Die Hohe Acht liegt in der Hocheifel. Ihr Gipfel erhebt sich 5,5km östlich der Kernstadt von Adenau und 3,3km (jeweils Luftlinie) nördlich des Kernorts der Gemeinde Herresbach, wobei die Grenze von beiden über den Gipfel verläuft. Benachbart sind im Ostnordosten Jammelshofen und im Ostsüdosten Siebenbach.
Das Basaltgestein der Hohen Acht wurde als Basanit (früher oft Alkalibasalt genannt) bestimmt. Die Datierung seines Alters ergibt, je nach Methodik, Werte von 36,3 bis 37,3 Millionen Jahren.[4] Die Hohe Acht gehört zum tertiären Hocheifel-Vulkanfeld, das mit den quartären Vulkanfeldern der West- und Osteifel teilweise räumlich überlappt, aber wesentlich älter und vermutlich unabhängig von diesen entstanden ist. Der Bereich um Kelberg, und damit auch die Hohe Acht, wurde seit dem Ende des Vulkanismus als „Kelberger Hoch“ stark angehoben,[5] wobei Hebungen um 100 bis 200 Meter, und damit Erosionsvorgänge in gleicher Größenordnung, wahrscheinlich erscheinen.[6] Als Grund wird eine Temperaturanomalie im Untergrund, eine ehemalige Magmenkammer, vermutet. Im Bereich der Hebung sind die ehemaligen Vulkanbauten erodiert, oft bis auf das Niveau der ehemaligen Schlote (Diatreme) oder darin sekundär eingedrungener Intrusionen. Das harte Basaltgestein wurde dabei als Härtling freigelegt. Die Hohe Acht ist damit eine sogenannte „Vulkanruine“, bei der der eigentliche Vulkan (möglicherweise ein Schlackenkegel) restlos abgetragen wurde und nur dessen Schlotbereich erhalten ist. Unterhalb des Gipfels fallen Blockschutthalden und aufragende Basaltgruppen auf.
Kaiser-Wilhelm-Turm; davor der Gipfelstein der Hohen Acht
Auf der Hohen Acht wurde 1908/09 der Kaiser-Wilhelm-Turm errichtet. Eingeweiht wurde er am 23. Juni 1909. Der Aussichtsturm steht etwa 12m ostsüdöstlich (⊙50.3861111111117.01125741) des Gipfelsteins in der Gemarkung Adenau. Er ist insgesamt 16,3m hoch. Dabei fußt der rund 14m hohe Schaft auf einem 2 m hohen Sockel. Im Erdgeschoss liegt die Wandstärke bei einem Meter, bei einer Grundfläche von 5,5 × 5,5 m.
Anlass zur Errichtung des Steinturms nach Plänen des Berliner Architekten Wilhelm Freiherr von Tettau war die Silberne Hochzeit von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria sowie das Gedenken an Kaiser WilhelmI. Ausgeführt wurde der Bau von den Maurermeistern Karl und Johannes Leidinger aus Adenau unter Verwendung einheimischen Bruchsteins. Die Baukosten betrugen 18.000 Mark.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Turm zunächst durch die Franzosen, dann bis 1959 wegen der Nutzung durch eine US-amerikanische Radareinheit[7] gesperrt. Das Organ des Eifelvereins meldete 1961: „Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Hohen Acht ist nach zweimonatigen Renovierungsarbeiten jetzt wieder für die Wanderer freigegeben.… Über neue Treppenstufen führt der Aufstieg zum Turm. Innen wurden die alten Steintreppen herausgerissen und durch Betonstufen ersetzt. Das Eisengeländer ließ sich zum Teil noch verwenden. Die Krone des Turmes wurde erneuert.…“ Seit 1987 steht der Turm unter Denkmalschutz. Mitte der 1980er Jahre waren weitere Sanierungsarbeiten notwendig; mehr als 100.000 D-Mark musste der Kreis Ahrweiler dafür aufwenden. Anfang 2015 wurde der Turm für 30.000 Euro erneut saniert und am 18.April 2015 wieder eröffnet.[8]
Auf dem Nordosthang wurde 1934 vom Turn- und Wintersport-Verein Adenau eine Skisprungschanze errichtet und nach drei schneearmen Wintern am 9. Januar 1938 eingeweiht.[9] Ihr K-Punkt lag bei 25m. Silvester- und Neujahrsspringen wurden Tradition. Den Schanzenrekord sprang am 13.März 1955 der Bad Godesberger Karlheinz Buchholz mit 22,5m.[9] Teilnehmer kamen aus Bad Neuenahr, Ahrweiler, Remagen, Niederbreisig, Brohl, Insul, Wershofen und Müllenbach. Die Schanze wurde 1980 aufgegeben. In manchen Wander- und topographischen Karten war sie noch über Jahre vermerkt.[10][11]
Ab Parkplätzen kann der Berg erwandert werden, u.a. auf der Eifelleiter (52,8km; Bad Breisig–Adenau). Im Winter bestehen an der Hohen Acht oft gute Wintersportmöglichkeiten. Gespurte Loipen, Rodelstrecken und Skilifte sind vorhanden. An zahlreichen Stellen ist ein weiter Blick über die Eifellandschaft möglich.
Etwa 1,5km südwestlich des Gipfels der Hohen Acht liegt auf der Südwestflanke des Berges als Teil der Nordschleife des Nürburgrings der Rennstreckenabschnitt Hohe Acht, welcher die auf einem 676,5m hohen Vulkankegel stehende Ruine Nürburg weiträumig umrundet.
Werner D’hein: Nationaler Geopark Vulkanland Eifel. Ein Natur- und Kulturführer. Gaasterland-Verlag, Düsseldorf 2006, ISBN 3-935873-15-8.
Neue Beiträge zur Geschichte der rheinischen Vulkane. Die erloschenen Vulkane in der Eifel und am Niederrhein. 2. Teil, Florian Kupferberg, Mainz 1821, S. 75.
↑Zuzana Fekiacova, Dieter F. Mertz, Paul R. Renne: Geodynamic Setting of the Tertiary Hocheifel Volcanism (Germany), Part I: 40Ar/39Ar geochronology. In Joachim R. R. Ritter, Ulrich R. Christensen (editors): Mantle Plumes. A Multidisciplinary Approach. Springer Verlag Berlin und Heidelberg 2007. ISBN 978-3-540-68045-1, S. 185–206.
↑Gottfried Hofbauer: Vulkane in Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2016. ISBN 978-3-534-26824-5, darin Kap.9 Tertiäres Hocheifel-Vulkanfeld
↑M. Schaller, F. von Blanckenburg, N. Hovius, A. Veldkamp, Meindert W. van den Berg, P. W. Kubik (2004): Paleoerosion Rates from Cosmogenic 10Be in a 1.3 Ma Terrace Sequence: Response of the River Meuse to Changes in Climate and Rock Uplift. Journal of Geology 122 (2): 127-144.