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Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation

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(Weitergeleitet von Horizon 2000)

Als Wissenschaftsprogramm (englisch Science Programme) bezeichnet die Europäische Weltraumorganisation (ESA) den Teil ihrer Aktivitäten, der hauptsächlich wissenschaftlichen Zielen dient und über den Pflichtbeitrag ihrer Mitgliedsstaaten finanziert wird. Es fällt organisatorisch in den Bereich des ESA-Wissenschaftsdirektorats (Science Directorate),[1][2] das auch für Technologieentwicklung zuständig ist.[3]

Die Bundesrepublik Deutschland setzte mit dem deutsch-amerikanischen Sonnensondenprojekt Helios 1974 und 1976 zusammen mit den USA einen neuen Meilenstein in der Raumfahrt. Die erste europäische Raumsonde war Giotto, welche 1985 zur Erforschung des Kometen Halley gestartet wurde. Vor allem die Erfahrungen aus dem Sonnensondenprojekt Ulysses (1990–2009) zeigte die technologische und politische Abhängigkeit von der NASA. In der Folge wurde klar, dass ESA eine längerfristige Strategie braucht, mehr eigene Fähigkeiten entwickeln muss und besser auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren muss.

Seit ihrer Gründung 1975 führt die ESA das Wissenschaftsprogramm der europäischen Weltraumforschungsorganisation ESRO fort.[4] Die Planung erfolgt seit den 1980er Jahren in Teilprogrammen, die jeweils einen Zeitraum von zehn Jahren abdecken, mit einer Perspektive, die weiter in die Zukunft reicht.

Nachdem anfangs nur über einzelne Wissenschaftsmissionen entschieden wurde, folgte eine Phase in der versucht wurde, das gesamte Wissenschaftsprogramm und zugehörigen Missionen unter einem langfristigen einheitlichen Plan ablaufen zu lassen und dabei verschiedene Forschungsrichtungen ausgewogen zu berücksichtigen, darunter

  • Astronomie
  • Sonnen- und Heliosphärenforschung
  • Plasmaphysik
  • Planetenforschung

Es gab ein Aufruf an die Wissenschaftler, Konzepte für Missionen vorzuschlagen. Es gab 77 Einsendungen, darüber wurde von einem Gremium von Wissenschaftlern verschiedener Richtungen beraten und daraus bestimmte Projekte zur Weiterentwicklung und Umsetzung empfohlen. Der ESA-Ministerrat berät und entscheidet letztlich, welche Mission finanziert und weiterverfolgt wird.

Das erste Programm war Horizon 2000, unter diesem Programm wurden zwischen 1985 und 1995 acht Missionen gestartet, darunter sind Cornerstone-Missionen mit grundlegender Bedeutung.[5]

Cornerstone 1 bestand aus den Missionen Cluster und SOHO, Cornerstone 2 war XMM-Newton, Cornerstone 3 war die Rosetta-Mission, Cornerstone 4 war Herschel. Außerdem wurden die Medium-Missionen Huygens, Integral und Planck gestartet.

Horizon 2000 Plus

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Die unter Horizons 2000 begonnenen Missionen wurden unter Horizon 2000 Plus weitergeführt. Insgesamt zehn Missionen wurden mit Horizon 2000 Plus weiterverfolgt oder initiiert. Zwischen 1995 und 2016 wurden die nächsten Cornerstone-Missionen Gaia und BepiColombo bestimmt. Dabei wurde eingeteilt in verschiedene Missionsklassen: große (L), mittlere (M) und kleine Missionen (S). Die L-Klasse Missionen haben lange Vorbereitungszeit, ein großes Budget, und sollen in neue Bereiche auf dem Gebiet der Raumfahrttechnik und Wissenschaft vorstoßen. Es soll aus Kostengründen pro Jahrzehnt nur ungefähr eine L-Mission starten.[6] Von der M-Klasse sollen ungefähr 2 bis 3 im Jahrzehnt starten. Die Planung, Entwicklung und Durchführung zieht sich dementsprechend in den Zeitrahmen der nachfolgenden Wissenschaftsprogramme hin.

Klasse-L-Missionen:

  • JUICE, eine Jupitersonde, gestartet 2023
  • Athena, ein Weltraumteleskop, Start geplant für die späten 2030er
  • LISA, ein Gravitationswellendetektor, Start geplant für Mitte der 2030er

Klasse-M-Missionen

  • Gaia, ein Weltraumteleskop, in Betrieb von 2014−2025
  • LISA Pathfinder, ein Technologieerprobungssatellit, in Betrieb 2015–2017
  • BepiColombo, eine Merkursonde, gestartet 2018

Cosmic Vision 2015–2025

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Siehe Cosmic Vision 2015–2025

Das Programm von Voyage 2050 wurde 2019 vorgeplant und erstmals 2025 konkreter umrissen. Die Pläne sind dabei für den Zeitraum 2035–2050, also mit einer langfristigen Perspektive von mehr als 25 Jahren, mit neu zu entwickelnden Technologien und Missionen in das äußere Sonnensystem.

Einzelnachweise

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  1. Funding. ESA, abgerufen am 4. Juni 2026: „The ESA Science Programme is foremost science-driven.“
  2. Science Programme. ESA, 5. November 2014.
  3. Science directorate. ESA, abgerufen am 4. Juni 2026.
  4. David Southwood: 'How space science adapted to ESA' - Guest contribution, 28. April 2025.
  5. esa SP-1070 European Space Science Horizon 2000. Dezember 1984 (esa.int [PDF]).
  6. Horizon 2000 Plus, European Space Science in the 21 st Century. 1995 (esa.int [PDF]).