Hubertus Senff
Hubertus Senff (* 4. Januar 1935 in Insterburg; † 18. August 2004 in Telgte) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr und von 1984 bis 1987 Amtschef des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst (MAD) in Köln.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Senff wurde 1935 als Sohn eines im Krieg gefallenen Forstmeisters in Ostpreußen geboren. Nach dem Abitur 1955 an einem Gymnasium in Braunschweig studierte er drei Semester Rechtswissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und wurde in dieser Zeit in Frankfurt Mitglied des Corps Saxonia Leipzig.[1]
1956 trat er als Offizieranwärter des Heeres der Bundeswehr in das Panzerlehrbataillon in Munster ein. 1958 wurde er zum Leutnant befördert. Er war Zugführer, Personal- und Ordonnanzoffizier. Später wurde er Kompaniechef im Panzerbataillon 213 in Augustdorf. Er durchlief von 1966 bis 1968 die 9. Generalstabslehrgang (Heer) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde.[2]
Im Jahre 1968 erfolgte die Beförderung zum Major. Von 1968 bis 1971 war er als Stabsoffizier G 1 (Personalwesen) und G 3 (Führung, Ausbildung und Organisation) im Stab der 1. Panzergrenadierdivision in Hannover. 1971 wurde er Oberstleutnant sowie Bataillonskommandeur eines Panzerbataillons und im Anschluss Adjutant des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Horst Hildebrandt. 1977 war er am NATO Defense College in Rom und wurde zum Oberst befördert. Von 1977 bis 1980 war er Dezernent beim Deutschen Militärischen Vertreter beim NATO-Hauptquartier in Brüssel. Vom 1. April 1980 bis zum 31. März 1983 war er Brigadekommandeur der Panzergrenadierbrigade 19 in Ahlen.[3.1][4]
1983 wurde er Brigadegeneral und im März jenes Jahres Stabsabteilungsleiter IV (Organisation) im Führungsstab des Heeres (Fü H) im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.[3.2] 1984 nahm er am Defence Management Course KS an der United States Naval Academy in Monterey teil. Von Oktober 1984 bis November 1987 war er Amtschef des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst (MAD).[3.3] Vor seiner Ernennung zum Leiter des MAD hatte er keine Verwendungen im nachrichtendienstlichen Bereich durchlaufen.[5] Im Januar 1985 wurde er zum Generalmajor ernannt. In seiner letzten Verwendung war Senff ab Oktober 1987 Divisionskommandeur der 11. Panzergrenadierdivision in Oldenburg.[3.4] Mit Ablauf des März 1992 wurde er in den Ruhestand versetzt.[6]
Senff war verheiratet und evangelisch.[7] Vorsitzender der Gemeinschaft evangelischer Ostpreußen (GeO).
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Entwicklung der Panzerwaffe im deutschen Heer zwischen den beiden Weltkriegen. Eine Untersuchung der Auffassungen über ihren Einsatz anhand von Vorschriften, literarischer Diskussion und tatsächlichem Heeresaufbau. Im Auftrag der Clausewitz-Gesellschaft, Mittler, Frankfurt am Main 1969.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hubertus Senff Internationales Biographisches Archiv 07/1988 vom 8. Februar 1988, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1990/1991. 8. Auflage. Bernard & Graefe, Bonn 1990, ISBN 3-7637-5865-8, S. 121.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Kösener Corpslisten 1996, 150, 885
- ↑ Hansgeorg Model, Jens Prause: Generalstab im Wandel: neue Wege bei der Generalstabsausbildung in der Bundeswehr. Bernard und Graefe, München 1982, ISBN 978-3-7637-5241-6, S. 202.
- Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8.
- ↑ Panzergrenadierbrigade 19 (Bestand). In: Archivportal-D. Abgerufen am 5. April 2020.
- ↑ Helmut R. Hammerich: „Stets am Feind!“ – Der Militärische Abschirmdienst (MAD) 1956–1990. 1. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, ISBN 978-3-525-36392-8, S. 279.
- ↑ Clemens Range: Die geduldete Armee: 50 Jahre Bundeswehr. Translimes Media, Berlin 2005, ISBN 978-3-00-015382-2, S. 288.
- 1 2 3 4 5 6 Sadlowski 1990 a. a. O.
- ↑ Deutsche Corpszeitung, November 1990, S. 28
- ↑ Der Chef des Bundespräsidialamtes: Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom 1. Februar 1991. In: Bundesminister der Justiz (Hrsg.): Bundesanzeiger – Amtlicher Teil. 1991.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Senff, Hubertus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Generalmajor, Präsident des Militärischen Abschirmdienstes |
| GEBURTSDATUM | 4. Januar 1935 |
| GEBURTSORT | Insterburg |
| STERBEDATUM | 18. August 2004 |
| STERBEORT | Telgte |
- Generalmajor (Heer der Bundeswehr)
- Kommandeur der 11. Panzergrenadierdivision (Heer der Bundeswehr)
- Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 19 (Heer der Bundeswehr)
- Militärperson (NATO)
- Präsident des Militärischen Abschirmdienstes
- Militärschriftsteller
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Träger der Ehrenmedaille General von Clausewitz
- Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold
- Träger des Ordens Legion of Merit
- Corpsstudent (20. Jahrhundert)
- Deutscher
- Geboren 1935
- Gestorben 2004
- Mann