Hawk Koch

Howard Winchel Koch Jr., bekannt als Hawk Koch (* 14. Dezember 1945 in Los Angeles) ist ein amerikanischer Filmproduzent.
Er war von 2010 bis 2014 Präsident der Producers Guild of America und in den Jahren 2012/2013 Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
Persönliches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koch war der Sohn des gleichnamigen Filmemachers Howard W. Koch, der in den 1970ern Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences war, wodurch er in seiner Kindheit Ferien und Sommer auf Filmsets verbrachte. Nach einer Anekdote habe er das erste Mal dank Clark Gable am Set von Colorado auf einem Pferd gesessen.[1]
Die Familie ist jüdisch, aber er wurde nicht-religiös erzogen. Erst zu seinem 50. Geburtstag hatte er auf Vorschlag des Produzenten Gary Lucchesi seine Bar Mitzvah und gab sich den Namen Hawk, der aufgrund seiner Initialen sein Spitzname als Kind war.[1]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koch arbeitete zuerst als Road Manager für Musiker wie die Dave Clark Five, bevor er sich selbst zum Filmgeschäft wandte. Dort war sein erster Job Produktionsassistent für die beiden Trashfilme Jesse James Meets Frankenstein’s Daughter und Billy the Kid vs. Dracula von 1966. Als am Set von Dieses Mädchen ist für alle ein Regieassistent ausfiel, übernahm er diese Position das erste Mal, die er von da an in den 1970ern ausführte, etwa auch bei Chinatown (1974).[1]
Im Bereich der Produktion hatte er verschiedene Positionen bei unterschiedlichen Produktionsfirmen inne. Als Präsident von Rastar betreute er die Produktionen von Filmen wie Peggy Sue hat geheiratet (1986) und bei Paramount Pictures war er Executive Producer, etwa für Wayne’s World (1992), sowie für die beiden Filme Virtuosity und Zwielicht, die Gary Lucchesi produzierte.[1]
Koch und Mark Gordon wurden von den Mitgliedern der Producers Guild of America 2010 als erstes Duo zu ihren Präsidenten gewählt.[2] 2012 wurde Koch zum Präsidenten der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ernannt, deren erster Vizepräsident er gewesen war. Da deren Präsident aus Vorstandsmitgliedern gewählt werden musste und Koch 2013 die Höchstzeit als solcher erreichte, war seine Präsidentschaft bereits vorab auf ein Jahr beschränkt.[3] Für diese Zeit setzte er die Präsidentschaft der Produzentengilde aus, aber anschließend trat er wieder an Gordons Seite bis 2014. Bei der Produzentengilde erreichten sie die Implementierung der Zertifizierung von Produktionsfirmen mit den Buchstaben „p.g.a.“.[2] Bei der Academy setzte er sich unter anderem mit Initiativen dafür ein, die Anzahl ihrer Mitglieder und ihre Diversität zu steigern, um das Image als „Klub weißer, alter Männer“ zu reduzieren.[4]
2019 veröffentlichte er eine Autobiografie, Magic Time, die er mit seiner Ehefrau Molly Jordan verfasste.[5]
Der Schauspieler Cooper Koch und der Filmeditor Payton Koch sind Enkel Kochs.
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1966: Jesse James Meets Frankenstein’s Daughter – Produktionsassistent
- 1966: Billy the Kid vs. Dracula – Produktionsassistent
- 1968: Rosemaries Baby (Rosemary’s Baby) – Dialogcoach
Regieassistenz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1969: Nacht ohne Zeugen (Pendulum)
- 1969: Bob & Carol & Ted & Alice
- 1970: Getting Straight
- 1970: Machenschaften (WUSA)
- 1970: 100 Dollar mehr, wenn’s ein Junge wird (The Baby Maker)
- 1971: Die Gnadenlosen (Fool’s Parade)
- 1971: Der weite Ritt (The Hired Hand)
- 1971: El Capitano (Something Big)
- 1971: Nach Hause (Going Home)
- 1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
- 1972: Sandkastenspiele (Up the Sandbox)
- 1973: So wie wir waren (The Way We Were)
- 1974: Zeuge einer Verschwörung (The Parallax View)
- 1974: Chinatown
- 1975: Einmal ist nicht genug (Once Is Not Enough) – auch Produktionsleiter
- 1975: Unter Wasser stirbt man nicht (The Drowning Pool) – auch Associate Producer
- 1976: Der Marathon-Mann (Marathon Man)
- 1978: Der Himmel soll warten (Heaven Can Wait)
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]P=Producer; EP=Executive Producer
- 1977: Jenseits von Mitternacht (The Other Side of Midnight) – EP
- 1979: Ein Rabbi im Wilden Westen (The Frisco Kid) – EP
- 1980: Idolmaker – Das schmutzige Geschäft des Showbusiness (The Idolmaker) – P
- 1981: Da steht der ganze Freeway Kopf (Honky Tonk Freeway) – P
- 1983: Ein himmlischer Lümmel (A Night in Heaven) – P
- 1983: Die unheimliche Macht (The Keep) – P
- 1983: Gorky Park – P
- 1984: Der Pate von Greenwich Village (The Pope of Greenwich Village) – P
- 1989: Rooftops – Dächer des Todes (Rooftops) – P
- 1990: Der lange Weg (The Long Walk Home) – P
- 1991: Armadillo Bears – Ein total chaotischer Haufen (Necessary Roughness) – EP
- 1992: Wayne’s World – EP
- 1993: Die Aushilfe (The Temp) – EP
- 1993: Sliver – EP
- 1993: Wayne’s World 2 – EP
- 1995: Die andere Mutter (Losing Isaiah) – P
- 1995: Virtuosity – EP
- 1996: Zwielicht (Primal Fear) – EP
- 1997: Mein Liebling, der Tyrann (The Beautician and the Beast) – P
folgend als Hawk Koch:
- 2000: Glauben ist alles! (Keeping the Faith) – P
- 2000: Frequency – P
- 2002: Collateral Damage – Zeit der Vergeltung (Collateral Damage) – EP
- 2004: The Riverman (Fernsehfilm) – EP
- 2005: Hostage – Entführt (Hostage) – EP
- 2007: Blood and Chocolate – P
- 2007: Das perfekte Verbrechen (Fracture) – EP
- 2008: Untraceable – P
- 2010: Norman – P
- 2011: Source Code – EP
- 2013: Very Good Girls – EP
- 2013: Weihnachten in Conway (Christmas in Conway, Fernsehfilm) – EP
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hawk Koch, with Molly Jordan: Magic Time. My Life in Hollywood, Post Hill Press, ISBN 978-1-64293-303-1
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d Andrew W. Welkos: Howard W. Koch Jr. Takes Flight as Hawk. In: Los Angeles Times. 1. Mai 2000, abgerufen am 21. Februar 2026 (englisch).
- ↑ a b Hawk Koch Re-joins Mark Gordon as President of PGA. In: Creative Handbook. 5. August 2013, archiviert vom am 31. Januar 2020; abgerufen am 21. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Nicole Sperling: Hawk Koch named new motion picture academy president. In: Los Angeles Times. 31. Juli 2012, archiviert vom am 2. August 2012; abgerufen am 21. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Pete Hammond: Analysis: Did The Academy Just Get A Lot More Diverse? In: Deadline Hollywood. 28. Juni 2013, abgerufen am 22. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Karin Gutman: A Conversation with Hawk Koch and Molly Jordan. In: Spirit of Story. 29. Oktober 2019, abgerufen am 22. Februar 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Koch, Hawk |
| ALTERNATIVNAMEN | Koch, Howard Winchel |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Filmproduzent |
| GEBURTSDATUM | 14. Dezember 1945 |
| GEBURTSORT | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |