Hvaler
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Kommunennummer: | 3110 | |
| Provinz (fylke): | Østfold | |
| Verwaltungssitz: | Skjaerhalden | |
| Koordinaten: | 59° 3′ N, 11° 1′ O | |
| Fläche: | 90,11 km² | |
| Einwohner: | 4.777 (1. Jan. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 53 Einwohner je km² | |
| Sprachform: | Bokmål | |
| Webpräsenz: | ||
| Lage in der Provinz Østfold | ||
Hvaler ist eine Kommune im norwegischen Fylke Østfold. Die Inselkommune hat 4777 Einwohner (Stand: 1. Januar 2025). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Skjærhalden.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Kommune Hvaler befindet sich etwas südlich der Stadt Fredrikstad in Südostnorwegen. Sie erstreckt sich über mehrere Inseln, die östlich der Mündung des Oslofjords liegen. Im Norden grenzt Hvaler an die Kommune Fredrikstad, im Nordosten an Sarpsborg und Halden sowie im Westen an das im Fylke Vestfold gelegene Færder. Im Süden und Südosten grenzt die Kommune an Schweden. Alle Grenzen von Hvaler verlaufen im Meer.[2]
Insgesamt gehören über 500 Inseln und Holme zu Hvaler. Die größten Inseln sind die Kirkøy (29,8 km²), die Vesterøy (15,2 km²), die Asmaløy (9,1 km²) und die Spjærøy (8,1 km²). Baumbestand gibt es nur auf den größeren Inseln von Hvaler. Zwischen der Kirkøy und der Asmaløy befindet sich mit dem Løperen eine etwas breitere Meerenge, die für die Schifffahrt genutzt wird.[3] Der Südwesten und Westen der Kommune geht seit 2009 in den Ytre-Hvaler-Nationalpark (Ytre Hvaler nasjonalpark). Der Nationalpark erstreckt sich über Teile der Kommunen Hvaler und Fredrikstad und besteht zu 96 % aus Meeresgebieten.[4]
Die höchste Erhebung in Hvaler hat eine Höhe von 72,74 moh. Sie befindet sich auf der Vesterøy im Nordwesten der Kommune. Hvaler gehört damit zu den flachsten Kommunen Norwegens. Nur in den westnorwegischen Kommunen Kvitsøy, Fedje, Smøla und Utsira gibt es keine höheren Erhebungen.[5] Die Gesamtfläche von Hvaler beträgt 90,11 km², wobei Binnengewässer zusammen 0,11 km² ausmachen.[6]
Einwohner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Einwohner Hvalers leben vor allem über die größeren Inseln der Kommune verteilt. Die Einwohnerzahl war im 20. Jahrhundert lange rückläufig. Erst als im Jahr 1971 die Straßenverbindung zum Festland fertigstand, zogen wieder mehr Menschen zu. Aufgrund der vielen Hytten und Ferienhäuser auf den Inseln halten sich im Sommer viel mehr Menschen in Hvaler auf als in den Wintermonaten.[3]
In der Kommune liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Skjærhalden mit 928, Rød mit 739, Hauge mit 422, Utgård mit 326 und Norderhaug mit 606 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2025).[7]
Die Einwohner der Kommune werden Hvalersokning genannt.[8] Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Østfold Bokmål, die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[9]
| Jahr | 1986 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohnerzahl[10] | 2921 | 3213 | 3407 | 3494 | 3773 | 4085 | 4480 | 4668 | 4777 |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kommune Hvaler entstand, als im Jahr 1838 in Folge der Formannskapslovene die kommunale Selbstverwaltung in Norwegen eingeführt wurde. Seitdem hatte Hvaler keine Grenzänderungen.[11][3]
In der Kommune wurden mehrere archäologische Funde aus der Bronzezeit gemacht. Sowohl auf der Søndre Sandøy als auch auf der Kirkøy gibt es Überreste von Gebäuden aus der Wikingerzeit.[3] Auf einem Holm etwas außerhalb der Akerøy befindet sich mit dem Akerøy fort ein Fort aus dem 17. Jahrhundert. Hintergrund für den Bau der Anlage war die strategische Lage nahe der Grenze zu Schweden. Es wurde 1807 stillgelegt.[12]
Bei Skjærhalden liegt mit der Hvaler kirke eine Kirche, die um das Jahr 1100 erbaut wurde. Die mittelalterliche Steinkirche hat 250 Sitzplätze.[13] Die Spjærøy kirke wurde im Jahr 1891 fertiggestellt. Sie wurde vom Architekten Jacob Wilhelm Nordan entworfen und hat 150 Sitzplätze.[14]
-
Akerøy fort
-
Spjærøy kirke
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hvaler ist seit 1971 durch den Fylkesvei 108 mit dem norwegischen Festland verbunden. Die Straße verläuft aus der Stadt Fredrikstad in Richtung Süden nach Hvaler. Innerhalb der Kommune führt der Fylkesvei über die Vesterøy, die Spjærøy, die Asmaløy und die Kirkøy. Während zwischen den meisten der Inseln Brückenverbindungen bestehen, befindet sich zwischen der Asmaløy und der Kirkøy mit dem Hvalertunnel ein Straßentunnel. Dieser ist rund 3,7 Kilometer lang und wurde 1989 eröffnet. Von Skjærhalden aus bestehen Fährverbindungen zu den im Südosten der Kommune gelegenen Inseln.[2][3]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In keiner anderen Kommune im Fylke Østfold ist die Fischerei stärker vertreten. Der Hafen von Utgård ist der größte Fischerhafen an der norwegischen Skagerrakküste. Die Landwirtschaft und auch die Industrie sind hingegen von geringerer Bedeutung. Die Bauernhöfe in Hvaler gehören zu den kleinsten des Fylkes.[3] Vor allem in den Sommermonaten halten sich viele Touristen und Urlauber in der Kommune auf. Unter anderem ist Skjærhalden ein beliebter Badeort.[15]
Viele der Einwohner arbeiten außerhalb von Hvaler. Im Jahr 2021 arbeiteten von rund 2170 Arbeitstätigen nur etwa 830 in Hvaler selbst. Rund 690 Personen pendelten nach Fredrikstad und jeweils über 150 Personen nach Sarpsborg und Oslo.[16]
Name und Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das seit 1983 offizielle Wappen der Kommune zeigt ein silbernes Boot auf blauem Hintergrund. Es soll die Abhängigkeit von den Booten und vom Meer symbolisieren.[3]
Der Name der Kommune leitet sich vom altnordischen Namen Hvalir ab. Dabei handelt es sich um die Pluralform von hvalr (deutsch „Wal“). Der Name rührt daher, dass die Inseln aus der Entfernung wie im Meer schwimmende Wale aussehen.[17]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Henry Larsen (1899–1964), kanadischer Seefahrer in der Arktis
- Egil Abrahamsen (1923–2023), Schiffsingenieur und Geschäftsmann
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hvaler im Store norske leksikon (norwegisch)
- Fakten über Hvaler beim Statistisk sentralbyrå (norwegisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 07459: Population, by region, contents and year. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 27. Februar 2025 (englisch).
- ↑ a b Hvaler kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ a b c d e f g Geir Thorsnæs, Jan Torp Pharo: Hvaler. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Ytre Hvaler nasjonalpark. In: naturbase.no. Miljødirektoratet, abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch (Nynorsk)).
- ↑ 09280: Area of land and fresh water, by municipality (km²) (M) 2007 - 2025. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 6. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 20. November 2025 (englisch).
- ↑ Innbyggjarnamn. In: Språkrådet. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch (Nynorsk)).
- ↑ Forskrift om språkvedtak i kommunar og fylkeskommunar (språkvedtaksforskrifta). In: Lovdata. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 6. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: Statistisk sentralbyrå. 1999, abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Akerøy fort. In: kulturpunkt.org. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Hvaler kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Spjærøy kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Jan Torp Pharo, Geir Thorsnæs: Skjærhalden. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Hvaler. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 6. Januar 2026 (norwegisch).
