Hostouň
| Hostouň | ||||
|---|---|---|---|---|
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Plzeňský kraj | |||
| Bezirk: | Domažlice | |||
| Fläche: | 3850,7823[1] ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 34′ N, 12° 46′ O | |||
| Höhe: | 450 m n.m. | |||
| Einwohner: | 1.234 (1. Jan. 2023)[2] | |||
| Postleitzahl: | 345 25 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | P | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Domažlice–Tachov | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 12 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Miroslav Rauch (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | Dobrohostova 110 345 25 Hostouň | |||
| Gemeindenummer: | 553689 | |||
| Website: | www.hostoun.cz | |||
Hostouň (deutsch Hostau) ist eine Landstadt im Okres Domažlice in der Region Plzeňský kraj in Tschechien.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Bělá nad Radbuzou (Weißensulz), Horšovský Týn (Bischofteinitz), Srby u Horšovského Týna (Sirb), Poběžovice (Ronsperg), Drahotín (Trohatin), Mutěnín (Muttersdorf).
Bělá nad Radbuzou 5 km |
Bělá nad Radbuzou 5 km |
Horšovský Týn 13 km |
Mutěnín (Muttersdorf) 2,5 km |
Horšovský Týn 13 km | |
Drahotín 4 km |
Poběžovice 6 km |
Srby u Horšovského Týna 7 km |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1789 | k. A. | 122 Häuser[7] |
| 1830 | 1092 | in 152 Häusern[8] |
| 1838 | 1166 | deutsche Einwohner, in 154 Häusern, darunter zwei israelitische Familien[9] |
| 1900 | 1209 | deutsche Einwohner[10] |
| 1921 | 1145 | davon 1061 Deutsche[11] |
| 1930 | 1060 | [12] |
| 1939 | 952 | [12] |
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Hostouň besteht aus den Ortsteilen Babice (Wabitz), Holubeč (Holubschen), Horoušany (Horouschen), Hostouň, Mělnice (Melmitz), Mírkovice (Mirkowitz), Přes (Pscheß), Skařez (Garassen), Slatina (Schlattin), Štítary (Schüttarschen bzw. Schitarschen), Svržno (Zwirschen) und Sychrov (Sichrowa)[13].
Das Stadtgebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Babice u Holubče, Holubeč, Horoušany u Hostouně, Hostouň u Horšovského Týna, Mělnice, Mírkovice, Přes, Skařez, Slatina u Hostouně, Štítary nad Radbuzou und Svržno.[14]
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- St. Jakobus Major wurde 1384 als Kirche erstmals urkundlich erwähnt (In Decanatu Horsoviensi et in Archidiaconatu Horsoviensi). 1731 wurde die Kirche im Barockstil umgebaut und erhielt 1805 die Erhebung zum Dekanat.
- Meßkapelle Assumptio Beatae Mariae Virginis entstand 1636 als Friedhofskapelle durch die Stiftung der Susanna Kleinschmidt.
- Meßkapelle Corporis Christi wurde 1634 durch die Stiftung der Gräfin Kordula von Chudenitz nach dem Hostauer Hostienwunder errichtet und 1805 wegen Baufälligkeit abgetragen.
- Barockes Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert, 1877 bei einem Brand, der insgesamt 43 Wohnhäuser vernichtete, zerstört, anschließend Neubau.
- Fürstlich-Trauttmansdorff’sches Schloss in Dreiecksform mit fürstlichem Meierhof, früher Jagdschloss, dann Witwensitz der Fürstin Anna von Trauttmansdorff-Weinsberg, ab 1916 Militärremonteamt, ab 1918 Gestüt, 1942–1945 Beherbergung der Lipizzanerherden einiger Staatsgestüte wie Lipica und Piber, seit 2004 Jugendvollzugsanstalt.
Vertreibung der Juden aus Hostau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im 15. Jahrhundert wurden alle Juden aus Hostau „für ewige Zeiten“ vertrieben. Die aus Hostau vertriebenen Juden siedelten sich im nahegelegenen Neustadtl an. Es gab auch in den folgenden Jahrhunderten nur sehr wenige Juden in Hostau und keine jüdische Gemeinde und keinen jüdischen Friedhof. Der Chronist von Hostau zitiert dazu die Legende über einen jüdischen Hostienfrevel, deren Wahrheitsgehalt er aber anzweifelt.
Legende über den jüdischen Hostienfrevel in Hostau
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Im Jahr 1427 entwendeten Juden aus Hostau aus der Kirche St. Peter und Paul in Pernartitz (Bernartice, etwa 8 km nördlich von Hostau) 7 konsekrierte Hostien. Sie misshandelten diese zu Hause in Hostau mit Gabel- und Messerstichen, wobei Blut aus den Hostien auf den Tisch, die Wand und die Juden spritzte. Darüber erschraken die Juden und vergruben die Hostien in der Nähe der Pfarrkirche bei einem Busch. Als am nächsten Morgen der Schäfer seine Herde dort vorbei trieb, fielen die Schafe rund um die Stelle, wo die Hostien vergraben waren, auf die Knie und begannen laut zu blöken. Die daraufhin herbei geeilten Christen gruben die Hostien aus und brachten sie zum Pfarrer, der sie nach Rom schickte. Die Juden, die die Hostien gestohlen hatten, wurden verbrannt und alle Juden „auf immerwährende Zeiten“ aus Hostau vertrieben.
An der Stelle, wo die Hostien vergraben gewesen waren, wurde eine Kapelle mit dem Namen „Fronleichnam Christi“ erbaut. In der Kapelle befanden sich zwei Gemälde, auf denen die Legende dargestellt war. Diese Kapelle wurde 1634 durch die Gräfin Kordula von Lobkowicz, geborene Gräfin Czernin von und zu Chudenitz, renoviert (oder erbaut) und 1636 durch Weihbischof Šimon Brosius von Horštejn feierlich eingeweiht. 1802 wurde die Kapelle wegen Baufälligkeit abgetragen.[15][16]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Unser Heimatkreis Bischofteinitz mit den deutschen Siedlungen im Bezirk Taus. Herausgegeben vom Heimatkreis Bischofteinitz; enthält einen Druck der Hauschronik der Fabrikantenfamilie Wild in Eisendorf (Zelezna) und Weißensulz, nach 1945 in Boxberg in Baden, Furth im Wald 1967.
- Bezirk Hostau. Heimat zwischen Böhmerwald und Egerland. Herausgegeben vom Ortsrat der Stadt Hostau im Heimatkreis Bischofteinitz e. V., Furth im Wald 1977.
- Stefan Stippler: Hostau. Die Geschichte einer Pfarrei in Böhmen. 1836 bis 1938. Tönning 2008.
- Stefan Stippler (Hrsg.): Bezirk Hostau. Heimat zwischen Böhmerwald und Egerland. Berlin 2011.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Förderverein Heimatstadt Hostau e. V. (mehrsprachige Seite über die Stadt).
- Homepage der Stadt (tschechisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Obec Hostouň: podrobné informace. Archiviert vom am 5. April 2017; abgerufen am 26. Juni 2021 (tschechisch).
- ↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
- ↑ Franz Hegenbarth: Hostau. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 291–305.
- ↑ Český les jih Turistická mapa. VKU akciová spoločnost´, Harmanec 2004
- ↑ Anastasia Prochazka: Das deutsche Sprachgebiet in Böhmen. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Band 14, Prag 1876, S. 221–240, insbesondere S. 226.
- ↑ Chronik des 2. US-Kavallerieregiments
- ↑ Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 12: Klattauer Kreis, Prag und Wien 1789, S. 111–115, Ziffer 30.
- ↑ Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 203, Ziffer 8) unten (books.google.de)
- ↑ Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 7: Klattauer Kreis, Prag 1839, S. 183–184, Ziffer 68.
- ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 9, Leipzig und Wien 1907, S. 574.
- ↑ Genealogie Sudetenland: Orte / places "H". Archiviert vom am 23. Juni 2007; abgerufen am 26. Juni 2021.
- 1 2 Michael Rademacher: Landkreis Bischofteinitz. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Části obcí. Archiviert vom am 26. Januar 2016; abgerufen am 26. Juni 2021 (tschechisch).
- ↑ Katastrální území. Archiviert vom am 30. Mai 2018; abgerufen am 26. Juni 2021 (tschechisch).
- ↑ Josef Hüttl: Das kirchlich-religiöse Leben in unserem Heimatkreis In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1983, S. 479, 480.
- ↑ Heimatstadt Hostau Chronik in hostau.org. Abgerufen am 1. Januar 2020.
