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Hungenberg

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Hungenberg
Wappen
Straße in Bergisch Gladbach
Hungenberg auf der Preußischen Neuaufnahme 1895
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Basisdaten
Ort  Bergisch Gladbach
Ortsteil  Bensberg
Angelegt  vor 1920
Neugestaltet 
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen  Gladbacher Straße, Milchborntalweg
Querstraßen  Am Hang
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 263
Hungenberg (historisch)
Koordinaten: 50° 58′ N,  9′ OKoordinaten: 50° 58′ 10″ N,  9′ 12″ O
Hungenberg (historisch) (Bergisch Gladbach)
Hungenberg (historisch) (Bergisch Gladbach)
Lage von Hungenberg (historisch) in Bergisch Gladbach
Hungenberg auf der Müfflingkarte 1825
Hungenberg auf der Müfflingkarte 1825

Hungenberg ist der Name einer Straße und eines historischen Ortsteils im Stadtteil Bensberg von Bergisch Gladbach.

Die Straße verbindet Gladbacher Straße und Milchborntalweg im Nordwesten des Stadtteils Bensberg.

Der frühneuzeitliche Siedlungsname Hungenberg wurde 1666 erstmals in der Form „ahm Hundenberg“ urkundlich erwähnt. Das Hungenberger Gut unterstand bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts dem Gladbacher Fronhofsgericht und gehörte zum Botenamt Gladbach.

Zur Erklärung des Bestimmungswortes Hungen bzw. Hunden gibt es mehrere Deutungen:

  1. Das althochdeutsche hunno/hunto (= Hauptmann) bzw. das mittelhochdeutsche hunne/hunde (= centenarius, vom lateinischen centum = 100) verweisen auf den „centenarius“, das heißt den Vorsteher einer Hundertschaft (Honschaft). Demzufolge stünde Hungenberg in Etymologie zum Zahlwort hundert und bezöge sich auf die Honschaft (= Hundertschaft) Bensberg.
  2. Eine andere Deutung führt den Hungenberg auf das mundartliche Adverb „ongen“ (= unten) zurück, was bedeutete, dass die Siedlung unten am Berg liegt.
  3. Schließlich könnte sich die alte Schreibweise Hunden auf den häufigen Flurnamen Hund beziehen, was bedeuten würde, dass es sich in der Umgebung um eine minderwertige Bodenqualität handelt.[1][2]

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als gemeiner Hof kategorisiert und mit Hongenberg bezeichnet wurde. Aus dem Hebbuch des Botenamts Gladbach von 1758/1759 geht hervor, dass Hungenberg zu dieser Zeit Teil der Honschaft Gladbach im gleichnamigen Kirchspiel war.[3]

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Hungenberg wurde politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein. 1869 wurde die Siedlung Hungenberg nach Bensberg „umgepfarrt“.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824, auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 und ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 auf Messtischblättern regelmäßig als Hungenberg, später ohne Namen verzeichnet.

Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Hungenberg Teil von Bergisch Gladbach.

Einwohnerentwicklung
JahrEinwohnerWohn-
gebäude
Kategorie
1822[4] 5Bauerngut
1830[5] 7Bauerngut
1845[6] 19 2 Bauerngut
1871[7] 87 13 Hofstelle
1885[8] 79 17 Wohnplatz
1895[9] 87 10 Wohnplatz
1905[10] 104 17 Wohnplatz

Einzelnachweise

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  1. Geoportal Bergisch Gladbach. Straßenverzeichnis. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
  2. Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen. Zweite, von Albert Eßer ergänzte und neu bebilderte Auflage. Bergisch Gladbach 2015. ISBN 978-3-9813488-4-2
  3. Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964.
  4. Alexander August Mützell, Leopold Krug (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Erster Band. A–F. Bei Karl August Kümmel, Halle 1821 (Digitalisat).
  5. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen. Nicolaische Buchhandlung, Berlin/Stettin 1830 (Digitalisat).
  6. Königliche Regierung zu Cöln (Hrsg.): Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln, nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. Köln 1845 (Digitalisat).
  7. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Rheinprovinz und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band XI, 1874, ZDB-ID 1467523-7 (Digitalisat).
  8. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1888, ZDB-ID 1046036-6 (Digitalisat [PDF]).
  9. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1897, ZDB-ID 1046036-6.
  10. Gemeindelexikon für die Rheinprovinz. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. In: Königliches Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII, 1909, ZDB-ID 1046036-6.