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Harald Engelmann

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Harald Siegfried Engelmann[1] (* 8. Mai 1933 in Dresden; † 22. Dezember 2023 in Potsdam) war ein deutscher Schauspieler, Tänzer, Choreograf und Theaterregisseur.

Harald Engelmann absolvierte eine Ausbildung als Tänzer und Pantomime. In der Spielzeit 1954/55 gehörte er an den Städtischen Bühnen Karl-Marx-Stadt zum Ensemble des dreiteiligen Ballettabends Das Recht des Herrn / Capriccio Espagnol / Der verzauberte Vogel mit Musik von Victor Bruns und Nikolai Rimski-Korsakow.[2]

Ab Anfang der 1960er Jahre wirkte er an der Komischen Oper Berlin, unter anderem als Pantomime und Tänzer. Er gehörte dort als Solist zum Ballett der Komischen Oper, wo er unter anderem in Inszenierungen von Walter Felsenstein auftrat. In dessen mittlerweile legendärer Inszenierung der Oper Ein Sommernachtstraum von Benjamin Britten verkörperte Engelmann, unter der musikalischen Leitung von Kurt Masur, die Sprechrolle des Kobolds Puck.[3] Engelmanns Darstellung zeichnete sich insbesondere durch ihre Akrobatik und Artistik aus, die Engelmanns vollen physischen Einsatz forderte.[4]

In der Spielzeit 1962/63 übernahm Engelmann an der Komischen Oper die Rolle des Doktor Purgon in der Tanzpantomime Der eingebildete Kranke von Hans-Dieter Hosalla (1919–1995), nach Motiven von Molières Komödie Der eingebildete Kranke.[5]

Ab 1967 arbeitete Engelmann auch als Schauspieler, Regisseur und Choreograf an der Volksbühne Berlin. Dort übernahm er unter anderem in der Spielzeit 1967/68 bei der Neuinszenierung der Shakespeare-Komödie Die lustigen Weiber von Windsor (Premiere 30. Dezember 1967) die Co-Regie.[6] Er war für die Choreografien mehrerer Theaterstücke verantwortlich und trat, schwerpunktmäßig in Nebenrollen, bis in die 1980er Jahre in verschiedenen Inszenierungen als Darsteller auf. In der Spielzeit 1968/69 spielte er unter der Regie von Ottofritz Gaillard den Sperling in der DDR-Erstaufführung des Märchenstücks Barbarossa und die Sonnenblumeninsel von Arthur Fauquez.[7] In der Spielzeit 1970/71 wirkte er an der Volksbühne beim Theater im 3. Stock neben Annekathrin Bürger, Karin Ugowski und Marianne Wünscher in der Produktion Pfeile des Eros mit.[8] In der Spielzeit 1971/72 gehörte er an der Volksbühne zur Besetzung der Neuinszenierung des Märchenstücks König Hirsch von Carlo Gozzi.[9] In der Spielzeit 1974/75 spielte er unter der Regie von Benno Besson in einer Neuinszenierung der Shakespeare-Komödie Wie es euch gefällt.[10] Im Dezember 1975 wirkte er in der Reihe „Zehn Jahre Literatur-Theater“ in dem Programm Hoppla, wir leben! von Fritz Decho mit.[11] Einzelne Aufführungen wurden auch für das Fernsehen der DDR aufgezeichnet.

Als Theaterregisseur inszenierte Engelmann 1975 am Hans Otto Theater in Potsdam das Musical Terzett von Gerd Natschinski.[12] 1977 inszenierte er am Berliner Friedrichstadtpalast.[13] 1979 führte er, anlässlich des Lessing-Jahres, am Theater Schwedt Regie bei einer Inszenierung von Nathan der Weise.[14]

Engelmann war seit den 1950er Jahren auch als Darsteller von Nebenrollen im Film und im Fernsehen zu sehen. Er verkörperte Charakterrollen und Chargen; häufig spielte er Autoritätspersonen wie Offiziere oder Justizbeamte.

Engelmann gab sein Filmdebüt 1953 in der Folge Persil bleibt Persil der satirischen Kurzfilmreihe Das Stacheltier, in der er einen Studenten verkörperte. Als Götz Friedrich, Regisseur an der Komischen Oper, 1962 seinen einzigen Spielfilm Rotkäppchen drehte, engagierte er Engelmann als Darsteller des Fuchs. Engelmann spielte in einigen weiteren DEFA-Filmen mit, u. a. in Ralf Kirstens Mantel- und Degen-Film Mir nach, Canaillen! (1964) und Herrmann Zschoches Gegenwartsfilm Die Alleinseglerin (1987). Er war in über 40 Fernsehfilmen und Fernsehserien zu sehen. Im DDR-Fernsehen hatte er auch zwei kleinere Episodenrollen in der Kriminalfilmreihe Polizeiruf 110, so als „Lockvogel“ in der Folge Trickbetrügerin gesucht (1977) und als Staatsanwalt Franke in der Folge Der Tote zahlt (1987).

Harald Engelmann lebte mit seiner dritten Ehefrau, der Kabarettistin Andrea Meissner, in Potsdam.[1] Er hat einen Sohn, Felix Albert Meissner.

Theaterauftritte (Auswahl)

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Engelmann trat als Darsteller unter anderem in folgenden Inszenierungen an der Volksbühne Berlin auf:[15]

Filmografie (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. 1 2 Steffi Pyanoe: Kultur: Macht’s euch hübsch! In: Der Tagesspiegel Online. 5. Oktober 2011 (tagesspiegel.de [abgerufen am 26. Januar 2024]).
  2. DAS RECHT DES HERRN / CAPRICCIO ESPAGNOL / DER VERZAUBERTE VOGEL. Programmheft Spielzeit 1954/55. Städtische Theater Karl-Marx-Stadt.
  3. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 25 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing Verlag, Berlin, 1972. Seite 94.
  4. Hans Heinz Stuckenschmidt: Oper in dieser Zeit, S. 200
  5. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 25 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing Verlag, Berlin, 1972. Seite 100.
  6. Spielzeitchronik Volksbühne Berlin 1960–1970. Abgerufen am 24. Mai 2026. Offizielle Internetpräsenz der Volksbühne Berlin.
  7. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 25 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing Verlag, Berlin, 1972. Seite 218.
  8. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 10 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1970–1980. Spitzing Verlag, Berlin, 1980. Seite 183.
  9. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 10 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1970–1980. Spitzing Verlag, Berlin, 1980. Seite 175.
  10. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 10 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1970–1980. Spitzing Verlag, Berlin, 1980. Seite 179.
  11. Reichhardt, Hans J. (u. a.): 10 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1970–1980. Spitzing Verlag, Berlin, 1980. Seite 180.
  12. Musik und Gesellschaft, 1975, S. 227–228.
  13. Christel Bodenstein • Evelyn Cron. In: Neues Deutschland vom 4. August 1977. Abgerufen am 24. Mai 2026
  14. Karin Barbara Fischer, Thomas C. Fox: A Companion to the Works of Gotthold Ephraim Lessing. 2005, S. 305; books.google.de
  15. Spielzeitchronik Volksbühne Berlin 1914–2020. Abgerufen am 24. Mai 2026. Offizielle Internetpräsenz der Volksbühne Berlin.
  16. Viel Lärm um Nichts. Besetzung. TV-Programm vom 12. Mai 1963
  17. Wallensteins Lager. Besetzung.
  18. Filmemacher. Besetzung. TV-Programm vom 25. März 1972
  19. Der ungebetene Gast. Besetzung. TV-Programm vom 25. Dezember 1981
  20. Die Tänzerin. Besetzung