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ISO/IEC/IEEE 12207

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(Weitergeleitet von ISO 12207)

Die Norm ISO/IEC/IEEE 12207 Systems and software engineering — Software life cycle processes legt einen gemeinsamen Rahmen für Softwarelebenszyklusprozesse fest.[1]

Der Fokus wurde dabei auf Software oder Softwaresystemen, wohingegen die Norm ISO/IEC/IEEE 15288 auf Systeme (Geräte, Maschinen, Anlagen, Prozesse) im Rahmen des Systems Engineering ausgerichtet wurde.

Es besteht damit ein Zusammenhang zwischen der ISO/IEC/IEEE 12207 und der ISO/IEC/IEER 15288(Fokus auf dem Gesamtsystem), aber auch mit der ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und der ISO/IEC 15504 (SPICE). Dabei definiert SPICE grundlegende Praktiken (englisch Base Practices) und Arbeitsprodukte (englisch Work Products) als zusätzliche Information, die bei einem Audit als Indikatoren zur Beurteilung der Erfüllungsgrade herangezogen werden.

ISO/IEC/IEEE 12207 etabliert Aktivitäten und Prozesse, die bei der Beschaffung von Software, Onlinediensten oder Softwaresystemen von Bedeutung sind. Sie gilt daher auch für informationstechnische Systeme. Dabei wird die Software als Produkt im Rahmen des Produktlebenszyklus (hier der Software-Lebenszyklus) sowie sämtlicher Teilbereiche wie Softwaretechnik, Bereitstellung, Betrieb, Wartung und Stilllegung betrachtet.

Die Norm beschreibt auf hoher Abstraktionsebene alle wichtigen Prozesse des Lebenszyklus – von der Ideenfindung bis zur Stilllegung – sowie ihre Beziehungen untereinander. Prozesse bestehen aus Aktivitäten und diese wiederum aus einzelnen Aufgaben. Die Norm definiert eine Prozessstruktur unter Verwendung einer allgemein akzeptierten Terminologie, sie legt sich nicht fest auf ein bestimmtes Lebenszyklusmodell oder eine bestimmte Entwicklungsmethode. Es werden keine Details bezüglich des „Wie“ bei der Durchführung der Aktivitäten und Aufgaben und auch keine Vorschriften bezüglich Namen, Formaten oder Inhalten von Dokumenten vorgegeben.

Zusätzlich beschreibt sie, wie die Norm auf eine bestimmte Organisation oder Unternehmen oder auf ein konkretes Projektvorhaben zugeschnitten werden kann. Durch das verbesserte bzw. systematisierte Verständnis sollen beispielsweise Verhandlungen und Verträge zwischen Kunden (Auftraggeber) und Lieferanten (Auftragnehmer) von Projekten verbessert werden.

Entwicklungsgeschichte

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Die Norm wurde ursprünglich 1995 zum besseres Verständnis der Entwicklung von Software und der zugehörigen Aktivitäten im Rahmen eines Produktlebenszyklus (hier der Softwarelebenszyklus) veröffentlicht. 2008 wurde eine neue Version der Norm verabschiedet. Die Zusammenfassung nach Prozessgebieten wurde neu definiert und der Bezug zur Software wurde herausgearbeitet. 2017 folgte die nächste Ausgabe mit weiteren Anpassungen. Aktueller Stand ist die Ausgabe von 2026.

In der Version von 1995 wurden die folgenden Prozesse eingeführt:

Primärprozesse

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  • Beschaffung (Aktivitäten des Beschaffers von Software und Dienstleistungen),
  • Lieferung (Aktivitäten des Lieferanten von Software und Dienstleistungen),
  • Entwicklung (Aktivitäten des Softwareentwicklers),
  • Betrieb (dazu zählen Aktivitäten wie Systemeinführung, -test und Benutzerunterstützung) und
  • Wartung (Fehler- und Mängelbehebung, Durchsatzverbesserung, Anpassung an verändertes Umfeld, …).

Unterstützende Prozesse

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Organisatorische Prozesse

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Zu den organisatorischen Prozessen gehören Management, Infrastruktur (Aktivitäten zur Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur, z. B. Hardware, Software, Standards, Werkzeuge), Optimierung (Messen, Überprüfen und Verbessern der Lebenszyklusprozesse) und Schulungsmaßnahmen.

In der Version 2008 wurden die Prozessgebiete vollständig neu sortiert. Die sieben Gebiete sind mehr als vorher speziell für die Softwareentwicklung definiert:

  1. Einigungsprozesse (Agreement Processes)
  2. Organisatorische Prozesse zur Projektunterstützung (Organizational Project-Enabling Processes)
  3. Projektbezogene Prozesse (Project Processes)
  4. Technische Prozesse (Technical Processes)
  5. Software Entwicklungsprozesse (Software Implementation Processes)
  6. Software Unterstützungsprozesse (Software Support Processes)
  7. Software Wiederverwendungsprozesse (Software Reuse Processes)

Auch in der Version 2017 wurden die Prozessgebiete neu sortiert und überarbeitet. Die 4 Gebiete lauten:

  • Einigungsprozesse (Agreement Processes)
  • Organisatorische Prozesse zur Projektunterstützung (Organizational Project-Enabling Processes)
  • Technische Managementprozesse (Technical Management Processes)
  • Technische Prozesse (Technical Processes)

Die Version von 2026 ist die aktuellste Ausgabe der Norm.[1]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 ISO/IEC/IEEE 12207:2026 Systems and software engineering — Software life cycle processes. In: ISO/IEC/IEEE. 2026, abgerufen am 4. November 2026 (englisch).