Bildnis Jean Monet mit Bommelmütze von 1870 und das Bildnis Jean Monet von 1880, das den Erstgeborenen als 13-jährigen Jungen zeigt. Danach hat Monet seinen Sohn nicht mehr gemalt. Der Maler fokussierte sich seit dieser Zeit insgesamt auf die Landschaftsmalerei und Porträts blieben danach in seinem Schaffen die Ausnahme. Jean Monet taucht zudem in den Bildern anderer Maler auf, so in Édouard Manets Gemälde Die Familie Monet in ihrem Garten in Argenteuil und in Pierre-Auguste Renoirs Camille Monet und ihr Sohn Jean in Argenteuil, die beide den 7-jährigen Jean an einem Tag im Sommer 1874 zeigen.
Nach seiner schulischen Ausbildung studierte Jean Monet Chemie in der Schweiz. Anschließend arbeitete er in der Farbfabrik seines Onkels Léon Monet in Rouen.[3] Er heiratete 1897 seine Stiefschwester, die Malerin Blanche Hoschedé.[4] Die Ehe blieb kinderlos. Das Paar lebte zunächst in Rouen, wo es in der Rue de Renard Nr. 239[5] eine Wohnung bezog, später wohnten sie in Beaumont-le-Roger. Jean starb nach längerer Krankheit am 10. Februar 1914.[6] Er ist im Gemeinschaftsgrab der Familie Monet auf dem Friedhof von Giverny bestattet.
Jean Monet in den Gemälden seines Vaters Claude Monet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die nachfolgende Liste enthält die Werke, in denen Jean Monet von seinem Vater gemalt wurde.[7] Angegeben sind die Nummer im Werkverzeichnis, die dort vermerkten deutschen Bildtitel und die aktuellen Besitzer.[8]
- W 101, Jean Monet in seiner Wiege, 1867, National Gallery of Art, Washington, D.C.
- W 108, Jean Monet, schlafend, um 1868, Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen
- W 131, Das Kind mit der Tasse, Bildnis Jean Monet, 1868, Privatsammlung
- W 129, Das Abendessen, 1868–1869, Stiftung Sammlung E. G. Bührle im Kunsthaus Zürich, Zürich
- W 132, Das Frühstück, 1869, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
- W 142, Bildnis Jean Monet mit Bommelmütze, 1870, Fondation Bemberg, Toulouse
- W 238, Jean Monet auf seinem Pferdewägelchen, 1872, Metropolitan Museum of Art, New York
- W 274, Mohnfeld bei Argenteuil, 1873, Musée d’Orsay, Paris
- W 280, Camille mit Jean und Kindermädchen, 1873, Privatsammlung
- W 282, Camille und Jean Monet im Garten von Argenteuil, 1873, Privatsammlung
- W 284, Das Haus des Künstlers in Argenteuil, 1873, Art Institute of Chicago, Chicago
- W 285, Das Mittagessen, um 1873, Musée d’Orsay, Paris
- W 341, Wiese in Bezons, 1874, Nationalgalerie, Berlin
- W 365, Im Haus des Künstlers, 1875, Musée d’Orsay Paris
- W 377, Sommer, Mohnfeld, 1875, Privatsammlung
- W 378, Pappeln bei Argenteuil, 1875, Museum of Fine Arts, Boston, Boston
- W 379, Der Spaziergang, Argenteuil, 1875, Privatsammlung
- W 379a, Spaziergang bei Argenteuil, 1875 Musée Marmottan Monet, Paris
- W 380, Mohnblumen (Argenteuil), 1875, Metropolitan Museum of Art, New York
- W 381, Der Spaziergang, Frau mit Sonnenschirm, 1875, National Gallery of Art, Washington, D.C.
- W 632, Bildnis Jean Monet, 1880, Musée Marmottan Monet, Paris
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Daniel Wildenstein: Monet or the triumph of Impressionism. Werkverzeichnis Band I, Taschen, Köln 1996, ISBN 3-8228-7060-9, S. 67.
- ↑ Felix Krämer: Das Private als Provokation. In: Felix Krämer, Ingrid Hacker-Klier: Monet und die Geburt des Impressionismus. Prestel, München 2015, ISBN 978-3-7913-5414-9, S. 115.
- ↑ Claire Joyes: Claude Monet, life at Giverny. Vendome Press, New York 1985, ISBN 0-86565-053-5, S. 65.
- ↑ Polly Cone: Monet’s years at Giverny, beyond impressionism. Metropolitan Museum of Art, New York 1974, ISBN 0-8109-2183-9, S. 160.
- ↑ Philippe Piguet: A city for Impressionism – Monet, Pissarro, and Gauguin in Rouen. Skira Flammarion/Musée des Beaux-Arts de Rouen, Paris/Rouen 2010, ISBN 978-2-08-124399-6, S. 348.
- ↑ Polly Cone: Monet’s years at Giverny, beyond impressionism. Metropolitan Museum of Art, New York 1974, ISBN 0-8109-2183-9, S. 171.
- ↑ Dorothee Hansen, Wulf Herzogenrath: Monet und Camille, Frauenportraits im Impressionismus, S. 185.
- ↑ Alle Werke in Daniel Wildenstein: Monet or the triumph of Impressionism. Werkverzeichnis Band I, Taschen, Köln 1996, ISBN 3-8228-7060-9.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Monet, Jean |
| ALTERNATIVNAMEN | Monet, Jean Armand Claude (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Sohn von Claude Monet |
| GEBURTSDATUM | 8. August 1867 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 10. Februar 1914 |
| STERBEORT | Giverny |