IC2000
| IC2000 | ||
|---|---|---|
| Nummerierung: | 50 85 (16/26/86/88/66)-94 | |
| Anzahl: | 341 | |
| Hersteller: | FIAT-SIG-Schindler | |
| Baujahr(e): | ab 1997 | |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | |
| Höchstgeschwindigkeit: | 200 km/h | |
| Stromsystem: | 1000 V, 16,7 Hz AC | |
| Stromübertragung: | Zugsammelschiene | |
| Bremse: | Scheibenbremse + Magnetschienenbremse | |
| Sitzplätze: | 86 (A) 61 (AD) 126 (B) k. A. (BR/WRB) 98 (Bt) | |
| Niederfluranteil: | ca. 1/3 | |
| Klasse(n): | A/AD: 1. Klasse B/BR/Bt: 2. Klasse | |
| Besonderheiten: | alle: Doppelstockwagen nur Bt: Steuerwagen | |
| Anzahl | Typ | Nummern |
|---|---|---|
| 70 | A | 50 85 16-94 000…084 |
| 40 | AD | 50 85 86-94 000–039 |
| 16 | AS | 50 85 16-94 154…185 3 |
| 149 | B | 50 85 26-94 000–148 |
| 26 | WRB BR | 50 85 88-94 000–015 2 50 85 66-94 016–025 |
| 40 | Bt | 50 85 26-94 900–939 1 |
| 341 | Total |
Beim Erste-Klasse-Wagen mit 86 Sitzplätzen war bis Ende 2005 ein Drittel des Oberdecks für Raucher vorgesehen, die Glastür wurde zwischenzeitlich entfernt. Das Oberdeck hat je Seite 13 Fenster, während das Unterdeck auf der einen Seite 5 und auf der anderen 4 Fenster hat.
Der kombinierte Erste-Klasse-/Gepäckwagen mit 61 Sitzplätzen war von Anfang an als reiner Nichtraucherwagen gebaut. Das Oberdeck hat je Seite 10 Fenster, während das Unterdeck auf beiden Seiten je 4 Fenster hat. Der Gepäckraum hat noch zusätzlich ein Fenster je Seite. Die Wagennummer erhielt auf der neunten Stelle ein 1 statt eine 0.
Dieser Wagen hat nur einen Personeneingang, das Gepäcktor ist nur für den dienstlichen Gebrauch eingerichtet. Das Unterdeck ist mit einer behindertengerechten Toilette sowie Stellplätzen für Rollstühle ausgerüstet. Auf der Seite des Gepäckabteils ist ein Lift eingebaut, der vom Fahrgastraum im Unterdeck über das Gepäckabteil ins Oberdeck zum Zugchefabteil und zum Fahrgastraum führt; dieser wird vor allem für die Minibar benutzt, die ihren Stellraum im Gepäckabteil hat. Das Gepäckabteil dient auch als Notausgang. Im Falle einer Zugevakuierung können Passagiere über diesen Teil des AD-Wagens flüchten.
Nachträglich wurde in allen AD-Wagen das Oberdeck in ein Business-Abteil umgebaut. Hierbei erhielten acht Tische bei den Sitzen Steckdosen, und neben der Tür zum Zugchefabteil wurden von den ursprünglich 64 Plätzen drei entfernt und an deren Stelle eine Garderobe sowie mehr Gepäckabstellfläche eingerichtet und zwei Steckdosenabsicherungen montiert.


Der Wagentyp AS entstand bei der Modernisierung der A-Wagen. Sie dienen dazu, in Kompositionen, die mit Bt IC gebildet werden, einen Niederflureinstieg anzubieten, damit ab Anfang 2024 die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt werden können. Die Wagen sind (wie alle modernisierten Wagen) mit Schiebetritten ausgerüstet. Die Toilette im Unterdeck wurde durch eine rollstuhlgängige Toilette ersetzt. Die Sitze im Unterdeck sind aufklappbar, sodass Rollstühle gestellt werden können. Zudem wurde im Oberdeck eine Zugführerkabine eingebaut. Die beidseitigen Wagenübergänge blieben erhalten. Beispielsweise im IR16 sind ein AS, ein A und ein B des Typs IC2000 hinter der Lok gereiht, danach folgen drei einstöckige B und ein Bt. In Spitzenzeiten wird diese Komposition mit einem A, einem B und einem Bt verstärkt, wodurch an zwei Stellen im Zug der Durchgang nicht möglich ist.[10] Die umgebauten Wagen behalten ihre ursprünglichen Nummern, ausser dass an der neunten Stelle das 0 durch ein 1 ersetzt wird (z. B. aus 16 94 073 wurde 16 94 173).[11]
Beim Zweite-Klasse-Wagen mit 126 Sitzplätzen war bis Ende 2005 ein Drittel des Oberdecks für Raucher vorgesehen, die Glastüren wurden unterdessen entfernt. Das Oberdeck hat je Seite 14 Fenster, während das Unterdeck auf beiden Seiten je 5 Fenster hat.
BR / WRB
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diesen Wagen gibt es mit zwei verschiedenen Inneneinrichtungen. Zuerst waren nur Bistrowagen (BR) mit Bedientheke im Untergeschoss vorgesehen. Infolge von Kundenreklamationen wurden aber für den West-Ost-Verkehr (Genf–Bern–Zürich–St. Gallen) 16 in Speisewagen (WRB) mit Bedienung im Oberdeck umgebaut, 10 verblieben im Ursprungszustand. Der Wagenkasten basiert auf dem A-Wagen, aber es ist nur eine Seitentür für den Publikumsverkehr geöffnet, die andere wird zur Versorgung der Verpflegungseinrichtung verwendet.
Sowohl die BR- als auch WRB-Variante hat im Eingangsbereich einige Sitze, welche auf dem A-Sitzkasten basieren (Breite für 2-1 Anordnung und verstellbare Rückenlehne). Die Sitze sind jedoch im blauen B-Bezug gefertigt und auch als 2. Klasse deklariert wegen der Gang- und Fenster-Anordnung und wegen des Treppenaufganges für das Dienstpersonal.
Das Oberdeck bei den alten Bistrowagen hatte je Seite 13 Fenster, während das Unterdeck auf der einen Seite 5 und auf der anderen 4 Fenster hatte. Bei den heutigen Speise- und Bistrowagen gibt es wie bisher 13 Fenster pro Seite im Oberdeck, während es im Unterdeck nur 3 Fenster pro Seite sind.
Beim Speisewagen ist das rote, angeschrägte Band zwischen den Türen oberhalb der Trennlinie im weissen Streifen. Beim Bistrowagen befindet es sich im unteren weissen Streifen.

Der Steuerwagen zweiter Klasse mit 98 Sitzplätzen war von Anfang an als reiner Nichtraucherwagen gebaut. Im Unterdeck befindet sich ein Mehrzweckabteil für Velos (7 Plätze) und Gepäck. Im Winter werden anstelle der Fahrradhalterungen spezielle Halter für Skier montiert. Die Hälfte der Steuerwagen war im Oberdeck mit einem Spielbereich ausgestattet, diese hatten als Themen unter anderem Globi, Dinosaurier sowie Weltraum. Diese Spielwagen waren vor allem auf den IC-Linien St. Gallen–Zürich–Genf und Romanshorn–Zürich–Brig im Einsatz und waren äusserlich an den aufgeklebten farbigen Figuren, mit einem blauen Band im oberen weissen Streifen, zu erkennen. Das Oberdeck hat je Seite 10 Fenster, während das Unterdeck auf der einen Seite 5 und auf der anderen 4 Fenster hat.
2009 wurde beschlossen alle Bt zu Familienwagen umzurüsten und dabei einen neuen Spielbereich im Oberdeck einzubauen.[12] Dabei wurden neue Motivfolien angebracht. Bis Ende 2012 waren alle Wagen angepasst.
Einsatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Schweiz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch das grössere Umgrenzungsprofil ist ein freizügiger Einsatz nicht möglich. Als erste Strecke wurde 1997 die InterRegio-Strecke Luzern–Zürich–Zürich Flughafen gefahren.
Auf nicht SBB-eigenen Strecken sind sie auf dem alten SOB-Netz (ohne BT) und BLS-Netz zwischen Rosshäusern–Bern–Gürbetal–Spiez–Interlaken und Spiez–Frutigen–Raron zugelassen. Die Aufzählung ist nicht vollständig, daneben können diese Strecken teilweise als aussergewöhnliche Sendung befahren werden. Das heisst, für Ausstellungen u. ä. können Doppelstockfahrzeuge auch auf Bahnhöfen auftauchen, die offiziell nicht angefahren werden dürfen.
Im Fahrplan sind sie als InterCity oder als InterRegio auf folgenden Linien regelmässig im Einsatz (Stand 2022):
6 Basel SBB – Bern – Brig (teilweise)
61 Basel SBB – Bern – Interlaken Ost (teilweise)
8 Brig – Bern – Zürich HB – Romanshorn
81 Interlaken Ost – Bern – Zürich HB – Romanshorn
15 Genève-Aéroport – Lausanne – Bern – Luzern (teilweise)
16 Bern – Olten – Brugg AG – Zürich HB (teilweise)
27 Basel SBB – Olten – Luzern (teilweise)
75 Luzern – Zürich HB – Konstanz
90 Genève-Aéroport – Renens VD – Lausanne – Brig (teilweise)
Auf einigen Linien werden auch Doppelstocktriebzüge vom Typ Bombardier Twindexx Swiss Express eingesetzt.[13]
Kein Einsatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf folgenden bekannten Linien ist ein Einsatz nicht möglich: Gotthardbergstrecke (Basistunnel wäre für O2 freigegeben, wird aber aktuell nur mit Twindexx befahren), Lötschberg-Bergstrecke ab Frutigen (eine Überführung über den SIM-Korridor ist jedoch möglich), Entlebuch, Broyelinie (inkl. Fribourg–Yverdon), Uznach–St. Gallen, Bischofszellerlinie, Seetalbahn, Tösstalbahn und alle Linien im Jura.
Im Ausland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ebenfalls waren im Jahr 1999 zehn IC-2000-Wagen leihweise in Dänemark für die DSB auf der Linie Kopenhagen–Fredericia im Einsatz[14][15]. Es wurde ein festgekuppelter Zugverband mit zwei DSB EAs und 8 Wagen geschaffen (1× Bt, 6× B, 1× AD). Die zwei verbliebenen Wagen verblieben in Kopenhagen als Reserve.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Blumer, Hanspeter Grab, Rolf Havenith: IC 2000 – Doppelstock-Intercity-Fahrzeuge für Bahn 2000. In: Schweizer Eisenbahn-Revue, 11/1997, S. 512–525, 24 Abbildungen, Minirex, Luzern.
- Die SBB kaufen nochmals 70 Doppelstockwagen IC 2000. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2001, S. 166 f., ISSN 1421-2811
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Fernverkehr: Die ersten IC2000-Fahrzeuge sind komplett modernisiert. Archiviert vom am 27. Januar 2021; abgerufen am 6. Februar 2021.
- 1 2 Flugzeugform und Doppelstock : der Cisalpino und der IC 2000 : eine Designkritik in neun Kapiteln. doi:10.5169/seals-120595.
- ↑ Doppelstock mit Durchblick : der neue IC 2000 Wagon der SBB. doi:10.5169/seals-120133.
- ↑ SBB bringt das rollende Konferenzzimmer | HZ. Abgerufen am 28. August 2021.
- ↑ Modernisierung bei der SBB: Mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben und neue Sitze. In: TOP Online. 31. Januar 2019, abgerufen am 28. Oktober 2023.
- ↑ SBB renovieren Doppelstöcker IC 2000. In: Bahnonline.ch. 17. Dezember 2016, abgerufen am 6. Mai 2018.
- ↑ Stefan Vögeli, Markus Kämpfer: SBB modernisieren 341 IC 2000-Reisewagen. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 11. Minirex, 2018, ISSN 1022-7113, S. 566–567.
- ↑ Alstom erhält grossen Service-Auftrag von SBB In: Bahnonlin.ch vom 9. April 2024
- ↑ SBB Homepage, Familienwagen (Abgerufen am 5. Juni 2013) ( vom 21. Juni 2013 im Internet Archive)
- ↑ Siehe Zugformation auf sbb.ch von Zug 2183.
- ↑ Mutationen im Rollmaterial der SBB. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 2. Minirex, 2024, ISSN 1022-7113, S. 87.
- ↑ EA 8/2009 Seite 415
- ↑ SBB erteilt Bombardier den Grossauftrag zum Bau von 59 Doppelstockzügen für den Fernverkehr. Bahnonline.ch, 12. Mai 2010, abgerufen am 19. Oktober 2018.
- ↑ Zurück aus Dänemark. In: Neue Zürcher Zeitung – NZZ. 4. Mai 2001, abgerufen am 31. Juli 2019.
- ↑ Steckbrief SBB „IC2000“-Doppelstockwagen. In: Sebtus. 2010, abgerufen am 31. Juli 2019.


