Haubenmaina
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Haubenmaina (Acridotheres cristatellus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Acridotheres cristatellus | ||||||||||||
| (Linnaeus, 1758) |


Die Haubenmaina (Acridotheres cristatellus, Syn. Gracula cristatella) ist ein Singvogel aus der Gattung Mainas (Acridotheres) innerhalb der Familie der Stare (Sturnidae).[1][2]
Der Vogel kommt im Südosten Chinas und in Indonesien vor.
Die Art wurde als Käfigvogel eingeführt nach Vancouver, British Columbia, Gefangenschaftsflüchtlinge konnten sich dort beträchtlich vermehren bis nach Washington und Oregon. Der Vogel gilt aktuell in Nordamerika als ausgestorben.[3]
Im Jahre 1997 wurde die Art brütend um Lissabon herum entdeckt, ist jetzt etabliert in der Reserva Natural do Estuário do Tejo und auf der Península de Setúbal.[4]
Gleichfalls erfolgreich eingeführt wurde die Haubenmaina in Penang, Singapur, Manila und in Teilen von Japan und Argentinien.[3]
Das Verbreitungsgebiet umfasst offene Flächen, Grasland, Felder und Waldränder, gerne auch in der Nähe von Siedlungen und in Städten.
Der lateinische Artzusatz kommt von lateinisch cristatellus ‚mit kleiner Haube versehen‘.[5]
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Art ist 22–27 cm groß und wiegt 102–140 g, ein schwarzer Vogel mit auffallendem Kamm an der Stirn und Schnabelbasis sowie auffallendem weißem Flügelfleck auf den Handschwingen. Der Körper ist etwas purpur-braun überhaucht, am Rücken etwas deutlicher. Die Federn an Scheitel und Nacken sind zerzaust, die Flugschwingen sind bräunlich-schwarz, die Handschwingen haben eine breite weiße Basis, die großen Flügeldecken sind an der Basis dunkel, ansonsten weiß. Der Schwanz ist schwarz. Kinn, Kehle, Brust und Bauch sind schwärzlich, etwas graubraun überhaucht, die Unterschwanzdecken tragen weiße Spitzen. Das Weibchen ist kleiner und hat einen weniger imposanten Kamm. Jungvögel sind graubraun noch ohne Kamm. Die Iris ist gelb-orangefarben, bei Jungvögel blaugrau oder graugrün, mitunter ist ein orangefarbener bis roter Augenring zu erkennen. Der Schnabel ist elfenbein- oder hornfarben mit rosafarbener Basis, bei Jungvögeln blass fleischfarben, die Nasenlöcher werden durch kurze Kammfedern bedeckt. Die Beine sind gelb-orangefarben, blass fleischfarben bei Jungvögeln.[6]
Geografische Variation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][6][7][8]
- A. c. cristatellus (Linnaeus, 1758), Nominatform – Süd- und Südostchina
- A. c. brevipennis E. J. O. Hartert, 1910[9] – Hainaninsel und Indochina, Laos und Vietnam, Stirnfedern schmaler
- A. c. formosanus (E. J. O. Hartert, 1912)[10] – Taiwan, kleiner, grüner Schimmer auf Scheitel und Rücken, längere Vorderhaube, auch breitere weiße Spitzen der Unterschwanzdecken, Schnabel grünlich-gelb
Stimme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Lautäußerungen werden als melodische Folge von Pfeiflauten beschrieben, von einem Ansitz in Nähe der Nisthöhle vorgetragen. Alarmrufe sind ein hartes „jaaay“. Ferner ist ein plapperndes Trällern und Kichern zu hören, auch ein wiederholtes „chuff-chuff-chuff-chuff“ oder „creek-creek-creek-creek“ kommt vor. In der Abenddämmerung sammeln sich kleine Gruppen, um lärmend auf Schlafbäume zu fliegen.[6]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Art ist ein Standvogel, im Winter kann es als Strichvogel zu Höhenwanderungen kommen. Der Vogel läuft gerne auch hüpfend oder galoppierend wie die Hirtenmaina (Acridotheres tristis). Oft sind kleine Gruppen herumfliegend und bei der Nahrungssuche zu beobachten.
Die Nahrung besteht etwa zu gleichen Teilen aus tierischem und pflanzlichem Material: Insekten, Früchte und Pflanzensamen, auch Beerenobst. Tote Fische und Abfälle werden auch genutzt.
Das Nest wird in Höhlen aller Art angelegt, auch in Gebäuden, unter Brücken oder hinter dichtem Mauerbewuchs. Beide Elternvögel arbeiten am Nest, das großteils aus trockenem pflanzlichem Material besteht. Die Brutzeit liegt zwischen April bis August, ab März in Taiwan, von April bis Mai auf den Philippinen.[6]
Gefährdungssituation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[11]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- C. Linnaeus: Gracula cristatella. In: Systema Naturae per regna tria naturæ, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis Tomus I. Editio decima, reformata. Holmiæ: impensis direct. Laurentii Salvii. i–ii, Band 1, S. 109, 1758, Biodiversity Library
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Haubenmaina (Acridotheres cristatellus) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Haubenmaina (Acridotheres cristatellus)
- Crested Myna (Acridotheres cristatellus) in der Encyclopedia of Life. (englisch).
- BirdLife International: Species Factsheet – Crested-myna (Acridotheres cristatellus)
- Acridotheres cristatellus im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 16. August 2026.
- Haubenmaina auf oiseaux.net (französisch)
- Macaulay Library
- Acridotheres cristatellus auf Briefmarken
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Haubenmaina (Acridotheres cristatellus) bei Avibase
- ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
- 1 2 C. Feare, A. Craig, B. Croucher, C. Shields und K. Komolphalin: Starlings and Mynas. 1989, ISBN 978-0-691-00496-9.
- ↑ S. Saavedra, A. Maraver, J. D. Anadón und J. L. Tella: A survey of recent introduction events, spread and mitigation efforts of mynas (Acridotheres sp.) in Spain and Portugal. In: Animal Biodiversity and Conservation, Band 38, Nummer 1, S. 121–127, 2015 doi:10.32800/abc.2015.38.0121.
- ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
- 1 2 3 4 S. R. Johnson und R. W. Campbell: Crested Myna (Acridotheres cristatellus), version 1.0. In: S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Acridotheres cristatellus
- ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
- ↑ IOC World Bird List 15.2 Nuthatches, Wallcreeper, treecreepers, spotted creepers, mockingbirds, starlings, oxpeckers
- ↑ E. J. O. Hartert: Acridotheres cristatella brevipennis. In: Novitates Zoologicae, Band 17, Nummer 2, S. 250, 1910, Biodiversity Library
- ↑ E. J. O. Hartert: Aethiopsar cristatellus formosanus. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 31, S. 14, 1912, Biodiversity Library
- ↑ Acridotheres cristatellus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 16. August 2026.