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Isarring

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Isarring
Wappen
Straße in München
Isarring im Englischen Garten
Basisdaten
Landeshauptstadt München
Stadtbezirk Bogenhausen, Herzogpark, Schwabing-Freimann
Angelegt 1966
Neugestaltet 2009, 2017
Hist. Namen Leonhard-Eck-Straße (in Bogenhausen/Herzogpark)
Name erhalten 1958
Anschluss­straßen Effnerplatz, Schenkendorfstraße
Querstraßen Oberföhringer Straße (Brücke), Kolbergerstraße, Mauerkircherstraße (in Unterführung), Pienzenauerstraße, Heinrich-Mann-Allee, Ifflandstraße, Kleinhesselohe, Dietlindenstraße, Mannlichstraße, Amsterdamer Straße, Genter Straße, Peter-Paul-Althaus-Straße, Niebuhrstraße, Brabanter Straße, Ungererstraße (alle kreuzungsfrei)
Nummern­system Orientierungsnummerierung, aufsteigend ab der Ungererstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr (nur zwischen Dietlindenstraße und Effnerplatz), Autoverkehr, ÖPNV
Straßen­gestaltung John-F.-Kennedy-Brücke, Biedersteiner Tunnel
Technische Daten
Straßenlänge 3,1 km

Der Isarring ist ein vierstreifiges Teilstück des Mittleren Rings, der Bundesstraße 2 R, in München. Er erhielt seinen Namen 1958[1], wurde im Jahr 1966 eröffnet und wird täglich von 110.000 Autos befahren.[2] Die Straße ist mit Ausnahme der Anwesen Nr. 9 und 11 (denkmalgeschützt) und einiger Häuser an einer Seitenfahrbahn westlich des Effnerplatzes unbebaut.

Biedersteiner Tunnel
Die John-F.-Kennedy-Brücke, Blick Richtung Effnerplatz

Der Isarring schließt sich ab der Ausfahrt Ungererstraße an die Schenkendorfstraße an. Von dieser kreuzungsfreien Anschlussstelle an ist die Ungererstraße außerdem stadtauswärts als Bundesstraße 11 gewidmet. Zur stadtauswärtigen Seite liegt der Nordfriedhof; der Ring ist an dieser Stelle tiefergelegt. Nach einer Rechtskurve und einer Aus- und Zufahrt zur Biedersteiner Straße (von der Fahrbahn Richtung Effnerplatz) und einer Zufahrt von der Mannlichstraße (von der Fahrbahn Richtung Schenkendorfstraße) führt die Straße in den Biedersteiner Tunnel, dessen Name sich vom Schlösschen Biederstein ableitet, das aber bereits vor Jahrzehnten abgerissen wurde. An seiner Stelle befinden sich das Studentenwohnheim Biederstein und ein Altenwohnheim.

Nach dem Tunnel und einer Linkskurve, in der die Dietlindenstraße (als Teil der Tangente 3 Nord) aufgenommen wird, führt der Ring durch den Englischen Garten. Rechts liegt der Kleinhesseloher See mit dem Restaurant Seehaus. Es folgt die Ausfahrt in Form einer rechtsgeführten Trompete zum Tucherpark (Ifflandstraße als Nordteil der nie vollendeten Isarparallele), danach überquert die Straße auf der John-F.-Kennedy-Brücke die Isar – daher der Name Isarring – und führt auf der Trasse der ehemaligen Leonhard-Eck-Straße durch den Herzogpark weiter in Richtung Effnerplatz mit der Skulptur Mae West.

Außer der Isar quert der Isarring die Wasserläufe Nymphenburg-Biedersteiner Kanal an Übergang zur Schwarzen Lacke, Schwabinger Bach, Oberstjägermeisterbach und Eisbach (alle links der Isar).

Unmittelbar an der Anschlussstelle zur Ungererstraße liegt die U-Bahn-Station Nordfriedhof der Linie U6. Da dort die Schenkendorfstraße endet, sollte der Bahnhof ursprünglich Schenkendorfstraße heißen. Am Nordfriedhof besteht eine Direktverbindung zum Flughafen München mit dem Airportbus. Am Tunnelausgang stadteinwärts befindet sich die Bushaltestelle Osterwaldstraße mit direkter Verbindung zur Münchner Freiheit (Buslinie 59, Giesing Bf. Ackermannbogen).

Ehemalige Leder- und Treibriemenfabrik Hesselberger
  • Nr. 9/11 (ehemals Biederstein 7): Teile der ehemaligen Hesselberger Leder- und Treibriemenfabrik am Biederstein: Werkshalle, zweigeschossiger Backsteinbau mit Flachsatteldach, abgetrepptem Vorschussgiebel und traufseitigem Zwerchhaus mit Stufengiebel, von Alois Ansprenger, 1889/90; Verwaltungsgebäude, zweigeschossiger verputzter Walmdachbau in klassizierenden Heimatstilformen mit konvex ausschwingender Eingangsportikus, von F. Lebrecht und H. Goebel, 1917 (Denkmalliste D-1-62-000-11154), ab 1935 Lehrwerkstätte der Israelitischen Kultusgemeinde für junge Menschen[3][4], später Färberei Götz/Giulini[5], am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal beim abgegangenen Schloss Biederstein.[6] Das Baudenkmal ist gefährdet. Es bestehen Pläne für eine Überbauung mit einem Hochhaus.[7][8]

Initiative M-ein Englischer Garten

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Der Isarring zerschneidet den Englischen Garten in einen Südteil und einen Nordteil. Die Initiative M-ein Englischer Garten möchte den Isarring daher auf 380 Metern in einen Tunnel verlegen, um so die Nord- und Südhälfte des Englischen Gartens wieder miteinander zu vereinigen. Damit soll die historische Form des Englischen Gartens wiederhergestellt werden, wie sie vor dem Bau des Isarrings gegeben war. Der Englische Garten wäre dann wieder ein durchgehender Stadtpark mit 5 km Länge in seiner Nord-Süd-Ausdehnung. Am 28. Juni 2017 beschloss der Münchner Stadtrat einstimmig das Projekt.[9]

Commons: Isarring (München) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Hans Dollinger, Die Münchner Straßennamen. , 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Gesellschaft für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 151
  2. M-ein Englischer Garten. Das Projekt. Abgerufen am 12. August 2019.
  3. https://www.denkmalnetzbayern.de/erhaltenswerte-denkmaeler-bauten-gaerten/gefaehrdet/werkshalle
  4. https://rijo.hier-im-netz.de/pdf/DE_MU_JU_lehrwerkstatt.pdf Susanne Rieger: Fluchtpunkt München: Die "Jüdische Lehrwerkstatt" 1937–1942, abgerufen am 15. Juli 2025
  5. 75 Jahre Ferdinand Götz: A. Giulini's Nachfolger; gegründet 1889 (bei Google Books)
  6. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. München 1997: Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, ISBN 3-923395-06-X, S. 24
  7. https://www.deutsches-architekturforum.de/thread/15315-ex-lederfabrik-am-isarring-wohnhochhaus-in-planung/ abgerufen am 15. Juli 2025
  8. Sebastian Krass: Streit um Hochhaus auf historischer Fabrik, Süddeutsche Zeitung vom 2./3. Oktober 2025, S. R4
  9. Stadtratsbeschluss - Tunnel unter Englischem Garten kommt Süddeutsche Zeitung, 28. Juni 2017

Koordinaten: 48° 9′ 37″ N, 11° 36′ 4″ O