Gustav Lachmann war leitender Ingenieur für Entwicklung dieses Flugzeuges. Die Harrow hatte ein festes Fahrgestell und ein doppeltes Seitenruder. Die Standardbesatzung bestand aus vier Mann– dem Piloten und drei Bordschützen. Ein Bordschütze saß in der Flugzeugnase, einer im Heckdrehturm und einer in der Mitte des Rumpfes.
Im August 1935 wurden insgesamt 100 Mk-I- und Mk-II-Maschinen bestellt. Die beiden Varianten unterschieden sich nur in den Motoren. Die Mk I hatte einen Bristol Pegasus X mit 618 kW und die Mk II einen 690 kW (938 PS) leistenden Bristol-Pegasus-XX-Motor. Zusätzlich erhielten die Waffentürme der MKII eine Motorunterstützung.
Der Erstflug der Harrow fand am 10. Oktober 1936 statt. Vom Typ MkI wurden 38 Maschinen gebaut und vom Typ MkII die restlichen 62 Maschinen. Die Fertigung lief bis Ende 1937. Im Januar 1937 traten die ersten Harrows den Dienst an.
Mit Aufkommen der moderneren Vickers Wellington wurden die Aufgaben der Harrow umdefiniert. Sie wurde nun zum Truppentransporter für maximal 20 Soldaten umgebaut oder als Frachtflugzeug genutzt. Sie spielte auch eine große Rolle bei der Ausbildung von Bomberbesatzungen. Einige wurden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zum Verlegen von Minen genutzt.
Die Fleet Air Arm erhielt neun Harrows zwischen Juni 1942 und Januar 1943. Diese erhielten den Namen Sparrow und wurden zum Transport von Motoren in der Squadron782 verwendet.
Ab 1944 wurden die Maschinen nach und nach ausgemustert, die letzte Maschine wurde zum Ende des Krieges in Europa im Mai 1945 aus dem Dienst genommen.