James Cash Penney (ganz links oben) mit seinen Geschäftspartnern von Golden Rule
Das Unternehmen wurde 1902 von James Cash Penney, Thomas Callahan und Guy Johnson, in Kemmerer, Wyoming, unter dem Namen „Golden Rule“ gegründet. Hierzu investierte Penney seine gesamten Ersparnisse in Höhe von 2.000 Dollar und lieh sich weiteres Geld.[2][3]
James Cash Penney (1902)
Da Geschäft hieß „Golden Rule“ (deutsch: Goldene Regel), weil der Name das Leitprinzip seines Geschäfts widerspiegelte: die „Goldene Regel“ aus der Ethik, die besagt „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest“. Penney wollte sein Geschäft auf Ehrlichkeit, Fairness und guten Umgang mit Kunden und Mitarbeitern aufbauen. Dieser Grundsatz war ihm sehr wichtig und prägte seine Geschäftspraktiken, wie Festpreise ohne Feilschen und eine Geld-zurück-Garantie. Der Name sollte signalisieren, dass im Laden nach moralisch korrektem Verhalten gehandelt wird und Vertrauen im Mittelpunkt steht.[4][5][6][7]
Das erste Geschäft in Kemmerer, Wyoming, damals noch als Golden Rule firmierend (1904)
Golden Rule führte innovative Praktiken wie Festpreise und Geld-zurück-Garantie ein, die dazu beitrugen, Vertrauen bei den Kunden aufzubauen.[8]
James Cash Penney kaufte 1907 die Anteile seiner Partner auf und baute das Unternehmen, dass zu diesem Zeitpunkt aus drei Geschäften bestand, weiter aus.[3][9]
1909 verlegte Golden Rule den Firmensitz nach Salt Lake City, Utah, um näher an Banken und Eisenbahnlinien zu sein.[3][10] Bis 1912 hatte Golden Rule 34 Filialen mit einem Umsatz von 2 Millionen US-Dollar in den Rocky Mountain States.[3][10]
1913 wurde die Firma unter dem Namen J. C. Penney Company offiziell eingetragen. Co-Gründer war William Henry McManus.[3] 1914 zog das Unternehmen erneut um, nach New York City, um näher an Banken und Lieferanten zu sein.[10] 1916 gab es bereits mehr als 120 Filialen.[9]
1924 eröffnete Penney seine 500. Filiale in seiner Heimatstadt Hamilton[10], Missouri. Das Unternehmen wuchs in den 1920ern stark und hatte bereits 1928 etwa 1.000 Filialen[11] mit einem Umsatz von rund 190 Millionen US-Dollar.[12]
1929 hatte J.C. Penney in allen 48 US-Bundesstaaten Geschäfte eröffnet und sich als wichtiger Einzelhändler etabliert.[13]
Obwohl James Cash Penney während der Weltwirtschaftskrise nahezu sein gesamtes Privatvermögen verlor, erreichte J. C. Penney 1941 1.600 Filialen.[13] 1959 zählte man 1.700 Filialen. Auch in den 1960er-Jahren konnte J. C. Penney weiter wachsen und profitierte besonders von dem Aufkommen der Einkaufszentren, wo man häufig Ankermieter wurde.[9] 1962 steigt das Unternehmen in den Versandhandel ein,[14] der erste Versandkatalog erschien 1963.[15] Der Bereich wurde jedoch erst ab 1971 für J. C. Penney profitabel wird.[9]
Cook’s Café und Hotel und der J. C. Penney Store in St. Peter, Minnesota
Ende der 1960er trat J. C. Penney in den belgischen Markt ein und erwarb eine Beteiligung an dem Textileinzelhandelsunternehmen Sarma, S.A., diese Beteiligung wurde jedoch 1987 wieder abgestoßen.[14]
J.-C.-Penney-Lager in St. Louis
Im Februar 1971 verstarb James Cash Penney, 95-jährig, aber sein Unternehmen wuchs weiter.[9] In diesem Jahr wurde ein Gesamtumsatz von 5 Milliarden US-Dollar erzielt und zwei Jahre später erreichte man mit 2.053 Filialen den Höchststand der Unternehmensgeschichte.[16]
Denkmal für James Cash Penney vor dem Rathaus von Penney Farms, Florida
1992, nach 68 Jahren, verließ J. C. Penney New York und verlagerte seinen Unternehmenssitz nach Plano, Texas, einem Vorort von Dallas.[17] Der Umzug war bereits seit 1987 geplant.[9]
Da sich das Unternehmen nicht gegen den Online-Handel behaupten kann, wird 2011 das Versandgeschäft eingestellt.[9][18]
J. C. Penney betrieb Ende Januar 2012 rund 865 Kaufhäuser in den USA und beschäftigte etwa 159.000 Mitarbeiter.[19] Da der Konzern seit 2010 ausschließlich Verluste zu verzeichnen hatte, musste die Mitarbeiterzahl bis Januar 2020 auf unter 90.000 abgebaut werden.[1][20] Im Rahmen der COVID-19-Pandemie meldete J. C. Penney am 15. Mai 2020 Insolvenz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts an.[21]
Im Januar 2025 fusionierte J. C. Penney mit der SPARC Group, dem Mutterunternehmen von Marken wie Aeropostale, Eddie Bauer, Brooks Brothers Lucky Brand, Nautica und Forever 21, zu Catalyst Brands. Diese Fusion schuf ein großes Portfolio mit rund 1.800 Ladengeschäften und etwa 60.000 Arbeitsplätzen.[23] lm Oktober 2025 trugen noch 647 Filialen den Namen J.C. Penney.[24]
Zum Sortiment von J. C. Penney gehören unter anderem Kleidung, Schuhe, Möbel, Schmuck, Kosmetik, Elektrogeräte und Haushaltsgegenstände im unteren bis mittleren Preissegment. Mit dem Unternehmen Polo Ralph Lauren bestand zwischen 2008 und 2012 eine Exklusiv-Kooperation über die niedrigpreisige Lizenz-Bekleidungs- und Accessoiresmarke American Living.[25][26]
Im Jahr 1940 begann Sam Walton bei J. C. Penney in Des Moines, Iowa, seine Karriere für 18 Monate als Trainee. Walton gründete 1962 den Einzelhandelskonzern Walmart.[12][27]