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Indemini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Indemini
Wappen von Indemini
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6571
Koordinaten: 707293 / 105725Koordinaten: 46° 5′ 40″ N,  49′ 34″ O; CH1903: 707293 / 105725
Höhe: 950 m ü. M.
Fläche: 11,32 km²
Einwohner: 43 (31. Dezember 2009)
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Website: www.gambarogno.ch
Indemini vom Monte Tamaro aus gesehen.
Indemini vom Monte Tamaro aus gesehen.
Karte
Indemini (Schweiz)
Indemini (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 24. März 2010

Indemini, im alpinlombardischen Ortsdialekt Indemen [inˈdeːmən],[1] ist eine Ortschaft in der Tessiner Gemeinde Gambarogno, Schweiz. Sie bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Luftbild (1954)

Indemini liegt, von Locarno her gesehen, hinter dem Gambarogno auf 950 m ü. M. im sonst italienischen Valle Veddasca. Von Vira aus führt die Strasse von 190 m hinauf zur Alpe di Neggia auf 1395 m und danach wieder hinunter zum Dorf, das auf 950 m liegt. Dabei sind 37 Haarnadel- und 54 normale Kurven zu bewältigen. Der Talfluss, die Giona, fliesst bei Maccagno in den Lago Maggiore.

Erste Erwähnungen findet das Dorf im Jahre 1213 als Indempno und 1260 als Indemine. Indemini wurde von den Eidgenossen erobert, da dessen Lage als erster Ort jenseits des St.-Anna-Passes strategisch wichtig war. Während sich die anderen Dörfer des Veddasca-Tals nach Luino und Maccagno orientierten, richtete sich Indemini nach der Eidgenossenschaft aus. Der Pass wurde im Mittelalter von Soldaten begehbar gemacht, fahrbar aber erst im 20. Jahrhundert.

Bereits 1800 und erneut während des Wiener Kongresses 1814/1815 versuchte das Tessin erfolglos, den Ort Indemini, «die abgelegenste Gemeinde der Schweiz», gegen den italienischen Ort Campione d’Italia einzutauschen. Das begehrte Tauschobjekt ist bis heute eine italienische Exklave am Ostufer des Luganersees, der vollständig vom schweizerischen Tessin umgeben ist.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore von acht Gemeinden gutgeheissen: Caviano, Contone, Gerra, Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira fusionieren zur Gemeinde Gambarogno. Einzig San Nazzaro sprach sich gegen die Gemeindezusammenlegung aus. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach deren Ablehnung trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft.

Indemini bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[2]

Blasonierung: In Grün ein neunmal Silber-Rot schrägrechts gestückter Faden, über dem eine goldene Mittagssonne aufgeht; unten gekreuzt eine Axt nach rechts und eine Heppe nach links in Silber mit goldenen Stielen.

Indemini: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2009
Jahr  Einwohner
1600
 
200
1683
 
376
1719
 
376
1769
 
308
1799
 
310
1808
 
307
1824
 
297
1836
 
337
1850
 
409
1860
 
361
1870
 
441
1880
 
383
1888
 
366
1900
 
340
1910
 
335
1920
 
306
1930
 
227
1941
 
219
1950
 
206
1960
 
123
1970
 
64
1980
 
44
1990
 
95
1991
 
95
1992
 
90
1993
 
77
1994
 
69
1995
 
65
1996
 
64
1997
 
60
1998
 
54
1999
 
58
2000
 
54
2001
 
46
2002
 
35
2003
 
35
2004
 
38
2005
 
38
2006
 
39
2007
 
44
2008
 
43
2009
 
43
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[3][4] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[5]

In den frühen 1980er-Jahren war der Fortbestand Indeminis angesichts anhaltender Abwanderung gefährdet. Auswärtige Indeminesi waren nicht bereit, in ihre abgelegene Heimatgemeinde zurückzukehren. Dank einer gewissen Zuwanderung aus der Deutschschweiz zählt der Ort inzwischen wieder etwas über 40 Einwohner.

Heute ist das Dorf zur Hälfte italienisch- und zur Hälfte deutschsprachig (2002: je 49 % deutsch- und italienischsprachig).

Indemini ist durch eine Postautolinie mit Vira (Gambarogno) und San Nazzaro verbunden.

Indemini

Wichtige Erwerbszweige sind die Landwirtschaft, die Gastwirtschaft und das Kleingewerbe.

Indemini

Innerorts gibt es nur wenige Arbeitsplätze.

Sehenswürdigkeiten

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Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[6]

  • Pfarrkirche San Bartolome[7]
  • Pfarrhaus (Bottega dell’artista), renoviert 2002[7]
  • Oratorium Madonna del Monte oder Sant’Anna (1342 m, ca. 1,5 km nordwestlich des Dorfes)[7]
  • Wohnhaus Casa du Pudastée, mit Fresko Santa Pietà di Cannobio[7]
    Indemini, Chiesa San Bartolomeo
  • Museo del Patriziato[8]
  • Verschiedene bäuerliche Wohnhäuser[7]
  • Verschiedene Betkapellen[7]
  • Zeichenstein und Schalenstein an der Grenze von Biegno der Gemeinde Maccagno con Pino e Veddasca (1160 m)[9]

Persönlichkeiten

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  • Guido Domenighetti (* 12. Februar 1945 in Indemini), Arzt, Universitätsprofessor, Pneumologe[10]
  • Giuseppe Gambonini: Indemini, 50 anni fa. In: Bollettino della Società Storica Locarnese. Nr. 4, Tipografia Pedrazzini, Locarno 2001, S. 111–116.
  • Virgilio Gilardoni: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Band III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 37–48.
  • Peter Knecht: Endstation Indemini: Bericht eines Aussteigers. Bottega «al Böcc», Indemini 1987.
  • Simona Martinoli u. a.: Indemini. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.
  • Urbano Pedroni, Stefano Vassere (Hrsg.): Repertorio toponomastico ticinese. I nomi di luogo dei comune del Cantone Ticino: Indemini. Band 26. Hrsg. vom Staatsarchiv des Kantons Tessin. Bellinzona 2009.
  • Adolph Schalk: Die Indemini-Story: neue Impulse am Ende der Welt. Arlecchino-Verlag, Indemini 1983.
  • Graziano Tarilli: Indemini. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 31. Oktober 2023.
  • Celestino Trezzini: Indemini. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 4: Güttingen – Mailand. Attinger, Neuenburg 1927, S. 343 (Digitalisat).
Commons: Indemini – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 460.
  2. Patriziato di Indemini (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
  3. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 2. Juni 2026.
  4. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 2. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  5. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 2. Juni 2026.
  6. Indemini. In: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS. Bundesamt für Kultur BAK, 2009, abgerufen am 12. April 2025 (italienisch).
  7. 1 2 3 4 5 6 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 155. 156.
  8. Museo Patriziale (mit Foto) (italienisch) auf ticino.ch/it/commons
  9. Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Locarno 2013, S. 66–67.
  10. Guido Domenighetti (Memento vom 11. November 2014 im Internet Archive) auf eoc.ch/Dettagli (abgerufen am 29. April 2016.)