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Hitnrun Phase Two

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
HITnRUN Phase Two
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung

12. Dezember 2015

Aufnahme

Januar 2010 – Mai 2015

Label(s) NPG Records / Universal Music Group

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Contemporary R&B, Funk, Pop, Soul

Titel (Anzahl)

12

Länge

58:05

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Prince

Studio(s)

Paisley Park Studio (Chanhassen)

Chronologie
HITnRUN Phase One
(2015)
HITnRUN Phase Two Purple Rain Deluxe
(2017)
Singleauskopplungen
23. November 2011 Xtraloveable
22. November 2012 Rocknroll Loveaffair
4. Februar 2013 Screwdriver
26. Mai 2015 Baltimore

Hitnrun Phase Two (stilisiert als HITnRUN Phase Two) ist das 39. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince und das letzte zu dessen Lebzeiten veröffentlichte. Er arrangierte, komponierte und produzierte alle Songs. Das Album erschien am 12. Dezember 2015 bei seinem Label NPG Records zunächst exklusiv als Download bei Tidal. Eine CD-Veröffentlichung folgte am 21. Januar 2016; zudem erhielten Besucher der Tournee „Piano & A Microphone“ (16. Februar bis 14. April 2016) das Album. Postum wurde es am 29. April 2016 von der Universal Music Group weltweit veröffentlicht.

Sechs der zwölf Titel waren zuvor bereits als Studioversionen veröffentlicht worden, jedoch nicht auf einem Album enthalten. Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Soul zuzuordnen; als Gastmusiker wirkten Ida Kristine Nielsen, Ledisi und das Blechbläserquintett Hornheads mit. Musikkritiker bewerteten HITnRUN Phase Two überwiegend positiv. Kommerziell erreichte das Album erst nach Prince’ Tod im April 2016 international Top-Ten-Platzierungen, ohne einen Gold- oder Platinstatus zu erlangen.

Zur Entstehung des Albums HITnRUN Phase Two berichtete der NPG-Hornz-Saxofonist Marcus Anderson (* 1985) nach Prince’ Tod 2016, Prince habe die Musiker angeleitet, die Aufnahmen angefertigt, die Mischungen nachts allein erstellt und ihnen am folgenden Tag die fertigen Fassungen vorgespielt; zahlreiche Stücke seien nie veröffentlicht worden.[1]

Alle zwölf Songs nahm Prince zwischen 2010 und 2015 in seinem Paisley-Park-Studio in Chanhassen (Minnesota) auf. Sechs Stücke veröffentlichte er zuvor als Studioversionen, darunter Xtraloveable (2011 als Extraloveable), Rocknroll Loveaffair (2012 als Rock and Roll Love Affair), Groovy Potential und Screwdriver (beide 2013) sowie Baltimore und Stare (beide 2015).

Der erste für HITnRUN Phase Two ausgewählte Song war Black Muse, den Prince im Januar 2010 aufnahm. Zu dieser Zeit arbeitete er an dem Album Welcome 2 America, das zunächst unveröffentlicht blieb und erst postum im Juli 2021 durch The Prince Estate („Der Prince Nachlass“) erschien.[2] Die letzten 3:05 Minuten von Black Muse gehen in 1000 Light Years from Here über, ein am 11. März 2010 aufgenommenes Stück, das in vollständiger Fassung auf Welcome 2 America enthalten ist. Am 10. Oktober 2010 überarbeitete Prince Black Muse und integrierte dabei vermutlich 1000 Light Years from Here.[3]

2 Y. 2 D. nahm Prince vermutlich Mitte 2011 auf, Big City entstand im Oktober 2011.[2][4] Einen Monat später überarbeitete er Xtraloveable und veröffentlichte das Stück als Download-Single mit Andy Allo als Gastsängerin.[5] Zwei Jahre später nahm Prince den Song erneut ohne Allo auf; diese Fassung ist auf HITnRUN Phase Two enthalten. Ursprünglich hatte er das Stück bereits am 3. April 1982 unter dem Titel Extra Loveable im Tonstudio Sunset Sound Studio in Los Angeles (Kalifornien) eingespielt.[6]

Rocknroll Loveaffair nahm Prince im Januar 2012 unter dem Titel Rock and Roll Love Affair auf und veröffentlichte das Stück anschließend als RNR Affair, das am 17. September 2012 bei verschiedenen Hörfunkstationen des US-Medienunternehmens Clear Channel Communications, Inc. ausgestrahlt wurde. Die auf HITnRUN Phase Two enthaltene Fassung wurde von Prince dezent überarbeitet und ist nicht mit der zuvor veröffentlichten Version identisch.[4]

Groovy Potential nahm Prince im Juli 2012 auf und veröffentlichte das Stück am 14. August 2013 über seine damalige Website 3rdEyeTunes.com.[7] Screwdriver entstand vermutlich Ende 2012 und wurde erstmals am 17. Dezember 2012 von der 3rdEyeGirl-Schlagzeugerin Hannah Welton auf ihrem Facebook-Profil erwähnt, begleitet von einem 30-sekündigen Musikvideo. Am 22. Januar 2013 war der Titel auf Prince’ damaliger Website 20pr1nc3.com erstmals online abrufbar.[8]

Im Sommer 2014 nahm Prince vermutlich Revelation auf; im Herbst überarbeitete er When She Comes, das er ursprünglich am 12. März 2010 eingespielt hatte. Die auf HITnRUN Phase Two enthaltene Fassung ist umfangreicher instrumentiert als die auf Welcome 2 America veröffentlichte Originalversion.[2][8]

Anfang 2015 nahm Prince Stare auf und veröffentlichte den Titel am 30. Juli 2015 bei Spotify sowie am 3. Dezember 2015 bei Tidal.[5] Baltimore entstand am 30. April 2015, wurde wenig später überarbeitet und erstmals am 9. Mai 2015 über Prince’ damaliges SoundCloud-Benutzerkonto veröffentlicht.[9][10] Look at Me, Look at U nahm Prince vermutlich ebenfalls 2015 auf. Nach seinem Tod im April 2016 wurde der Liedtext des Songs auf einem Notenständer im Paisley Park Studio gefunden, zusammen mit dem handschriftlichen Liedtext des bis heute (2026) unveröffentlichten Stücks Stay Cool.[11]

Im September 2015 veröffentlichte Prince sein 38. Studioalbum HITnRUN Phase One. Auf eine Twitter-Anfrage eines Fans, ob HITnRUN Phase Two erscheinen werde, antwortete er, Warner Bros. Records habe das Album bereits erhalten und forderte zu Petitionen für eine Veröffentlichung auf. Auf die Nachfrage nach dem Grund für eine mögliche Zusammenarbeit mit Warner verwies Prince lediglich auf einen „Ölzweig“. Letztlich erschien HITnRUN Phase Two im Dezember 2015 ohne Beteiligung von Warner Bros. Records.

Gestaltung des Covers

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Wie bereits bei HITnRUN Phase One gestaltete der Creative Director und Typograf Martin Homent das Albumcover. Er arbeitete anschließend bis einschließlich 2017 mit The Prince Estate („Der Prince Nachlass“) zusammen.[12]

Auf dem Frontcover ist erneut Prince’ Kopf zu sehen, wiederum cartoonartig dargestellt; diesmal trägt er jedoch eine überdimensionale goldfarbene Brille statt einer mit drei Brillengläsern. Das achtseitige Booklet enthält nicht alle Liedtexte: Die Texte zu 2 Y. 2 D., Big City, Black Muse und Revelation fehlen vollständig, jener zu Screwdriver ist unvollständig. Zudem zeigt das Booklet ein Foto von Prince, aufgenommen von der in Minneapolis lebenden Fotografin Karrah Kobus (* 1990). Die Titellist befindet sich auf der Rückseite des Booklets.[13]

Musik und Liedtexte

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Ledisi, 2011

Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Soul zuzuordnen. Prince trägt die Liedtexte sowohl in seinem charakteristischen Falsett als auch in tieferen Stimmlagen vor. Als Gastmusiker wirken die 3rdEyeGirl-Bassistin Ida Kristine Nielsen, Ledisi sowie das Blechbläserquintett Hornheads mit.

Der Opener Baltimore thematisiert in einem sozialkritischen Liedtext den Todesfall von Michael Brown am 9. August 2014 sowie den Tod des Afroamerikaners Freddie Gray (* 16. August 1989) am 19. April 2015 in Baltimore (Maryland), der infolge von Wirbelsäulenverletzungen starb, die er sich mutmaßlich in Polizeigewahrsam zugezogen hatte.[14] Prince fordert darin unter anderem Gewaltverzicht und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als Gastsängerin ist die US-Amerikanerin Eryn Allen Kane (* 13. Dezember 1989 in Detroit, Michigan) zu hören.

Die Synthesizer-Motive in Rocknroll Loveaffair erinnern stellenweise an Third Stone from the Sun von Jimi Hendrix aus seinem Album Are You Experienced (1967) sowie an Prince’ eigenen Song Take Me with U (1984). Die Abkürzung des dritten Titels 2 Y. 2 D. steht für „Too Young, to Dare“. Stare enthält eine Interpolation von Sexy Dancer (1979) aus dem Album Prince sowie ein Sample von Kiss (1986). Xtralovable ist auch unter dem Titel Extraloveable Reloaded bekannt. When She Comes ist eine bluesbeeinflusste R&B-Ballade, die Prince im Falsett vorträgt. In dem rockbeeinflussten Song Screwdriver spielt Ida Kristine Nielsen den E-Bass.

Der zehnte Song Black Muse hat eine Laufzeit von 7:21 Minuten, wobei die letzten 3:05 Minuten in das zuvor unveröffentlichte Stück 1000 Light Years from Here übergehen, das in der Tracklist nicht gesondert aufgeführt ist. Die vollständige Version ist auf Welcome 2 America (2021) enthalten. Revelation basiert auf dem Song Elixer, den Prince 2009 für Bria Valente schrieb und der auf dem von ihm produzierten Album Elixer erschien. Das Schlussstück Big City entstand unter Mitwirkung der R&B-Sängerin Ledisi sowie der Hornheads, der Bläsergruppe von The New Power Generation. Der Titel weist zwar eine Gesamtlaufzeit von 6:25 Minuten auf, endet jedoch musikalisch bereits nach 5:35 Minuten, gefolgt von einer 50-sekündigen Pause.

Titelliste und Veröffentlichungen

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# Titel Dauer
1 Baltimore (feat. Eryn Allen Kane) 4:33
2 Rocknroll Loveaffair 4:01
3 2 Y. 2 D. 3:49
4 Look at Me, Look at U 3:27
5 Stare 3:45
6 Xtralovable 5:00
7 Groovy Potential 6:16
8 When She Comes 3:45
9 Screwdriver 4:14
10 Black Muse 7:21
11 Revelation 5:21
12 Big City 6:25
Spieldauer: 58:05 min.
Autor aller Songs ist Prince

Die Veröffentlichung von HITnRUN Phase Two am 12. Dezember 2015 galt als überraschend, da Prince im Vorfeld keine Musikpromotion betrieb. Zunächst erschien das Album exklusiv bei Tidal und nur in Kombination mit dem Vorgängeralbum HITnRUN Phase One als Download. Ab dem 15. Dezember 2015 war es auch separat über den iTunes Store erhältlich. Die CD-Veröffentlichung erfolgte am 21. Januar 2016; sie war zunächst bei zwei Konzerten im Paisley Park Studio erhältlich. Darüber hinaus erhielten alle Besucher der Tournee Piano & A Microphone (16. Februar bis 14. April 2016) das Album als CD-Beigabe zum Konzertticket.[10][15][16]

Acht Tage nach Prince’ Tod veröffentlichte die Universal Music Group das Album am 29. April 2016 weltweit postum.[17]

Aus dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt. Bereits am 23. November 2011 erschien Xtraloveable unter dem Titel Extraloveable als Download. Ein Jahr später wurde Rocknroll Loveaffair am 22. November 2012 als Rock and Roll Love Affair veröffentlicht, erhältlich als Download, CD-Single und Vinyl-Maxi-Single; zudem erschien eine Picture Disc. Neben einer 4:01 Minuten langen Radio-Edit-Version existieren fünf Remixfassungen. Screwdriver folgte am 4. Februar 2013 als Download-Single, Baltimore am 26. Mai 2015. Coverversionen zu Songs des Albums sind nicht bekannt.[18][19][9]

Andy Allo, 2013

Prince produzierte zu Rocknroll Loveaffair, Screwdriver, Xtraloveable und Baltimore vier Musikvideos für das Album HITnRUN Phase Two. Das Video zu Rocknroll Loveaffair wurde am 8. September 2012 im Paisley Park Studio gedreht; Regie führte Chris Robinson (* 1967). Prince singt und spielt Keyboard sowie eine speziell für ihn angefertigte Godin-Gitarre. Als Gastmusikerinnen wirken Andy Allo (Gitarre), Hannah Welton (Schlagzeug) und Ida Kristine Nielsen (Bass) mit. Nach 1:28 Minuten ist kurz das Gemälde „Reine Keis Quintet“ von Cbabi Bayoc (* 1972) zu sehen, das 2001 als Albumcover für The Rainbow Children verwendet wurde. Die Premiere des in Schwarzweiß und Farbe gedrehten Videos fand am 22. November 2012 statt.[4]

Zum Song Screwdriver existieren drei unterschiedliche Musikvideos, die alle im Dezember 2012 im Paisley Park Studio gedreht wurden. Eines davon erschien am 22. Januar 2013 in der Studioversion mit einer Spieldauer von 4:28 Minuten und visualisiert den Liedtext mittels farbiger Computeranimationen. Zudem sind Prince und seine Begleitband 3rdEyeGirl bei der Darbietung des Songs zu sehen; ferner wirkt die Tänzerin Lala Escarzega mit, die bereits 2009 im Prince-Musikvideo zu Crimson and Clover auftrat.

Das zweite Musikvideo zu Screwdriver war erstmals am 10. Februar 2013 zu sehen, ist 8:10 Minuten lang und in Schwarzweiß gehalten. Es zeigt, wie 3rdEyeGirl gemeinsam mit Chris James, Joshua Welton und Trevor Guy das Paisley Park Studio betritt. James ist Toningenieur und war gelegentlich als Gitarrist in Prince’ Band tätig, Welton ist Musiker und Ehemann von Schlagzeugerin Hannah Welton und Guy war damals Gitarrentechniker von Prince und ist der Ehemann von 3rdEyeGirl-Gitarristin Donna Grantis. Im Atrium des Paisley Park Studios scheint Donna Grantis von einer nicht näher offenbarten Erscheinung fasziniert. Anschließend diskutieren Hannah Welton und Joshua Welton die Textzeile „A girl with a guitar is twelve times better than another crazy band of boys“ aus Fixurlifeup vom Album Plectrumelectrum (2014). Nachdem die drei Männer den Raum verlassen haben, erscheint Prince’ Silhouette, woraufhin er 3rdEyeGirl auffordert, sich ihm anzuschließen. Es folgt eine Liveversion von Screwdriver, begleitet von einem rund 40-köpfigen Tanzensemble mit Twist-ähnlicher Choreografie; diese Tanzszenen entstanden am 2. Februar 2013. Das Video endet mit dem resignierten Abgang der drei Männer. Als Regisseur gilt vermutlich Prince selbst.

Die Unruhen von Baltimore im April 2015

Am 15. Februar 2013 erschien eine auf 5:16 Minuten gekürzte Fassung, die unmittelbar mit der Liveversion einsetzt und auf das Tanzensemble verzichtet. Stattdessen werden Cue Cards eingeblendet, darunter „Back 2 the future or leave it all behind?“ und „Is it possible 2 have 2 much fun?“[20] Ferner produzierte Prince 2013 ein Musikvideo zu Xtraloveable, das zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht blieb. Es entstand vermutlich im Paisley Park Studio; als Tänzerin wirkte erneut Lala Escarzega mit, wie sie im Mai 2016 auf Instagram mitteilte.

Am 21. Juli 2015 veröffentlichte Prince ein Musikvideo zu Baltimore, das den Liedtext mit Bildern der Unruhen in Baltimore im April 2015 kombiniert, ergänzt durch zeitgenössische Zeitungsschlagzeilen, unter anderem aus The New York Times. Zudem thematisiert das Video den Todesfall Michael Brown und zeigt afroamerikanische Demonstrierende für Frieden. Zwischendurch sind Aufnahmen von Prince’ Konzert am 10. Mai 2015 in der Royal Farms Arena in Baltimore zu sehen. Am Ende wird die politische Botschaft „The System Is Broken. It’s Going To Take The Young People To Fix It This Time. We Need New Ideas, New Life… – Prince“ eingeblendet. Regie führte der US-Amerikaner Ralston Smith. Seit der Tötung von George Floyd am 25. Mai 2020 in Prince’ Heimatstadt Minneapolis ist das Musikvideo auch über den YouTube-Kanal von The Prince Estate abrufbar.

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Darüber hinaus spielte er sämtliche Musikinstrumente selbst ein; ergänzt wurden die Aufnahmen durch weitere Mitwirkende.[13]

  • Andrew Gouché – E-Bass in Revelation, When She Comes
  • Cassandra O’ Neal – Keyboard in Big City
  • Elisa Dease – Backing Vocals in Big City, Black Muse
  • Eryn Allen Kane – Gesang in Baltimore
  • Hornheads – Baritonsaxophon, Posaune, Tenorsaxophon, Trompete in 2 Y. 2 D., Baltimore, Black Muse, Groovy Potential, When She Comes, Xtralovable
  • Ida Kristine Nielsen – E-Bass in Big City, Rocknroll Loveaffair, Screwdriver
  • John Blackwell – Schlagzeug in allen Songs außer in Baltimore, Groovy Potential, Stare
  • Justin Stanley – Keyboard und Handclaps in 2 Y. 2 D.
  • Ledisi – Backing Vocals in Big City
  • Liv Warfield – Backing Vocals in Big City, Black Muse
  • Michael Bland – Schlagzeug in Groovy Potential
  • NPG Hornz – Altsaxophon, Baritonsaxophon, Flöte, Posaune, Saxophon, Sopransaxophon, Tenorsaxophon, Trompete in Big City, Groovy Potential, Look at Me, Look at U, Revelation, Rocknroll Loveaffair, Stare, When She Comes
  • Shelby J. – Backing Vocals in Big City, Black Muse
  • Stringenius – Saiteninstrumente in Baltimore
  • Xavier Taplin – Keyboard in Look at Me, Look at U, Revelation

Technisches Personal

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  • Prince – Toningenieur
  • Adrian Crutchfield (von NPG Hornz) – Arrangements der Hörner in Rocknroll Loveaffair
  • Booker T. Jones III (als „Booker T.“) (* 1964; † 2014) – Toningenieur
  • Chris James – Toningenieur
  • Dylan Dresdow – Toningenieur
  • Joey Rayfield (von NPG Hornz) – Arrangements der Hörner in Stare
  • Justin Stanley – Toningenieur
  • Karrah Kobus – Fotografie
  • Lynn Grissett (von NPG Hornz) – Arrangements der Hörner in Stare
  • Marcus Anderson (von NPG Hornz) – Arrangements der Hörner in Look at Me, Look at U, Stare
  • Martin Homent – Covergestaltung, Illustration
  • Michael B. Nelson – Arrangements der Saiteninstrumente und Hörner sowie Produktion der Saiteninstrumente in 2 Y. 2 D., Baltimore, Black Muse, Groovy Potential, When She Comes, Xtralovable
  • Philip Lassiter (von NPG Hornz) – Arrangements der Hörner in Big City
Piano & A Microphone 2016
von Prince
Präsentationsalbum keines
Anfang der Tournee 16. Februar 2016
Ende der Tournee 14. April 2016

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 20
Chronologie
Hit and Run Tour 2015
(2015)
Piano & A Microphone 2016

Zwei Monate nach der Veröffentlichung des Albums ging Prince auf die Tournee „Piano & A Microphone 2016“. Dabei trat er ohne Begleitband auf und spielte sämtliche Songs ausschließlich am Klavier. Der ursprünglich für den 24. November 2015 im Wiener Konzerthaus geplante Tourauftakt wurde infolge der Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris abgesagt, ebenso der gesamte europäische Teil der Tournee. Stattdessen begann die Konzertreise am 16. Februar 2016 im State Theatre in St. Kilda (Australien) und endete am 14. April 2016 im Fox Theatre in Atlanta (Georgia). Insgesamt absolvierte Prince 20 Konzerte vor rund 80.000 Besuchern; erstmals in seiner Karriere trat er auch in Neuseeland auf, wo er zwei Konzerte spielte.[21][22]

Die Konzertdauer variierte zwischen 90 und 120 Minuten, da Prince jedes Konzert mit einer individuellen Setlist gestaltete und Songs aus seiner rund 37-jährigen Karriere präsentierte. Pro Abend spielte er in der Regel zwei Konzerte, meist gegen 19 und 22 Uhr. Zudem erhielten alle Konzertbesucher das Album HITnRUN Phase Two zusammen mit dem Konzertticket.[22]

Das Konzert am 14. April 2016 im Fox Theatre war das letzte in Prince’ Karriere; eine Woche später starb er überraschend. Er kündigte den Auftritt am 28. März 2016 über seinen Twitter-Account an, der Vorverkauf begann einen Tag später. Ursprünglich war das Konzert für den 7. April geplant, wurde jedoch am Veranstaltungstag wegen einer mutmaßlichen Grippeerkrankung abgesagt. Ein Ersatztermin wurde am 11. April bekannt gegeben; bis zum 12. April mittags konnten Karten gegen volle Rückerstattung zurückgegeben werden, bevor die Rückläufer am 13. April erneut in den Verkauf gingen.

Am 17. April 2016 erklärte Prince, das Konzert im Fox Theatre sei vollständig für eine Veröffentlichung abgemischt worden, ohne jedoch einen Termin zu nennen. Am 18. April 2016 erschien die Liveaufnahme von Black Sweat (2006) aus dem Album 3121 auf Tidal als Download und stellte damit seine letzte offizielle Tonträgerveröffentlichung zu Lebzeiten dar.[23]

Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[24] 69 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
AllMusic[25] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
New Musical Express[26] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Pitchfork Media[27] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (USA)[28] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Consequence of Sound[29] C–

HITnRUN Phase Two wurde von Musikkritikern überwiegend positiv aufgenommen; insbesondere der Song Baltimore wurde häufig als bester Titel des Albums hervorgehoben. Die Website Album of the Year (AOTY) errechnete auf Grundlage von 14 englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 69 %.[24]

Matthew Horton vom New Musical Express bewertete HITnRUN Phase Two mit vier von fünf Sternen und bezeichnete das Album als „liebevoll, sozialbewusst und stets unterhaltsam“. Hervorgehoben wurden der „stilvolle Jazz-Funk“ von Look at Me, Look at U, die „bluesige Ballade“ When She Comes, die auch auf Sign “☮” the Times (1987) „gepasst hätte“, sowie Groovy Potential als Prince’ „reinster Popsong seit The Most Beautiful Girl in the World“. Besonders lobte Horton das „epische“ siebenminütige Black Muse. Trotz des Hinweises, Prince habe in seiner Karriere „schon Besseres“ veröffentlicht, ordnete er das Album dem „guten Teil“ von dessen umfangreicher Diskografie zu.[26]

Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab dreieinhalb von fünf Sternen. Er beschrieb HITnRUN Phase Two als bewusst reduziertes Soul-Album ohne Elektronik und Gitarrenexzesse im Vergleich zu HITnRUN Phase One. Mit der Eröffnung durch die Black-Lives-Matter-Protesthymne Baltimore zeige Prince spürbare Empörung, setze insgesamt jedoch stärker auf Rhythmus als auf Riffs. Als „Groove-Platte“ entfalte das Album seine Wirkung vor allem langfristig und überzeuge durch elegante, lässige Stimmungsmusik.[25]

Kory Grow vom US-Musikmagazin Rolling Stone vergab dreieinhalb von fünf Sternen und attestierte Prince „Topform“. Seine gestochen scharfen, bluesigen Gitarrensoli prägten das Album, exemplarisch in den Songs Baltimore und Revelation. HITnRUN Phase Two zeige Prince so vielseitig wie selten und bündele jene Qualitäten, die sein Schaffen auszeichneten.[28]

David Drake von Pitchfork Media äußerte sich zurückhaltend und vergab 4,7 von zehn Punkten. Das Album sei ein „enttäuschender Eintrag“ in Prince’ Katalog, da er sich „von Anfang bis Ende“ stärker auf die Demonstration seines Könnens als auf kreative Ideen konzentriere. Die Songs fügten sich „nur selten zu eigenständigen Formen“, vielmehr lasse ein „Mangel an Ideen“ das Album „versinken“. Kritisch bewertete Drake zudem die „vergesslich symbolischen“ Liedtexte, insbesondere in Baltimore. Positiv hob er lediglich Xtraloveable sowie Prince’ „rührende“ Gesangsdarbietung in Revelation hervor und bezeichnete ihn trotz der Kritik weiterhin als „Superstar“.[27]

Geoff Nelson vom Online-Magazin Consequence of Sound äußerte sich sehr kritisch und vergab die Note „C–“. Prince schienen „die Ideen auszugehen“, zudem liege der „überzeugendste Moment des Albums“ bereits am Anfang – „und selbst der“ sei „nicht besonders überzeugend“. Der Song Baltimore wirke als „fast musiktheatralische Schnulze“ „ein wenig unehrlich“ und besitze „keine besondere Tiefe“. Auch Xtraloveable bezeichnete Nelson als unsympathisch arrangiert, während Screwdriver eher „in eine B-Seiten-Sammlung von Lenny Kravitz“ passe. Positiv hob er lediglich Look at Me, Look at U und Rocknroll Loveaffair hervor; insgesamt präsentiere Prince mit HITnRUN Phase Two „nur eine nachgeahmte Version seiner einstigen Vitalität“.[28][29]

Kommerzieller Erfolg

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Chartplatzierungen

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ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[30]21 (2 Wo.)2
 Österreich (Ö3)[31]20 (3 Wo.)3
 Schweiz (IFPI)[32]9 (5 Wo.)5
 Vereinigtes Königreich (OCC)[33]21 (1 Wo.)1
 Vereinigte Staaten (Billboard)[34]40 (3 Wo.)3

Im Jahr 2015 konnte sich HITnRUN Phase Two in den genannten Ländern nicht in den Charts platzieren. Erst nach Prince’ Tod erreichte das Album im Mai 2016 die jeweils aufgeführte Höchstplatzierung. Die vier Singleauskopplungen Xtraloveable, Rocknroll Loveaffair, Screwdriver und Baltimore konnten sich weder zu Prince’ Lebzeiten noch postum in den internationalen Singlecharts platzieren.

HITnRUN Phase Two verkaufte sich weltweit rund 150.000 Mal.[35] Auszeichnungen für einen Gold- oder Platinstatus sind nicht bekannt.

Postum erhielt Prince für die Ära von HITnRUN Phase Two folgende Auszeichnungen und Ehrungen:

Helpmann Awards

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25. Juli 2016: Gewinn des australischen Helpmann Awards in der Kategorie „Best International Contemporary Concert“ für die Tournee Piano & A Microphone 2016.[36]

NAMM TEC Awards

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21. Januar 2017: Nominierung des Songs Stare in der Kategorie „Record Production – Single“; ausgezeichnet wurde postum David Bowie für Blackstar.[37]

Grammy-Nominierung

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17. Februar 2017: Nominierung von HITnRUN Phase Two bei den Grammy Awards 2017 in der Kategorie „Best Engineered Album, Non-Classical“; ausgezeichnet wurde David Bowie für das Album Blackstar.

  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
  • Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.

Einzelnachweise

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  1. Azhar (2016), S. 132
  2. a b c Clerc (2023), S. 562.
  3. Black Muse. In: princevault.com. 10. Oktober 2024, abgerufen am 18. Januar 2025 (englisch).
  4. a b c Clerc (2023), S. 559.
  5. a b Clerc (2023), S. 560.
  6. Nilsen (1999), S. 262.
  7. Clerc (2023), S. 560–561.
  8. a b Clerc (2023), S. 561.
  9. a b Clerc (2023), S. 558.
  10. a b Lizie (2020), S. 314.
  11. Look At Me, Look At U. In: princevault.com. 10. Oktober 2024, abgerufen am 18. Januar 2025 (englisch).
  12. Samantha McCarroll-Hyne: One Man Behind Many Faces. In: peopleofpaisleypark.com. 1. Oktober 2017, abgerufen am 18. Januar 2025 (englisch).
  13. a b Begleitheft der CD HITnRUN Phase Two von Prince, NPG Records, 2015.
  14. Lizie (2020), S. 313.
  15. Draper (2016), S. 204.
  16. Prince: Piano & A Microphone. In: princevault.com. 19. Februar 2017, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  17. Clerc (2023), S. 553.
  18. Draper (2016), S. 193.
  19. Lizie (2020), S. 281, 315.
  20. Screwdriver (Live). In: princevault.com. 18. Mai 2022, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  21. Hermine Kramer: Prince sagt Konzert in Wien ab. In: meinbezirk.at. 16. November 2015, abgerufen am 7. Februar 2024.
  22. a b Tour Map. In: princevault.com. 19. Februar 2017, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  23. Prince: Piano & A Microphone. In: princevault.com. 2. September 2020, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  24. a b Prince – Hitnrun Phase Two. In: albumoftheyear.org. 2024, abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  25. a b Stephen Thomas Erlewine: PHITnRUN: Phase Two Review by Stephen Thomas Erlewine. In: allmusic.com. 2025, abgerufen am 28. Februar 2025 (englisch).
  26. a b Matthew Horton: Prince – ‘HITnRUN Phase Two’. In: nme.com. 16. Dezember 2015, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  27. a b David Drake: Prince – HITNRUN Phase Two. In: pitchfork.com. 8. Januar 2016, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  28. a b c Draper (2016), S. 205.
  29. a b Geoff Nelson: Prince – HITNRUN Phase Two. In: consequenceofsound.net. 18. Dezember 2015, abgerufen am 17. Juli 2023 (englisch).
  30. Prince. offiziellecharts.de, abgerufen am 17. Juli 2023.
  31. Prince. austriancharts.at, abgerufen am 17. Juli 2023.
  32. Prince. hitparade.ch, abgerufen am 17. Juli 2023.
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