Ina Loitzl

Ina Loitzl (* 14. Mai 1972 in Klagenfurt am Wörthersee) ist eine österreichische Video- und Textilkünstlerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ina Loitzl studierte am Mozarteum in Salzburg Grafik und Visuelle Medien, anschließend bei Peter Weibel an der Universität für angewandte Kunst Wien Visuelle Medien. Artist-in-Residence-Programme führten sie u. a. 2006 nach Paris, 2021 nach Schloss Wiespach in Hallein, 2022 in das Messen Kunsthaus in Ålvik, Norwegen, 2023 nach Gmünd[1] und 2024 nach Schlins in Vorarlberg.
Für ihre Arbeit wurde Loitzl mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2005 mit dem Kulturpreis des Landes Kärnten, 2012 mit dem Theodor-Körner-Preis[2], 2019 mit dem Kärntner Menschenrechtspreis[3] und 2025 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Werke Ina Loitzls werden in internationalen Ausstellungen und auf Filmfestivals gezeigt. Einige Kunstwerke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
Ina Loitzl ist als Kuratorin tätig, u. a. für das Künstlerhaus[4], gemeinsam mit Tanja Prušnik für die Ausstellung den blick öffnen.[5] und die Ausstellung Proud im Künstlerhaus Klagenfurt.[6] Sie ist auch Mitglied in Jurys, u. a. für den Kaktus Cartoon Award.[7]
Die Künstlerin ist Mitglied der Vereinigung Künstlerhaus Wien sowie des Kunstvereins Kärnten und des Salzburger Kunstvereins.
Ina Loitzl lebt und arbeitet in Wien und Klagenfurt. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.
Künstlerische Tätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ina Loitzl arbeitet multimedial in den Bereichen Textilkunst, Malerei, Video, Fotografie, Installation, Objekt- und Konzeptkunst sowie Performancekunst. In ihrer Tätigkeit beschäftigt sie sich mit der Frau, dem Körper, der Sexualität, dem Alter, der Leidenschaft, der Vergänglichkeit sowie auch dem Sozialen, der Heimat und dem Brauchtum. Einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie auf den menschlichen, vorrangig den weiblichen Körper. Sie widmet sich intensiv den Rollenbildern, die den Menschen, besonders den Frauen in unserer Gesellschaft zugeordnet werden.[8] Sie setzt mit ihren Projekten die feministische Kunst der 60er Jahre fort, die den eigenen Körper zum Objekt und Versuchsgegenstand macht. Die Künstlerin arbeitet oft mit textilen Techniken, einer Tätigkeit die traditionell Frauen zugeordnet wird.
Für ihre Cutouts schneidet Loitzl Muster in Leder oder in Buchbinderpapier, die sie auf Platten aufzieht. Innere und äußere Organe werden in florale Muster eingebettet, Objekte aus Watte genäht, partiell lackiert und mit arrangiert.[9]
Die Künstlerin nennt die Dinge beim Namen und scheut nicht den Tabubruch. 2023 schuf die Künstlerin das Fastentuch La Lingua für den Klagenfurter Dom, eine drei Meter lange Zunge mit vulvenförmigen Papillen aus rotem Lack. Parallel dazu initiierte sie die feministische Prozession Mostramus, in der sie zur Rolle der Frau in der katholischen Kirche künstlerisch Stellung bezog. Die Prozession führte vom Klagenfurter Dom mit dem Fastentuch zur ehemaligen Burgkapelle im Museum Moderner Kunst Kärnten. Dort zeigte sie ihr Projekt Mandorla, eine vier Meter große Vulva mit Heiligenschein.[10] Diese Installationen stießen auch auf Kritik.[11]
Loitzl engagiert sich für die faire Bezahlung von Künstlerinnen und Künstlern. Um auf die oftmals prekäre finanzielle Situation von Kunstschaffenden aufmerksam zu machen, schlüpfte sie 2020 in Wien[12] und 2022 in Klagenfurt[13] in der Aktion Cutout Monkeys in ein Affenkostüm.
Gruppenausstellungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ina Loitzl beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u. a. 2004 an den Präsentationen Frauenbild im Niederösterreichischen Landesmuseum und Blickwechsel im Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt, 2005 an spaces of memory in der Stadtgalerie in Laibach, 2008 im Kyoto Municipal Museum of Art in Japan.
2008 war Loitzl Preisträgerin des „Award of merit“ der 12th da dun art exhibition[14] und 2009 war sie Künstlerin des Monats des Siemens artlabs. Sie stellte 2009 auf der Art Karlsruhe mit der Kro Art Gallery aus und nahm im Kunst im Werk / Treibach-Althofen[15] teil. 2011 bei den blick öffnen II / Künstlerhaus / Wien[16]. Es folgten Gemeinschaftsausstellungen in der Albertina Contemporary, in der Galerie GEDOCK München und in der Hofburg Brixen. 2026 beteiligt sich Loitzl an der Ausstellung GIRL. WOMAN. OTHER. Ikonische Frauenporträts von Matisse bis Alex Katz in Gmünd.[17]
Einzelausstellungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2005: Neue Galerie Gmünd, Kärnten[18]
- 2006: Grün, grün, grün, Grüne Galerie, Klagenfurt[19]
- 2007: Ein Stück Heimat II, galeriekärnten, Klagenfurt[16]
- 2009: Heimat III, Grüne Galerie, Wien[16]
- 2010: Irrgärten durch den menschlichen Körper, Kro Art Gallery / Wien[20]
- 2010: BEACH, Künstlerhaus / Videogalerie / Wien[16]
- 2010: Affaires de femmes, Österreichisches Kulturforum / Bratislava[16]
- 2011: schönschaurig II – Medizin und Kunst am Seziertisch, Sonderausstellung „Mythos Mensch“ im Schloßmuseum / Linz[16]
- 2011: Affaires de femmes II / Frauenbüro / Klagenfurt
- 2011: Heimat V – Retour / Artport / Salzburg
- 2012: Affaires de femmes III / Muzeul de Artă Timișoara / Rumänien
- 2013: hairytales / Kro Art Contemporary / Wien
- 2013: Kunst – Stoff – Art / basement / Wien
- 2014: ...mit Text / Galerie 3 / Klagenfurt
- 2021: Vom Fliegen und Schneiden, Museum Angerlehner, Thalheim bei Wels
- 2022: hairytales / 1Blick. Kunst im Vorhaus / Hallein[21]
- 2023: Installation Lingua, Kunst im Dom, Klagenfurter Dom[22] und monstramus, Burgkapelle Klagenfurt[23]
- 2024: Installation Hope in der Breitenfelder Pfarrkirche, Wien[24]
- 2026: Objekt open heart anlässlich der Rauriser Literaturtage, Mesnerhaus, Rauris[25]
Videofestivals und Screenings (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Was mir heilig ist, Sendung kreuz und quer, ORF 2006,[26]
- Parkgewusel, Internationales Kurz- und Videofestival
- Heimat bist du kurzer Filme, Schikaneder Kino
- Filmfestival Tricky Women/Tricky Realities, 2010[27], 2011, 2019
- Trickfilmplattform
- Coeur (Experimentalvideo aus 2006), Kurz- und Langfilm-Videotage 2015, G.A.S-station Berlin – Tankstelle für Kunst und Impuls, Berlin[28]
- Kunstboxen, dotdotdot Kurzfilmfestival, Wien 2022[29]
- Working like a Shiva, dotdotdot Kurzfilmfestival, Wien 2022[30]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2005 Kulturpreis des Landes Kärnten, Förderungspreis für Bildende Kunst, Atelierstipendium in Paris
- 2007 Fine Arts Award of Taichung, Taiwan
- 2012 Theodor-Körner-Preis für Bildende Kunst und Kunstfotografie für HAARIGES[2]
- 2013 ZIT Content Award Wiener Zeitung
- 2019 Kärntner Menschenrechtspreis für das Projekt den Blick öffnen[31][32]
- 2025 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Sammlungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Land Salzburg und Land Kärnten
- Stadt Klagenfurt und Stadt Villach
- Casoria Contemporary Art Museum, Neapel
- Ursula Blickle, Videoarchiv in der Kunsthalle Wien
- Museum für Quellenkultur, Klein St. Paul
- Grafische Sammlung Albertina
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- schönschaurig, Salon für Kunstbuch, 2010
- Kunstboxen, Salon für Kunstbuch, 2015
- hairytales, Salon für Kunstbuch, 2015
- Ein Stück Heimat: ein künst(ler)i(s)ches Heimatmuseum, Herausgeber: Grasl FairPrint, Kunstfabrik Groß Siegharts, 2016, ISBN 978-3-90035-460-2
- WASTE ART, Herausgeber: icon Verlag Hubert Kretschmer, Autoren: Wolfgang Diller, Ina Loitzl, 2021, ISBN 978-3-946803-92-8
- Cutout monkey, Herausgeber: Anne Avramut, Artbook Verlag, 2025, ISBN 978-3-9505825-0-5
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Webpräsenz von Ina Loitzl
- Studiogespräch mit Ina Loitzl in der Kunstzeitschrift Parnass[33]
- Gespräch mit Ina Loitzl in Literatur outdoors[34]
- Ina Loitzl auf basis-wien
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ina Loitzl. In: kuenstlerstadt-gmuend.at. 2023, abgerufen am 12. Mai 2026.
- 1 2 Theodor-Körner-Preis: Ausgezeichnete Arbeiten 2012
- ↑ Menschenrechtspreis für drei Frauen. In: orf.at. 9. Dezember 2019, abgerufen am 26. April 2026.
- ↑ Waste Art. In: kuenstlerhaus.at. 2021, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ den Blick öffnen. In: kuenstlerhaus.at. 2011, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Ausstellung über historische Frauen. In: orf.at. 12. März 2022, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Ina Loitzl. In: schuledesungehorsams.at. Abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Ina Loitzl. In: galerie.lane.at. 2023, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Ina Loitzl Cutouts (Katalog). In: oe1.orf.at. 2019, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Christine Wetzlinger-Grundnig: Ina Loitzl monstramus – wir zeigen. In: Museum Moderner Kunst Kärnten. 2023, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Internethetze gegen Kunst im Dom. In: orf.at. 30. März 2023, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Kunst im Affenkostüm. In: orf.at. 13. Januar 2020, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Kunstmarkt immer noch männlich dominiert. In: orf.at. 25. Januar 2022, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ 12th Da Dun Fine Arts Exhibition of Taichung, Taiwan, 2007 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.). Download vom 16. Februar 2010.
- ↑ Ausflug in die Kathedrale der Arbeit ( vom 18. September 2014 im Internet Archive). Kleine Zeitung vom 12. Oktober 2009.
- 1 2 3 4 5 6 Ina Loitzl: Ausstellungen. Kryo Art, archiviert vom am 19. Januar 2014; abgerufen am 5. März 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Künstlerischer Blick auf weibliche Identität. In: orf.at. 10. Mai 2026, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Ein Stück Heimat
- ↑ Ausstellung RUBBELBILDER in der Grünen Galerie, Klagenfurt ( vom 14. Februar 2009 im Internet Archive)
- ↑ schönschaurig
- ↑ 1blick. Kunst im Vorhaus
- ↑ Peter Allmaier: Lingua - sprachlos. In: kath-kirche-kaernten.at. 22. Februar 2023, abgerufen am 30. März 2026.
- ↑ Christine Wetzlinger-Grundnig: monstramus – wir zeigen. In: mmkk.ktn.gv.at. Mai 2023, abgerufen am 30. März 2026.
- ↑ INA LOITZL - „HOPE“, „Ich lass‘ mich fallen“. In: Parnass.at. 2024, abgerufen am 30. März 2026.
- ↑ Literatur und Kunst: Ina Loitzl
- ↑ Webcast-Aktion: Publikum macht Fernsehen. In: derstandard.at. 30. Januar 2006, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Christina Böck: Tricky Women: Trickfilm-Kunst Bild für Bild. In: diepresse.com. 26. Februar 2010, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Internationale Kurz- und Langfilm Videotage 2015. In: 2gas-station.net. 2015, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ FILM UP! ALLES FÜR DIE KUNST. In: dotdotdot.at. 2022, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ AFFAIRS OF THE ART: FIRST WORK, THEN PLAY. In: dotdotdot.at. 2022, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Kärntner Menschenrechtspreis für das Kunstprojekt "den Blick öffnen". In: artmagazine.cc. 9. Dezember 2019, abgerufen am 26. April 2026.
- ↑ Menschenrechtspreis für drei Frauen. In: orf.at. 9. Dezember 2019, abgerufen am 26. April 2026.
- ↑ Studio Diary - Ina Loitzl. In: Parnass.at. 17. April 2020, abgerufen am 30. März 2026.
- ↑ Walter Pobaschnig: „Pay the artist now“ Ina Loitzl, Künstlerin. In: literaturoutdoors.com. 15. April 2020, abgerufen am 12. Mai 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Loitzl, Ina |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Video- und Textilkünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 14. Mai 1972 |
| GEBURTSORT | Klagenfurt |