Zum Inhalt springen

Hirtzfelden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hirzfelden)
Hirtzfelden
Hirtzfelden (Frankreich)
Hirtzfelden (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Ensisheim
Gemeindeverband Alsace Rhin Brisach
Koordinaten 47° 55′ N, 7° 27′ OKoordinaten: 47° 55′ N, 7° 27′ O
Höhe 206–217 m
Fläche 22,10 km²
Einwohner 1.259 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 57 Einw./km²
Postleitzahl 68740
INSEE-Code
Website www.hirtzfelden.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)

Hirtzfelden (deutsch Hirzfelden) ist eine französische Gemeinde mit 1259 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé, zum Kanton Ensisheim und ist Mitglied im Gemeindeverband Communauté de communes Alsace Rhin Brisach. Die Bewohner werden Hirtzfeldois und Hirtzfeldoises genannt.

Das Dorf liegt in der Oberrheinebene zwischen Rhein und Ill, etwa auf halbem Weg zwischen Breisach am Rhein und Mülhausen. Das 22,10 km² große Gemeindegebiet wird hauptsächlich durch Ackerflächen geprägt (Fluren Rufacker Weg, Schlittweg, Rustenharter Bann, Colmarer Pfad, Ensisheimer Strasse, Gemeindeackerweg, Mittelfeld, Mittelzug, Allmend, Kurzerzug, Fessenheimer Strasse, Baseler Weg, Munchhauser Weg, Battenheimer Weg, Krummer Schlittweg, Fahnackerweg, Diebsweg und Neugesetz).

Knapp 32 % des Gemeindegebietes sind bewaldet. Der Gemeindeforst (Forêt communale d’Hirtzfelden) besteht aus zwei Teilen: Le Niederwald im Nordosten und ein Teil des Bois de Rothleible im Westen.

Durch den Osten des Gemeindeareals führt der Rhein-Rhône-Kanal, der heute nur noch von Sportbooten befahren wird. Zur Zeit der Indienststellung in den 1830er Jahren entstand ein kleiner Hafen zwei Kilometer östlich des Ortskerns, der einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte.

Nachbargemeinden sind Rustenhart im Norden, Balgau im Nordosten, Fessenheim im Osten, Roggenhouse im Südosten, Munchhouse im Süden, Réguisheim und Meyenheim im Westen sowie Oberentzen und Niederentzen im Nordwesten.

Der Name leitet sich vom Wort Hirsch ab, was im Wappen der Gemeinde zum Ausdruck kommt Die älteste erhaltene Erwähnung, unter dem Namen Hiruzfeld, stammt aus dem 8. Jahrhundert und wurde aufgezeichnet, als das Dorf an die Abtei Murbach gestiftet wurde. Hirzfelden ging vom Kloster Murbach an dessen Schutzvögte, die Habsburger, über. Im Westfälische Frieden 1648 kam es mit dem gesamten habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone. Das Dorf war lange Zeit im Besitz regionaler Herrschaften aus Landser und Ottmarsheim. 1446 war Hirzfelden im Besitz Basels, im 18. Jahrhundert abhängig von der Vogtei Ensisheim.

Auf der Gemarkung (Im Waldgebiet Bois de Rothleible) wurden eisenzeitliche Grabhügerl und römerzeitliche Artefakte entdeckt. Man nimmt an, dass sich hier eine Kreuzung der Römerstraßen von Epimanduodurum (Mandeure) nach Mons Brisiacus (Breisach) und Egisheim-Basel befand.,1920 wurden die Überreste eines Friedhofs aus der Zeit der Merowinger gefunden.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Hirzfelden zum Reichsland Elsaß-Lothringen (Kreis Gebweiler, Bezirk Oberelsaß). Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Einwohner des Dorfes wie die aller Dörfer zwischen Rhein und Maginotlinie in den Südwesten Frankreichs (hauptsächlich in das Département Dordogne) evakuiert. Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 war eine Rückkehr möglich. Am Ende des Krieges erlebte Hirtzfelden die Befreiung von der Naziherrschaft am 6. und 7. Februar 1945.

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017
Einwohner 669[1] 544 559 561 741 848 981 1099 1261

Um den alten Dorfkern an der Straße EnsisheimRustenhart entstanden seit Ende der 1970er Jahre sternförmig zahlreiche neue Häuserzeilen. Die Bevölkerung Hirtzfeldens verdoppelte sich in den letzten 45 Jahren.

Hirtzfelden ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.[2]

Die Pfarrkirche Saint-Laurent ist an der Stelle der früheren Kirche aus dem 13. Jahrhundert erbaut, von der nur noch der Turm übrig ist, im 19. Jahrhundert verstärkt und erweitert. Die heutige Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Jean-Baptiste Chassain im Jahr 1778 erbaut, das Datum ist auf dem Schlussstein angegeben. Das Erdgeschoss des alten Turms dient derzeit als Taufkapelle

Wasserturm Hirtzfelden mit den Wappen von Hirtzfelden, Roggenhouse und Munchhouse

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 359–360.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Kreis Gebweiler. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juni 2024; abgerufen am 18. Februar 2026.
  2. https://www.gemeinde-eschbach.de/wirtschaftsstandort/glct_goez.php
Commons: Hirtzfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien