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Isabella Bream Pearce

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Isabella Bream Pearce, geborene Duncan, auch unter dem Pseudonym Lily Bell (* 5. Mai 1859 in Glasgow; † 11. Dezember 1929 ebenda) war eine schottisch-britische sozialistische Politikerin und Suffragette.[1]

Pearce wurde als Tochter des Buchhalters John Thomson Duncan und Margaret Fraser geboren. Pearce heiratete Charles Bream Pearce (1839–1905), einen Weinimporteur für die amerikanische Kooperative Brotherhood of the New Life von Thomas Lake Harris.[1]

Pearce war in den 1890er Jahren aktives Mitglied der Independent Labour Party und fungierte außerdem als Vizepräsidentin der Glasgower Labour Party wo sie Präsidentin der Glasgow Women’s Labour Party war. Pearce und ihr Ehemann unterstützten finanziell Keir Hardies Zeitung Labour Leader. Von 1894 bis 1898 schrieb Pearce unter dem Pseudonym „Lily Bell“ die Kolumne Matrons and Maidens für die Zeitung, worin sie alle Aspekte der Emanzipation der Frau behandelte und schonungslose feministische Analysen der männlichen Macht über Frauen verfasste. Sie kritisierte die Sozialisten dafür, dass sie die Emanzipation der Frau nicht als zentral für das Anliegen des Sozialismus betrachteten.[1][2][3]

Pearce engagierte sich neben ihrer sozialistischen Arbeit auch für die Women’s Emancipation Union (WEU) von Elizabeth Wolstenholme Elmy. Sie sprach auf mehreren WEU-Konferenzen über die Hinwendung der Arbeiterinnen zum Feminismus, die sich nicht mehr damit zufrieden gäben, ihr Geburtsrecht „für ein Linsengericht“ zu verkaufen, weder in ihrem Arbeits- noch in ihrem Privatleben.[4]

Die Glasgower Ortsgruppe der militanten Women’s Social and Political Union (WSPU), die sich für das Frauenwahlrecht im Vereinigten Königreich einsetzte, hatte von Anfang an sehr enge Verbindungen zur ILP und wurde frühzeitig von Pearce und Thomas Johnston unterstützt. Teresa Billington-Greig wurde 1906 nach Schottland geschickt, um dort die WSPU zu organisieren, und über Pearces Freundschaft mit Elmy wurde Billington-Greig in Glasgow eingeführt. Billington-Greig gründete das Scottish Council der WSPU mit Pearce als Schatzmeisterin und heiratete Frederick Lewis im Februar 1907 in Pearces Haus. Als Billington-Greig im Juni 1907 nach einem Zerwürfnis mit den Pankhursts aus der WSPU austrat, übernahmen Pearce und Grace Paterson gemeinsam das Amt der Sekretärinnen des Scottish Council.[5] Zwischen 1906 und 1908 redigierte sie unter wieder als „Lily Bell“ eine Kolumne zum Thema Frauenwahlrecht in der einflussreichen lokalen sozialistischen Zeitung Forward. In den damaligen Debatten über die Frage, ob für Sozialisten die Klasse oder das Geschlecht Vorrang habe, argumentierte sie vehement, dass „die Geschlechterautokratie noch tyrannischer ist als die Klassenautokratie“.[1]

Über ihr sonstiges Leben ist nichts bekannt. Sie starb 1929 in Glasgow.[1]

Einzelnachweise

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  1. a b c d e Elizabeth Ewan, Sue Innes, Siân Reynolds und Rose Pipes (Hrsg.): The Biographical Dictionary of Scottish Women: From the Earliest Times to 2004. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, ISBN 978-0-7486-2660-1, S. 290 (archive.org).
  2. In search of 'Matron', History Research Unit. In: history.research.southwales.ac.uk. Archiviert vom Original am 16. Juni 2018; abgerufen am 16. Juni 2018 (englisch).
  3. Maureen Wright: Elizabeth Wolstenholme Elmy and the Victorian Feminist Movement: The biography of an insurgent woman. Oxford University Press, 2013, ISBN 978-1-84779-457-4 (englisch, google.com).
  4. Maureen Wright: A Man '[a]s Black as the Devil Himself': The Radical Life of Benjamin J. Elmy, Secularist, Anti-Eugenicist and 'First-Wave' Feminist in Britain (1838-1906). In: Gender & History. 26. Jahrgang, Nr. 2, 10. Juli 2014, ISSN 0953-5233, S. 263–286, doi:10.1111/1468-0424.12069 (englisch, chi.ac.uk).
  5. Elizabeth Crawford: The Women's Suffrage Movement in Britain and Ireland: A Regional Survey. Routledge, London 2006, ISBN 978-1-136-01062-0, S. 240 (google.de).