Zum Inhalt springen

Jean Cerf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Jean Barthelemy Cerf (* 31. März 1928 in Solaize; † 10. Oktober 1997 in Pierre-Bénite[1]) war ein französischer Mathematiker, der sich mit Topologie beschäftigte.

Cerf studierte an der École normale supérieure in Paris und promovierte bei Henri Cartan. Er war zunächst Maître de conférences an der Universität Lille und dann Professor an der Faculté de Science der Universität Paris-Süd in Orsay. Daneben war er Directeur de recherche des CNRS.

Cerf arbeitete über Differentialtopologie und symplektische Topologie. In der nach ihm benannten Cerf-Theorie werden in der Differentialtopologie 1-parametrige Familien stetiger Funktionen auf Mannigfaltigkeiten betrachtet, die Morsefunktionen verallgemeinern. Damit zeigte Cerf, dass Diffeomorphismen der 3-Sphäre isotop zu Isometrien der 3-Sphäre sind.[2] Die Theorie wird auch im Kirby-Kalkül von Robion Kirby verwendet.

1966 war er Gastredner auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Moskau (Isotopie et Pseudo-Isotopie). Zu seinen Doktoranden zählt der Topologe François Laudenbach. 1971 war Cerf Präsident der Société Mathématique de France.

  1. CERF Jean Barthelemy. In: matchID. Abgerufen am 29. Mai 2026 (französisch).
  2. Cerf Sur les difféomorphismes de la sphère de dimension trois (), Lecture Notes in Mathematics, Bd. 53. Springer 1968, „La stratification naturelle des espaces de fonctions différentiables réelles et le théorème de la pseudo-isotopie“, IHES Publ., Bd. 39, 1970, S. 5–173.