Jaap Cramer

Jacob „Jaap“ Cramer (* 25. Februar 1899 in Heukelum, Provinz Zuid-Holland, heute: Provinz Gelderland; † 25. April 1998[1] in Assen, Provinz Drenthe) war ein niederländischer Politiker der Sociaal-Democratische Arbeiderspartij (SDAP) und der Partij van de Arbeid (PvdA), der unter anderem von 1945 bis 1951 Mitglied der Ersten Kammer der Generalstaaten sowie zwischen 1951 und 1964 Kommissar der Königin in der Provinz Drenthe war.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jacob „Jaap“ Cramer war der Sohn eines Arztes, der sich auch als Vorstandsmitglied der Christlich-Sozialen Partei CSP (Christelijk-Sociale Partij) engagierte. Er absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Utrecht und wurde während seiner Studienzeit von den Quäkern und dem Sozialismus beeinflusst. Nach Abschluss des Studiums befasste er sich von Januar 1927 bis 1935 als stellvertretender Sekretär des Zentralverbandes für die Entwicklung von Drenthe mit sozialkultureller Arbeit und fungierte im Anschluss zwischen 1935 und dem 15. Juli 1951 als Direktor des Zentralverbandes für die Entwicklung von Drenthe, der späteren Drenthe-Wiederaufbaustiftung (Opbouw Drenthe). Er leitete in dieser Funktion den wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau Drenthes während der Weltwirtschaftskrise und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Während der deutschen Besatzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg war er eine prominente Persönlichkeit des Widerstands und organisierte unter anderem das Verteilungsnetz für die politische Monatszeitschrift „Vrij Nederland“. Daneben war er an dem Zwitserse Weg (Netzwerk Dutch-Paris) beteiligt, die Verbindungen zwischen den besetzten Niederlanden und London herstellte. Er war von August 1944 bis zum 26. Mai 1945 Mitglied des Kollegiums der Vertrauensleute (College van Vertrouwensmannen), ein von der Regierung eingesetztes Gremium, das nach der Befreiung die Verantwortung übernahm, und in dem Gerard Slotemaker de Bruine[2] und Nico Stufkens[3] zu seinen politischen Freunden gehörten.
Cramer war vom 20. November 1945 bis zum 15. Juli 1951 Mitglied der Ersten Kammer der Generalstaaten (Eerste Kamer der Staten-Generaal), des Oberhauses des Parlaments, wobei er 1951, 1952, 1956 und 1960 jeweils von der Gruppe II gewählt wurde, zu der die Provinzen Gelderland, Overijssel, Groningen und Drenthe gehören. Er war zunächst Vertreter der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei SDAP (Sociaal-Democratische Arbeiderspartij) sowie ab dem 9. Februar 1946 der Partei der Arbeit PvdA (Partij van de Arbeid). In der Ersten Kammer war er bildungspolitischer Sprecher PvdA-Fraktion und engagierte sich zudem in Fragen des Wiederaufbaus. Daneben fungierte er vom 15. Februar 1947 bis zum 1. März 1969 als Vorsitzender des Kinderschutzrates (Raad van de Kinderbescherming).

Nach seinem Ausscheiden aus der Ersten Kammer wurde Jaap Cramer durch Königlichen Erlass vom 25. Mai 1951 zum Kommissar der Königin in der Provinz Drenthe ernannt und trat dieses Amt als Nachfolger von Reint Hendrik de Vos van Steenwijk[4] offiziell am 15. Juli 1951 an.[5] Er verblieb auf dem Posten des Kommissars der Königin bis zum 1. März 1964, woraufhin Karel Hendrik Gaarlandt[6] seine Nachfolge antrat. Der Einwand gegen seine Ernennung zum Königlichen Kommissar, er sei ledig, wurde vom zuständigen Innenminister Johannes Henricus van Maarseveen[7] zurückgewiesen. Maarseveen argumentierte, dass Cramers Schwester, eine Krankenhausdirektorin, ihn bei Bedarf bei seinen repräsentativen Aufgaben unterstützen könne. Als Kommissar der Königin setzte er sich aktiv für seine Provinz ein und war Vorsitzender des Provinzausschusses für Beschäftigung. Unter anderem gelang es ihm, die Ansiedlung der Danlon-Kunstseidefabrik in Emmen zu sichern. Außerdem förderte er den Tourismus durch den Bau von Radwegenetzen in der Provinz, die 1961 von der Königin eingeweiht wurden. Daneben engagierte er sich als Mitglied des Vorstands des Wirtschaftlich-Technologisches Institut Drenthe DETI (Drents Economisch-Technologisch Instituut), seit 1953 als Mitglied des Beirats für Studenteneinrichtungen sowie als Vorsitzender des Ausschusses für die Erforschung des Entwicklungspotenzials der niederländischen Jugend.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- M. R. Hilbrandie-Meijer: 101 markante Drenten van de twintigste eeuw, Uitgeverij Noordboek 2001
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mr. J. (Jaap) Cramer. parlement.com (niederländisch).
- Cramer, Jaap. rulers.org (englisch).
- Jacob (Jaap) Cramer. Geheugen van Drenthe, 15. Juni 1964 (niederländisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ The Netherlands: 25 April 1998. In: parlement.com. (englisch).
- ↑ Mr. G.H. (Gerard) Slotemaker de Bruïne. In: parlement.com. (niederländisch).
- ↑ N. (Nico) Stufkens. In: parlement.com. (niederländisch).
- ↑ Mr.Dr. R.H. baron de Vos van Steenwijk. (niederländisch).
- ↑ The Netherlands Provinces: Drenthe Governors/ Commissioners. In: rulers.org. (englisch).
- ↑ Mr. K.H. (Dick) Gaarlandt. (niederländisch).
- ↑ Mr. J.H. van Maarseveen. (niederländisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cramer, Jaap |
| ALTERNATIVNAMEN | Cramer, Jaap (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Politiker (PvdA) |
| GEBURTSDATUM | 25. Februar 1899 |
| GEBURTSORT | Heukelum, Provinz Zuid-Holland, heute: Provinz Gelderland |
| STERBEDATUM | 25. April 1998 |
| STERBEORT | Assen, Provinz Drenthe |