Das Intermediate Experimental Vehicle (eigene Schreibweise Intermediate eXperimental Vehicle, auch kurz IXV genannt) war ein unbemanntes und automatisches Raumfahrzeug der ESA zur Erforschung der Wiedereintrittsphasen in die Erdatmosphäre sowie eine Testplattform für dafür benötigte Techniken, welche auch in künftigen wiederverwendbaren Raumfähren verwendet werden können.[2] Das IXV war Teil des ESA-Programmes Future Launchers Preparatory Programme (kurz FLPP) und diente zur Entwicklung neuer Startsysteme (englisch Next Generation Launcher, kurz NGL).
Das Modell des IXV für den FallschirmabwurftestFrontansicht des Modells des IXV
Die Ziele des Projektes waren die Konzeption, Entwicklung, Herstellung und Überprüfung eines eigenständigen europäischen, aerodynamisch gesteuerten Wiedereintrittssystems – sowohl am Boden als auch im Flug –, wobei in erster Linie die Techniken für einen Hitzeschild erforscht werden sollten.[2][3] Des Weiteren sollte dieses System eine kostengünstige Alternative zu den bisherigen Shuttles der NASA sein. Da die Experimente unbemannt stattfanden, wurden die Risiken bei einem eventuellen gefährlichen Zwischenfall so minimiert, dass keine Menschenleben gefährdet wurde. Eine frühe Planung sah eine vollständige Erdumkreisung und eine Landung mit Airbags auf der North European Aerospace Test Range bei Kiruna in Schweden vor; dies wurde jedoch verworfen.[4]
Am 19. Juni 2013 wurde mit einem Erprobungsträger in Originalgröße ein erfolgreicher Fallschirmabwurftest mit anschließender Wasserung im Mittelmeer durchgeführt.[6]
Im Juni 2014 kam das IXV am ESTEC Technical Centre in Noordwijk an, wo es einem Testprogramm unterzogen wurde, um die Tauglichkeit für einen Flug mit einer Vega Rakete unter Beweis zu stellen.[7] Der ursprünglich für den November 2014 geplante Start wurde jedoch aufgrund der für die Vega unüblichen Flugbahn verschoben.[8]
Am 11. Februar 2015 brachte die europäische Trägerrakete Vega das etwa 2Tonnen schwere und als Tragrumpf konzipierte IXV in eine suborbitale Bahn mit einer Gipfelhöhe von 412km.[1] Damit wurde der Wiedereintritt aus einer niedrigen Umlaufbahn (LEO) bei etwa 27.000km/h simuliert. Der Flugkörper landete nach dem Wiedereintritt über dem Pazifik an Fallschirmen sicher westlich der Galapagosinseln[9] und wurde für vertiefende Untersuchungen am ESTEC geborgen.[10]
↑ESA:Unboxing IXV.2.Juli 2014,abgerufen am 2.Juli 2014(englisch):„The moment when ESA’s IXV Intermediate eXperimental Vehicle is removed from its protective container, safely inside the cleanroom environment of the Agency’s Technical Centre.“