Jacques Jefferies wurde 2002 als Sohn britischer Eltern in Thonon-les-Bains in der Nähe des Genfersees geboren und wuchs wie seine fast gleichaltrige Teamkollegin Jeanne Richard in Les Gets auf.[1] Nachdem er als kleines Kind zunächst Ausdauersport wie das Laufen betrieben hatte, wechselte er mit 13 Jahren zum Biathlon.[1] 2021 wurde Jefferies in den französischen Junioren-Nationalkader aufgenommen.
Sein internationales Debüt gab er bei den Jugendweltmeisterschaften 2021 in Obertilliach und verpasste bei seinen drei Starts die Top-20. Im folgenden Dezember startete er, erneut in Obertilliach, bei seinen ersten beiden IBU-Cup-Wettkämpfen und belegte die Ränge 101 und 83 in Einzel und Sprint. Bei den Junioreneuropameisterschaften 2022 ergatterte der Franzose mit der Mixedstaffel die Goldmedaille, ebenfalls auf dem ersten Rang schloss er das Staffelrennen der Junioren-WM an der Seite von Oscar Lombardot, Rémi Broutier und Paul Fontaine ab. Einen weiteren Erfolg stellte der Gewinn der Gesamtwertung des französischen Pokals im gleichen Jahr dar.[2] Im Winter 2022/23 startete Jefferies im IBU-Junior-Cup und erreichte drei Podestplätze, darunter auch in einem Sprintrennen. Außerdem sicherte er sich erneut bei beiden Meisterschaften Medaillen: Im Rahmen der Junioren-EM resultierte Gold mit Léonie Jeannier im Single-Mixed-Rennen sowie Silber hinter Nicolò Betemps in der Verfolgung, bei den Juniorenweltmeisterschaften gewann er Silber als Schlussläufer der Mixedstaffel. Die Juniorenweltmeisterschaften 2024 stellten Jefferies' letzte Rennen auf Juniorenebene dar, mit der Staffel gewann er dabei hinter den Teams aus Norwegen und der Ukraine Bronze. In der Saison 2024/25 bestritt er insgesamt fünf Wettkämpfe im IBU-Cup und überraschte dabei am Arber mit Rang sechs im Sprint und damit ersten Ranglistenpunkten auf dieser Ebene.
Zum Winter 2025/26 wechselte Jefferies zum britischen Biathlonverband. Seine Entscheidung begründete er mit angespannten Beziehungen zum französischen Skiverband (FFS) in Bezug auf Fairness hinsichtlich der Selektionskriterien sowie einem „freier(em) Weg zu internationalen Wettkämpfen und hoffentlich zu den Olympischen Spielen“[1]. Seine ersten Starts für das Vereinigte Königreich erfolgten zu Beginn der Saison im IBU-Cup, wobei Jefferies in fünf von sechs Rennen die Punkteränge erreichte und beispielsweise Zwölfter im Einzel von Ridnaun wurde. Mitte Dezember 2025 gab er bei den Wettkämpfen in Le Grand-Bornand, 30 Kilometer Luftlinie von seinem Heimatort Les Gets entfernt, sein Weltcupdebüt. Er ging dabei im Sprint mit Startnummer eins auf die Strecke und erreichte mit dem 53. Platz das Verfolgungsrennen, welches er als 54. abschloss. Seine weiteren Weltcupstarts im Januar verliefen weniger erfolgreich, trotzdem ergatterte er einen der zwölf Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Italien und schloss die beiden Individualbewerbe auf den Rängen 79 und 81 ab. Beim Wochenende von Kontiolahti war der britische Verband erstmals seit gut neun Jahren wieder in der Lage, eine Männerstaffel im Weltcup zu stellen, mit der Jefferies den 22. Platz erreichte.
Jefferies studiert an der Grenoble École de Management im Studiengang Digital Business Development. Er ist seit 2023 einer von sieben Sustainibility Ambassadors der IBU.[3] Außerdem engagiert er sich in der öffentlichen Aufklärung über mentale Gesundheit und gründete in diesem Zusammenhang die Plattform MindsMelt für Athleten und Sportler.[4]