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Ina Boekbinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ina Boekbinder (* 5. September 1915 in Assen; † 13. Dezember 1987 in Hilversum) war eine niederländische jüdische Widerstandskämpferin und Holocaust-Überlebende während des Zweiten Weltkriegs.

Catherina „Ina“ Aaltjen Boekbinder wuchs als jüngste Tochter von Lambertus „Bertus“ Lodewijk Boekbinder (1884–1937) und Rosina Levie (geborene Leek, 1884–1969) mit ihrer älteren Schwester Betje Catharina (1912–1991) in Assen auf. Ihr Vater besaß in der Straße Gedempte Singel im Zentrum von Assen ein Textilgeschäft. In strengen Wintern verteilte er Decken an die Armen der Stadt.[1][2]

Ina Boekbinder besuchte das Assener Gymnasium, spielte in den 1930er Jahren als Mittelstürmerin in der Wasserballmannschaft von Assen und war in der Niederländischen Pfadfinderinnengilde aktiv. Sie absolvierte nach einer Ausbildungen zur Kindergärtnerin eine weitere zur Krankenschwester im örtlichen Wilhelmina-Krankenhaus. Schon in jungen Jahren machte sie ihren Führerschein. 1937 starb ihr Vater. Vor Kriegsbeginn ging sie nach Amsterdam, wo sie den Großhändler für Modeartikel und Fußballschiedsrichter Leo Horn kennenlernte, den sie 1940 heiratete.[1][2][3]

Widerstandstätigkeit

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Nach dem Überfall auf die Niederlande und ihrer Besetzung ab Mai 1940 tauchten Ina Horn und ihr Ehemann unter und schlossen sich Mitte 1942 dem niederländischen Widerstand an. Ina Horn zog insgesamt viermal um und lebte unter anderem am Parnassusweg und in der Nicolaas-Witsenkade 9 unter dem Decknamen Catharina Weesing.[1][3] So konnte sie ihre jüdische Herkunft verbergen und mit einem gefälschten Ausweis auf diesen Namen offiziell als Krankenschwester im Wilhelmina Gasthuis arbeiten.[1][2]

Ina Boekbinder versorgte andere jüdische Untergetauchte mit Lebensmittelmarken und Lebensmitteln und half, jüdische Kinder zu verstecken. Sie übernahm Kurierdienste, verteilte Untergrundzeitungen des Widerstands, transportierte mehrmals Sten Guns durch die Stadt und beteiligte sich an einem Überfall auf das Magazin für Erste-Hilfe-Ausrüstung am Ringdijk. Anfang 1945 stürzte Ina Boekbinder auf der Suche nach Lebensmitteln während des Hongerwinters auf dem Weg zwischen Apeldoorn und Zutphen und verbrachte die letzten Kriegstage an Krücken.[1][2] Auch die Tochter ihrer Schwester, Betty Levie, und die Tochter ihres Onkels, Hulda Boekbinder, waren im Widerstand aktiv.[4]

Ina Boekbinders Mutter und ihre Schwester hatten den Krieg versteckt in Amsterdam überlebt.[1] Kurz nach Kriegsende ließ Ina Boekbinder sich von Leo Horn scheiden. Mit einer Freundin reiste sie 1948 auf einem Frachtschiff mit Passagierunterkünften der Reederei Van Nievelt, Goudriaan & Co.’s Stoomvaart Maatschappij nach Montevideo in Südamerika. Ina Boekbinder heiratete 1951 den Bekleidungshersteller Jacques „Jack“ Drukker, wurde Mitdirektorin und Miteigentümerin einer Bekleidungsfabrik und brachte 1952 den gemeinsamen Sohn Rob zur Welt.[2][5]

Ina Boekbinder sprach nur selten über ihre Kriegserlebnisse, aber, angeregt durch die Verfilmung von Marga Mincos Werk Het bittere kruid (Das bittere Kraut), erschien in der Tageszeitung De Gooi- en Eemlander zu ihrem früheren Wirken im Widerstand ein Interview, das Nico Scheepmaker mit ihr führte, in dessen Elternhaus sie einst untergetaucht war.[4] Sie starb im Dezember 1987 in Hilversum.[1]

Ina Boekbinderbrug

1981 wurde Ina Boekbinderbrug für ihren Einsatz im Widerstand mit dem „Verzetsherdenkingskruis“ (Widerstandsgedenkkreuz) ausgezeichnet.[1]

In Amsterdam wurde am 5. September 2023 die Ina Boekbinderbrug nach ihr benannt.[1][2]

Commons: Ina Boekbinder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Ina Boekbinder (Catharina Weesing). In: joodsamsterdam.nl. Abgerufen am 18. Oktober 2026
  2. 1 2 3 4 5 6 Ina Boekbinder. In: vrijheid.scouting.nl. Abgerufen am 24. Oktober 2026
  3. 1 2 Catherina Aaltjen Boekbinder. In: oorlogsbronnen.nl. Abgerufen am 18. Oktober 2026
  4. 1 2 Esther Voet: Joodse helden. In: Nieuw Israëlietisch Weekblad vom 10. August 2022. Abgerufen am 24. Oktober 2026
  5. ↑ Rob Drukker. In: nadeoorlog.nl. Abgerufen am 24. Oktober 2026