Paul Daimler war lange Jahre Technischer Leiter bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft die 1922 ihren Unternehmenssitz von Untertürkheim nach Berlin verlegte und auch von der Inflation betroffen war. Es kam zur Zusammenarbeit mit Benz, später zur Fusion zu Daimler-Benz, allerdings ohne Paul Daimler, den Sohn des Firmengründers Gottlieb Daimler. Er wurde ab Juli 1923 Technischer Direktor der Argus Motoren Gesellschaft in Berlin und war als Horch-Chefkonstrukteur auch für das Zwickauer Horch-Werk tätig (Anm.: Argus-Inhaber Moritz Straus hielt ab Anfang der 1920er Jahre auch die Aktienmehrheit von Horch; ab 1929 war Horch vollständig in seinem Besitz). Daimler schuf zunächst einen 3,2-Liter-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC), die von einer Königswelle angetrieben wurden. Die paarweise zusammengefassten Zylinder ermöglichten fünf groß dimensionierte Kurbelwellenlager.
Der Horch 303 mit 60 PS Leistung war erster Typ der Reihe und Nachfolger des 2,6-Liter-Vierzylinders Horch 10/50 PS (10 M 25). Über ein Vierganggetriebe mit Schalthebel in der Wagenmitte wurden die Hinterräder angetrieben. Ein sechssitziger Tourenwagen, eine Pullman-Limousine und ein Pullman-Cabriolet wurden angeboten. 1927 erschien der Typ 304 mit kurzem Fahrgestell als Cabriolet. Noch im selben Jahr wurden beide Modelle durch die Typen 305 und 306 mit auf 3,4Liter Hubraum vergrößertem Motor mit 65PS abgelöst.
1928 erhielten die Fahrzeuge einen 4-Liter-Motor mit 80 PS Leistung. Bis 1930 hießen die Wagen Typ 350 und Typ 375; bis 1931 nannten sie sich Typ 400, beziehungsweise Typ 405. Zum Pariser Autosalon 1930 wurden zwei Modelle ausgestellt:[1] der Horch 400 mit 80PS starkem 4-Liter-DOHC-Motor sowie die siebensitzige Pullman-Limousine Horch500 mit dem neuen 5-Liter-OHC-Motor (100PS, eine Nockenwelle).
Nach dem Ausscheiden Paul Daimlers 1929 wurde angesichts der Weltwirtschaftskrise der aufwendige Motor mit den zwei Nockenwellen durch eine vereinfachte Konstruktion ersetzt. Die Horch-Motorenentwicklung wurde wieder ins Zwickauer Werk verlegt. Der dort von Daimler-Nachfolger Fritz Fiedler neu konstruierte Achtzylinder hatte nur noch eine Nockenwelle mit Königswellenantrieb; zur Schwingungsdämpfung war die Kurbelwelle nun zehnfach gelagert. Als „Sparmodell“ war 1931/32 der Typ 430 mit 3Liter Hubraum und 65PS im Programm. Daneben gab es aber auch weiterhin Fahrzeuge mit 4Liter Hubraum und 80PS: den Typ 410 und Typ 440 (ab 1932 Typ 710 genannt). Zusätzlich fertigte man auch größere Modelle mit 4,5Litern Hubraum und 90PS, den Typ 420, Typ 450 und Typ 470 (ab 1932 Typ 720, Typ 750 und Typ 750 B). Die Spitze des Angebotes stellten die Ausführungen mit 5Liter Hubraum und 100PS dar. Sie hießen Typ 480 und Typ 500/500 A (ab 1932 Typ 500 B, Typ 780 und Typ 780 B).
Bis 1935 entstanden rund 12.000 Wagen. Nachfolger waren die Horch 850/951 mit Achtzylinder-Reihenmotoren und die bereits 1933 vorgestellten Horch 830/930 mit V8-Motoren. Der 25.000. Horch-Achtzylinder wurde am 25. Juli1937 feierlich in Zwickau ausgeliefert.