Helmut Haselmann
Helmut Haselmann (* 4. Oktober 1917 in Mannheim; † 15. April 2009 in Tübingen) war ein deutscher Mediziner und Hochschullehrer für wissenschaftliche Mikroskopie.[1]
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach seiner Reifeprüfung und dem Militärdienst begann Helmut Haselmann 1939 mit dem Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Danzig. Er wechselte jedoch nach seinem Einsatz als Soldat im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1940 zum Studium der Medizin und zwar an den Universitäten Würzburg und Heidelberg. Im Winter 1945 legte er an der Universität Heidelberg das medizinische Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. med. Im Fachgebiet Anatomie war er vor allem mit der Durchführung von Präparierkursen beschäftigt und habilitierte sich 1950 in Heidelberg für Anatomie und war dann als Prosektor am Anatomischen Institut tätig. Von 1954 bis 1963 lehrte er Wissenschaftliche Mikroskopie und Mikrophotographie und wurde 1956 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 1956 bis 1963 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Unternehmen Carl Zeiss in Oberkochen. Im Jahre 1963 wechselte er nach Tübingen. Die dortige Universität hatte ein neues Extraordinat (das einzige in der Bundesrepublik Deutschland) für wissenschaftliche Mikroskopie innerhalb der Medizinischen Fakultät eingerichtet und ernannte Haselmann 1966 zum Ordinarius. 1983 wurde er emeritiert. Das für die wissenschaftliche Mikroskopie 1963 eingerichtete Institut wurde einige Jahre nach seiner Emeritierung wieder aufgelöst (1992).[2] Von 1964 bis 1989 wurden von den Mitarbeitern des Instituts für viele Studierende und Wissenschaftler die „Tübinger Mikroskopierkurse“ durchgeführt. Zu den Mitarbeitern gehörten Prof. Dr. Fritz Habermalz sowie der Diplom-Physiker Joachim Rienitz (1918–2007).[3]
1982 wurde Haselmann Ehrenmitglied der Royal Microscopical Society.[4]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bemerkungen zu der Arbeit "Die Stellung des Thymus im Organismus" nach Else Petri. In: Virchows Archiv, Bd. 314 (1944), H. 1, S. 151–155 (= Dissertation Universität Heidelberg).
- (mit Wilhelm Kappel): Über die Untersuchung lebender Gonokokken mit dem Phasenkontrastverfahren. In: Archives of dermatological research, Bd. 187 (1949), H. 5/6, S. 501–505.
- 20 Jahre Phasenkontrast-Mikroskopie. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie und mikroskopische Technik, Bd. 63 (1957), H. 3, S. 140–155.
- Phasenkontrast-Fluoreszenz-Mikroskopie. Ein Verfahren zur simultanten und suczedanen Anwendung des Phasenkontrastverfahrens und der Fluoreszenz-Mikroskopie, insbesondere in der Zytologie. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie und mikroskopische Technik, Bd. 63 (1957), H. 4, S. 216–226.
- Einführung in die Mikrophotographie. Carl Zeiss AG, Göttingen 1958.
- Farbmikrophotographie. In: Zeiss-Mitteilungen, Bd. 2 (1961), H. 4, S. 128–149.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Alfons Renz: o. Prof. em. Dr. med. Helmut Haselmann. In: Tübinger Mikroskopische Gesellschaft e.V. / Ehrenmitglieder (mit allen biografischen Daten u. Foto, abgerufen am 22. Januar 2026).
- ↑ https://www-p.archivportal-d.de/item/J5WVQRWXL6UPCOWQODXTWSQRVKKV4PRS
- ↑ Joachim Rienitz: Historisch-physikalische Entwicklungslinien optischer Instrumente. Von der Magie zur partiellen Kohärenz. Pabst, Lengerich 1999, ISBN 3-934252-13-3.
- ↑ [1]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Haselmann, Helmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner und Hochschullehrer für Mikroskopie |
| GEBURTSDATUM | 4. Oktober 1917 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 15. April 2009 |
| STERBEORT | Tübingen |