Hartmut Dybilasz
Hartmut Dybilasz (* 21. Juli 1924 in Belzig; † 10. Juli 2010 in Kirchheim bei München) war ein deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dybilasz war der Sohn des Generalmajors und Diplom-Ingenieurs Walther Dybilasz, zuletzt Kommandeur der Eisenbahn-Pionier-Brigade 1, und von Margarete, geborene Kirsten, Tochter des Ziegelei-Besitzers Wilhelm Kirsten in Belzig. Er hatte eine ältere Schwester (* 1922), Hanna-Huberta,[1][2] und wuchs in ostdeutschen Garnisonen sowie in Berlin auf. Ende 1935 verstarb seine Mutter. Er trat am 1. Juli 1942 als Offizieranwärter beim Eisenbahnpionier-Ersatz-Bataillon 4 in Sperenberg in die Wehrmacht ein. Von April bis Juli 1943 war er Gruppenführer in der 3. Kompanie des Eisenbahnpionier-Regiments 3, wo er im Kuban-Brückenkopf eingesetzt wurde. Von Juli 1943 bis Februar 1944 besuchte er den 14. Fahnenjunker- und den 2. Oberfähnrich-Lehrgang an der Eisenbahnpionierschule in Rehagen-Klausdorf. Am 23. Februar 1944 wurde er, mir Rangdienstalter 1. Dezember 1943, zum Leutnant befördert. Von März bis Juli 1944 war er Zugführer und Ausbildungsoffizier im Eisenbahnpionier-Ersatz-Bataillon 1 in Fürstenwalde/Spree, von August bis November 1944 als IL beim Kommandeur der Eisenbahnpioniere (KODEIS) im Armeeoberkommando der 18. Armee im Raum Kurland, von November 1944 bis März 1945 als IL beim Kommandeur der Eisenbahnpioniere (GRUKODEIS) Stab der Heeresgruppe Mitte im Raum Kurland und im März 1945 im Stab der Heeresgruppe Weichsel in Pommern eingesetzt. Im April 1945 war er Führer einer Sturmkompanie der 148. Infanterie-Division in Italien und von 29. April 1945 bis 12. August 1945 in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.[3][4][5]
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Dybilasz zunächst landwirtschaftlicher Arbeiter, Verladearbeiter, Kraftfahrer und Bauhilfsarbeiter. Von November 1946 bis Januar 1949 studierte er Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Germanistik an der Philipps-Universität Marburg. 1950 verstarb sein Vater in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Bereits während des Studiums bis August 1951 war er Bühnenarbeiter und Bühnenbildner an den Theatern in Marburg sowie Bad Nauheim und von September 1951 bis März 1956 erster Bühnenmaler am Stadttheater Bremerhaven.[3][4]
Am 16. März 1956 trat Dybilasz als Oberleutnant in die Bundeswehr ein und war bis März 1957 Personaloffizier in der Annahmeorganisation in Bremen. 1957 wurde er zum Hauptmann befördert. Von April 1957 bis Juni 1959 war er Offizier für Personalwesen (S 1) im Pionierbataillon 1, später im Panzerpionierbataillon 3 in Hamburg, bis September 1962 Pioniermaterialoffizier und Kompaniechef im Pionierbataillon 5 in Koblenz und bis September 1965 Taktiklehrer an der Heeresoffizierschule III in München. Dort wurde er 1963 Major.[3][4][5]
Von Oktober 1965 bis Juli 1966 absolvierte Dybilasz den Generalstabslehrgang mittlere Führung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Danach war er von Oktober 1966 bis September 1970 Bataillonskommandeur des schweren Pionierbataillons 717 in Koblenz, wo er 1967 Oberstleutnant wurde, von Oktober 1970 bis November 1974 Dezernent für die Pioniertruppe[3][4][5] und von November 1974 bis September 1975 stellvertretender General der Pioniertruppe im Heeresamt in Köln.[6.1] Am 23. Januar 1975 wurde er Oberst und war von Oktober 1975 bis März 1980 Referatsleiter Personal III 5 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.[3][4][5]
Im April 1980 wurde Dybilasz, unter Ernennung zum Brigadegeneral, Kommandeur der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik in München.[6.2] Mit Ablauf des September 1984 wurde er in den Ruhestand versetzt.[7]
Dybilasz war verheiratet, evangelisch und hatte zwei Söhne sowie zwei Töchter.[5] Von 1980 bis zu seinem Tod 2010 war er Mitglied im Bund Deutscher Pioniere.
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern II. Klasse (1944)[4]
- Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1983)[3][4]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 116.
- Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 1, Adam – Fuhr. Biblio-Verlag, Osnabrück 1998, ISBN 978-3-7648-2492-1, S. 420–421.
- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1982/1983. Bernard & Graefe, Bonn 1982, ISBN 3-7637-5262-5, S. 37.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Personalunterlagen von Angehörigen der Reichswehr und Wehrmacht, Dybilasz, Walther, Dipl. Ing., PERS 6/1198. In: invenio.bundesarchiv.de. Abgerufen am 25. Mai 2026 (Digitalisat).
- ↑ Personalunterlagen von Angehörigen der Reichswehr und Wehrmacht, Dybilasz, Walther, Dipl. Ing., PERS 6/299581. In: invenio.bundesarchiv.de. Abgerufen am 25. Mai 2026 (Digitalisat).
- 1 2 3 4 5 6 Bradley et al. 1998 a. a. O.
- 1 2 3 4 5 6 7 Range 2013 a. a. O.
- 1 2 3 4 5 Sadlowski 1982 a. a. O.
- Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8.
- ↑ Clemens Range: Die geduldete Armee: 50 Jahre Bundeswehr. Translimes Media, Berlin 2005, ISBN 978-3-00-015382-2, S. 271.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dybilasz, Hartmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr |
| GEBURTSDATUM | 21. Juli 1924 |
| GEBURTSORT | Belzig |
| STERBEDATUM | 10. Juli 2010 |
| STERBEORT | Kirchheim bei München |
- Brigadegeneral (Heer der Bundeswehr)
- Person (Bundesministerium der Verteidigung)
- Absolvent der Führungsakademie der Bundeswehr
- Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
- Deutscher Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten
- Leutnant (Heer der Wehrmacht)
- Pionier/Ingenieur
- Deutscher
- Geboren 1924
- Gestorben 2010
- Mann